Personalie

Thomas Marner verlässt das Rathaus

Thomas Marner erläutert, dass ein Schulbetrieb bei Umbau möglich sei. Foto: Roland Keusch
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Der Technische Beigeordnete Thomas Marner wird das Wermelskirchener Rathaus wohl verlassen.

Der Kölner soll am Dienstag zum Technischen Beigeordneten in Kerpen gewählt werden.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die Nachricht wird für die meisten Wermelskirchener – auch in Politik und Verwaltung – überraschend kommen: Der Technische Beigeordnete Thomas Marner (CDU) wird das Wermelskirchener Rathaus wohl verlassen.

Laut einem Antrag aus der Stadt Kerpen, der dem WGA vorliegt, soll Marner auf Antrag der dortigen Ratsfraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und dem Bürgerbündnis Kerpen (BBK) in der Ratssitzung am kommenden Dienstag, 6. September, zum Technischen Beigeordneten der Stadt Kerpen gewählt werden. Wermelskirchen würde er damit den Rücken kehren.

Nach der WGA-Anfrage bei der Verwaltung gab diese gleich eine öffentliche Pressemitteilung zum voraussichtlichen Weggang Marners aus Wermelskirchen heraus. Der Bürgermeisterin war die geplante berufliche Neuausrichtung Marners nach WGA-Informationen bereits seit einigen Wochen bekannt. In der Pressemitteilung schreibt die Stadtverwaltung, dass sie bitte, „von weiteren Anfragen zum jetzigen Zeitpunkt abzusehen“.

Auch Thomas Marner gibt sich auf WGA-Anfrage noch zugeknöpft zu seinem vermutlich anstehenden Wechsel. „Mehr, als dass am Dienstag die Wahl in Kerpen ansteht, möchte ich auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, erklärte Marner. „Ich bin ja dort noch nicht gewählt.“

Allerdings sind sich die Fraktionen im Kerpener Stadtrat einig und stellen sich laut Antrag hinter den Kölner. „Sobald wie möglich“ soll Marner bei der Stadt Kerpen sein Büro beziehen, sagt der dortige CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Ripp, der den Antrag auf Wahl Marners mit unterzeichnet hat, auf Nachfrage. „Natürlich müssen das die Kommunen untereinander klären. Uns wäre es wichtig, dass er schnell bei uns anfängt, weil die Stelle ja schon lange vakant ist.“

Der Kerpener Stadtrat hatte in einer Sondersitzung im Januar bei einer Gegenstimme beschlossen, den bisherigen dortigen Technischen Beigeordneten Joachim Schwister abzuberufen. In Kerpen sorgt die Besetzung der Verwaltungsspitze schon seit längerem für politischen Ärger. Außer der Stelle des Technischen Beigeordneten ist der Posten des Ersten Beigeordneten seit mehreren Jahren unbesetzt. Auch diese Stelle wurde kürzlich wieder neu ausgeschrieben.

Zurück nach Wermelskirchen: Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Leßenich sagt, er sei einer der wenigen gewesen, der von Marners Plänen gewusst habe. „Meine Fraktion habe ich auch gerade erst informiert. Aber ich habe es seit einigen Wochen gewusst, denn Thomas Marner und ich hatten immer ein enges Vertrauensverhältnis.“

Besonders vor dem Hintergrund, dass jetzt viele große Projekte in Wermelskirchen anstehen würden, sei der Weggang Marners bedauernswert, unterstreicht der CDU-Stadtverbandsvorsitzende. „Ich habe ihm immer gesagt, dass ich mir eigentlich wünsche, der Wechsel würde nicht klappen, weil er für uns hier eine große Lücke hinterlassen wird.“

Leßenich vermutet, dass unter anderem die Nähe zu Marners Wohnort Köln ein Grund für den Technischen Beigeordneten gewesen sein könnte, die Stelle zu wechseln. „Seine Zuneigung zu Wermelskirchen hat er jedenfalls immer betont“, sagt Leßenich.

Thomas Marner war am 15. Mai 2017 vom Stadtrat zum Technischen Beigeordneten Wermelskirchens gewählt worden. Zuvor hatte er das Amt für Straßenbau, Erschließungsbeiträge und Verkehr der Stadt Troisdorf (74 000 Einwohner) geleitet. Thomas Marner ist verheiratet und Vater eines Sohnes.

Beigeordneter

Thomas Marners Stelle wird nun vakant. Zu den Aufgaben des Technischen Beigeordneten gehört die Leitung des technischen Dezernats mit den Ämtern Stadtplanung, Tiefbau, Zentrale Gebäudewirtschaft, Umwelt und Grünflächen, Bauaufsicht, Vermessung und Grundstückskataster.

Standpunkt von Anja Carolina Siebl: Fragen bleiben offen

anja.siebel@rga.de

Die Nachricht schlug gestern Nachmittag in Wermelskirchen ein: Der Technische Beigeordnete Thomas Marner wird Wermelskirchen den Rücken kehren. Doch was im Bergischen noch eine echte Neuigkeit ist, ist im Rhein-Erft-Kreis schon fast beschlossene Sache.

Schon am Dienstag soll Marner von den dortigen Ratsfraktionen zum Technischen Beigeordneten gewählt werden. Ein Prozess, der sich vermutlich schon länger hingezogen hatte. Da sich praktisch alle Fraktionen dort im Rhein-Erft-Kreis hinter Marner stellen, dürfte seine Wahl eine Formalie sein.

Für Wermelskirchen kommt der Weggang des Beigeordneten jetzt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, hat er doch eine wichtige Position in der Entwicklung jetzt ansehender Großprojekte eingenommen: Gesamtschule, Rhombus-Park, Integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept – um nur einige Beispiele zu nennen. Mal abwarten, was da jetzt kommt.

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