Bauarbeiten

Umgestaltung des Hüpptals: Es wird keinen Durchgangsverkehr geben

Der Gedenkstein steht in den Hüpp-Anlagen, die umgestaltet werden sollen. In diesem Zuge ist auch an neue Parkflächen und eine Straße gedacht. Archivfoto: Michael Sieber
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Der Gedenkstein steht in den Hüpp-Anlagen, die umgestaltet werden sollen. In diesem Zuge ist auch an neue Parkflächen und eine Straße gedacht. Archivfoto: Michael Sieber

Das Ingenieurbüro Runge IVP stellte im Stadtentwicklungsausschuss eine Verkehrsuntersuchung vor.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Das Hüpptal soll umgestaltet werden. Das ist eine Maßnahme des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes Wermelskirchen 2030 und somit eine Maßnahme der Städtebauförderung. Im November vergangenen Jahres hatten die Wermelskirchener Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die Vorschläge des Landschaftsarchitekturbüros „urbangestalt PartGmbH“ anzusehen und mit eigenen Kommentaren zu ergänzen. Die Ergebnisse wurden den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses am Montagabend vorgelegt und werden jetzt von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten weiter bearbeitet. Im September will die Stadt Wermelskirchen die Fördergelder beantragen.

In diesem Zusammenhang plant die Stadt auch eine Verbesserung der Parkmöglichkeiten für große Veranstaltungen im Haus Eifgen und auf dem nahe gelegenen Eifgen-Sportplatz. Dazu wird über eine Neuerschließung einer Straße nachgedacht. Einen entsprechenden Beschluss gibt es noch nicht.

Deshalb stand auch eine Verkehrsuntersuchung für das Hüpptal als Tagesordnungspunkt auf der Agenda im Stadtentwicklungsausschuss, um der Verwaltung wie auch den Politikern notwendiges Rüstzeug mitzugeben. Die Anlage beherberge viele verschiedene Nutzungen wie das Gymnasium, die Minigolfanlage, das Eifgenstadion und perspektivisch auch den Ersatzneubau des Hallenbades. Um das angrenzende Wohngebiet im Südwesten nicht durch Verkehr zu belasten, soll eine neue Straßenanbindung von der L 409 geprüft werden.

Hans-Rainer Runge, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Runge IVP, stellte ein Zwischenergebnis der Verkehrszählung an relevanten Knotenpunkten, sowie die Erschließungssysteme sowohl im Kfz-Verkehr als auch im ÖPNV vor. Für eine neu zu bauende Straße von der L 409 aus würden auf die Stadt Straßenbaukosten von mindestens einer Millionen Euro zukommen. „Auf jeden Fall darf die Straße keinen Durchgangsverkehr ins Südviertel zulassen“, sagte Hans-Rainer Runge. Er stellte den Ausschussmitgliedern fünf verschiedene Varianten und deren Einflussnahme vor. Deutlich wurde dabei, dass alleine eine Erhöhung der Geschwindigkeit von Tempo 30 zu Tempo 50 ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen mit sich brächte.

Eine Anbindung der Dhünntalstraße Richtung dem neuzubauenden Quellenbad würde sich als sinnvoll erweisen, wenn dort eine größere Parkfläche realisiert würde. Damit könnte auch die Parkraumnot rund ums Haus Eifgen und dem Sportplatz entschärft werden. Der Ausschussvorsitzende Randolph Schmidt (CDU) fasst zusammen, dass es eine sinnvolle Erschließung des Hallenbads geben würde. „Sowohl das Hüpptal, das Hallenbad und der Fußballplatz wären gut erreichbar.“

Der Technische Beigeordnete der Stadt, Thomas Marner, betonte, dass dies ein Baustein für eine Gesamtvorlage sei. Das Wie, Wo und Was müsste auf jeden Fall mit StraßenNRW abgestimmt werden. „Wir müssen das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Straßenneubaus im Auge behalten. Denn der Neubau wird sicher deutlich über eine Millionen Euro kosten.“ Die Variante müsse sich rechnen. „Auf jeden Fall wird es keinen Durchgangsverkehr ins Südviertel geben.“ Für Fußgänger und Radfahrer sei diese Variante allerdings nicht unattraktiv.

Stärkung

Bis zum 28. Februar muss die Stadt nun den entsprechenden Antrag „Stärkung der Innenstadt“ an den Bund abgegeben haben. Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte einstimmig dafür. Die Interessensbekundung hatte Wermelskirchen bis zum 17. September abgegeben und wurde daraufhin mit 237 weiteren Städten und Gemeinden ausgewählt, einen entsprechenden Förderantrag zu stellen.

Standpunkt

Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch @rga.de

Einen Ratsbeschluss gibt es noch nicht: Die Stadt Wermelskirchen hat vorsorglich einen Verkehrsgutachter bestellt, der jetzt im Stadtentwicklungsausschuss einen Zwischenbericht abgab. Deutlich wurde dabei, dass der Neubau einer Straße, um das Hüpptal besser zu erschließen und Parkflächen zu bauen, die Stadt über eine Millionen Euro kosten würde. Profitieren würden von den Parkflächen, die am neuzubauenden Quellenbad errichtet würden, nicht nur die Badbesucher, sondern auch Nutzer des Hüpptals, des Eifgen-Sportplatzes sowie die Besucher der Konzerte von Haus Eifgen. So weit so gut. Und auch das wurde deutlich: Die neu zu errichtende Straße soll auf keinen Fall eine Durchgangsstraße werden, weil das wieder zu anderen Belastungen beitragen würde. Im weiteren Planungsprozess rund um das Hüpptal tragen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung ebenso wie die Kommunalpolitiker große Verantwortung. Sie müssen entscheiden, was von den Planungen tatsächlich umgesetzt werden kann, welches Geld die Stadt für was ausgeben kann. Denn es stehen in der Stadt Wermelskirchen ja auch noch andere Projekte an, die Geld kosten werden.

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