Hunde, Katzen und Kleintiere

Tierheim erwirtschaftet 300.000 Euro

Günter Leuerer, Geschäftsführer des Tierheims mit George, einem Mischling aus Rumänien. Foto: Jürgen Moll
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Günter Leuerer, Geschäftsführer des Tierheims mit George, einem Mischling aus Rumänien.

Vermittelt werden in erster Linie Tiere aus dem Ausland. Abgabe-Tiere werden nur in äußersten Notfällen aufgenommen, erklärt der Tierheim-Geschäftsführer.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Bellen ist zu hören – von gleich mehreren Hunden. Im Hintergrund unterhalten sich zwei Frauen. Tierheim-Geschäftsführer Günter Leuerer betont am Telefon, dass das Wermelskirchener und Hückeswagener Tierheim, Aschenberg 1, ein privates Tierheim sei, das Abgabetiere nur im äußersten Notfall annehmen kann.

„Dann beispielsweise, wenn ein Mensch gestorben ist, der einen Hund viele, viele Jahre versorgt hat. Und es keinen Freund oder Verwandten gibt, der sich um den Hund kümmern kann“, betont der Geschäftsführer. Auf jeden Fall würde vermieden, dass das Tier im Tierheim untergebracht wird. „Wir versuchen, es in Pflegefamilien zu vermitteln“, sagt Günter Leuerer. „Denn für einen Hund, der die ganze Zeit bei seinem Herrchen oder Frauchen gelebt hat, wirkt der Aufenthalt im Tierheim traumatisierend.“

Die Zahl der Hunde variiert bei uns. Die Lage sieht jedem Tag ein bisschen anders aus.

Günter Leuerer, Geschäftsführer

23 kleine und große Hunde wuseln derzeit im Tierheim herum. „Sie kommen alle aus Bosnien-Herzegowina“, sagt Günter Leuerer. „Da arbeiten wir mit einem Partnerverein zusammen, der uns nur Hunde vermittelt, die gut verträglich sind. Da sind keine Straßenhunde darunter. Die sind schwierig zu vermitteln und meistens kommen sie in Familien nicht zurecht.“ Fünf der 23 Hunde warten bereits darauf, dass ihre neuen Herrchen und Frauchen sie abholen. „Die Zahl der Hunde variiert bei uns“, sagt Günter Leuerer. „Die Lage sieht jeden Tag ein bisschen anders aus.“

Auch die Katzen nimmt das Tierheim aus dem Ausland an. „Bei uns warten sechs bosnische Katzen auf neue Besitzer“, sagt der Geschäftsführer. „Und im Januar bekommen wir 15 rumänische Katzen und 15 Katzen, die in einem Labor gelebt haben.“ Die Labor-Katzen hätten Blut gespendet und wären in der Ungezieferforschung für Tiere eingesetzt gewesen.

Vier weiße Kaninchen, zwei Pärchen, leben in einem Gehege. „Sie sind übriggeblieben von 16 Zwergkaninchen, die an der Bevertalsperre entdeckt wurden“, sagt Günter Leuerer. „Kleintiere wie beispielsweise Wellensittiche oder eben auch Kaninchen halten wir nicht alleine im kleinen Käfig“, sagt er. „Wir arbeiten mit Wermelskirchenern zusammen, die dafür eingerichtet sind.“

Das Wermelskirchener Tierheim, das vor etwa 50 Jahren eingerichtet wurde, erhält nur einen kleinen Obolus von der Stadt, um sich um Fundtiere zu kümmern. „Ansonsten müssen wir unser Budget, etwa 300.000 Euro im Jahr selbst erwirtschaften“, sagt Günter Leuerer.

Wir haben gar nicht die Möglichkeiten, Wildtiere aufzunehmen.

Günter Leuerer

„Wir nehmen Spenden ein und leben auch von den Summen, die wir für die Vermittlung der Hunde und Katzen bekommen.“ Der Träger des Tierheims, der Tierschutzverein, ist bereits 115 Jahre alt. Acht Teil- und Vollzeitkräfte sind im Tierheim angestellt. „Darüber hinaus gehen Ehrenamtliche mit den Hunden spazieren“, sagt Günter Leuerer.

Er stellt fest, dass das aktuelle Tierschutzgesetz seit 2006 gültig ist. Übrigens: Wildtiere oder gar Tauben kann das Tierheim nicht aufnehmen. „Wir haben dazu gar nicht die Möglichkeiten“, sagt der Geschäftsführer. Mit der Situation sei er zufrieden. „Und unsere Vermittlung läuft wirklich gut. Die Menschen wissen, was sie an uns haben.“ Er wünscht für 2022, dass die Gesellschaft lernt, mit Corona umzugehen.

Kontakt zum Tierheim für Wermelskirchen und Umgebung

Tierheim und Tierschutzverein Wermelskirchen & Umgebung: Aschenberg 1 42929 Wermelskirchen Tel. (0 21 96) 56 72

Das Team: Günter Leuerer, Wolf Haumann, Alessa Werner, Sandra Schneider, Anne Röhse, Melanie Valcic, Linda Glugla und Larissa Heimchen.

Leitsatz: „Ein jedes Geschöpf in seiner Bedrängnis hat ein gleiches Recht auf Schutz.“ Franz von Assissi

Standpunkt: Tierschutz ist wichtig

Ein Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Das Wermelskirchener Tierheim, das auch für Hückeswagen zuständig ist, muss seinen Jahresetat selbst verdienen. 300 000 Euro im Jahr sind nötig. Das passiert durch Spenden, aber auch durch die Vermittlung von Katzen und Hunden. Die hauptamtlichen Mitarbeiter sind auf dem richtigen Weg im Einsatz für die Tiere. Sie sind aber keine Stelle, an denen Katzen und Hunde einfach abgegeben werden können. Sie beziehen ihre Tiere von einer Partnerorganisation in Bosnien-Herzegowina. Diese seien, so der Geschäftsführer des Tierheims, sozial und auf jeden Fall an Einzelpersonen oder Familien vermittelbar. Das wird im Tierheim immer genaustens evaluiert. Da das Tierheim Geld verdienen muss, ist es nicht egal, welche Tiere angenommen werden. Es muss passen und die Mitarbeiter des Tierheims müssen abschätzen können, dass sie die Tiere auch vermitteln können. Sollten in Wermelskirchen oder Hückeswagen freilaufende Tiere gefunden werden, nimmt das Tierheim sie auf und sucht anschließend Herrchen oder Frauchen. Am leichtesten gelingt das, wenn die Tiere gechippt sind, ein Halsband tragen oder tätowiert sind.

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