Pandemie

Test-Drive-In kommt ins Industriegebiet

Jeanne Altfeld zeigt das neue Test-Drive-In an der Altenhöhe, das am Freitag eröffnen soll. Foto: Jeanne Altfeld
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Jeanne Altfeld zeigt das neue Test-Drive-In an der Altenhöhe, das am Freitag eröffnen soll.

Am Freitag eröffnen Jeanne Altfeld und Team an der Altenhöhe 2.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Ein Zelt, ein Drive-In für die Autos, das ganze Equipment: Für Jeanne Altfeld sind die Vorbereitungen für das neue Drive-In-Testzentrum nichts Neues, hat sie doch von Mai bis Ende September schon mal eines geleitet. Ab Freitag, 10. Dezember, soll es das Angebot wieder geben, wieder im Industriegebiet; allerdings diesmal an der Altenhöhe 2 (Schotterparkplatz).

„Wir haben einfach gesehen, dass der Bedarf dafür aktuell da ist“, sagt Altfeld auf Nachfrage. Besonders für Arbeitnehmer, die sich ja, sofern ungeimpft, täglich vor Arbeitsantritt testen lassen müssen, ist der Standort ideal. „Aber unser Angebot ist für alle gedacht“, unterstreicht Jeanne Altfeld. „Es müssen ja, zum Beispiel bei der 2Gplus-Regelung, jetzt auch zunehmend Geimpfte getestet werden. Und in Sachen Sicherheit dient es sowieso allen.“

Gerade befindet sich das Ganze noch in den letzten Zügen des Aufbaus. Einen beheizten Container mit Zelt wird es geben und eine sogenannte Drive-Line, von der aus sich die Menschen wie gehabt vom Auto aus testen lassen können. „Damals hatten wir ja zwei Zufahrtsstraßen“, sagt Jeanne Altfeld. „Diesmal muss es mit einer funktionieren.“

Die Mitarbeiter sind fast komplett dieselben wie beim ehemaligen Test-Drive-In. „Zwei neue haben wir noch eingearbeitet“, berichtet die Leiterin. Das Prozedere funktioniert wie gehabt: Man lädt sich vor dem Test die kostenlose App Chayns aufs Smartphone und hinterlegt dort einmalig seine persönlichen Daten. Auf die Online-Terminbuchung folgt dann der Abstrich vor Ort. Etwa 15 Minuten später erhalten Getestete das Ergebnis in die Wallet auf dem Smartphone.

Die Wermelskirchenerin Jeanne Altfeld, im Hauptberuf Musikerin, hatte bereits im Mai erklärt, dass sie das ernste Corona-Thema ein wenig auflockern wolle. Modern und frisch seien deshalb auch der Auftritt des Teams und das Logo: „Als Farbe unseres Logos habe ich mir auch etwas Fröhliches ausgesucht: Magenta“, sagte sie damals. Das aktuelle Logo ist noch nicht ganz fertig. Spätestens ab dem kommenden Wochenende sollen Wermelskirchener und Auswärtige aber anhand von Hinweisschildern, auch in der Innenstadt, auf das neue Angebot aufmerksam gemacht werden. Alles soll mit einer gewissen Leichtigkeit vonstattengehen. „Getestet zu werden, ist ja eigentlich eher unangenehm“, weiß Jeanne Altfeld selbst.

Aber Angst schwäche auch das Immunsystem, deshalb soll bei ihr mit einem Smiley abgestrichen werden. Getestete werden deshalb auch schon mal mit einem Tütchen Gummibärchen oder etwas Musik beschenkt.

Mit dem Test-Drive-In haben insgesamt zwei Anbieter wieder eröffnet, die ihre Türen eigentlich im September geschlossen hatten. Damals wegen mangelnden Bedarfs. Denn auch die Lebenshilfe ist mit ihrem Zentrum im Rathaus seit November wie berichtet wieder aktiv.

Und dort herrscht reger Betrieb. Das bestätigt Lebenshilfe-Geschäftsführer Axel Pulm auf Nachfrage. „Wir haben wie zu Beginn der ersten Phase wieder 160 bis 230 Testungen pro Tag“, sagt Pulm. Auch die Öffnungen an den Sonntagen, die die Lebenshilfe seit voriger Woche anbietet, hätten sich bewährt. „Wir beraten uns derzeit noch, wie wir mit den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen verfahren“, sagt Pulm. Denn gerade dann erwartet das Team um Koordinatorin Alina Römmelt einen besonders großen Ansturm.

Nicht nur Ungeimpfte lassen sich testen

Es seien längst nicht mehr nur ungeimpfte Menschen, die das Schnelltest-Angebot im Rathaus nutzen würden. „Viele wollen auch zwischendurch mal ihren Status überprüfen oder sich vor Besuchen bei Freunden oder Verwandten vergewissern, dass sie nicht corona-positiv sind“, sagt Axel Pulm. Auch in der Lebenshilfe gelte bei Veranstaltungen derzeit die 2G-plus-Regel, das heißt, dass auch Geimpfte sich vor der Teilnahme offiziell testen lassen müssen. Wie berichtet, hatte die Lebenshilfe die Arbeit im Zentrum vor gut zwei Wochen wieder aufgenommen.

Test-Drive-In

Das neue Drive-In-Testzentrum, Altenhöhe 2 (Schotterparkplatz), eröffnet am Freitag, 10. Dezember. Es hat laut Leiterin zunächst an sieben Tagen in der Woche geöffnet. „Wir schauen uns die Sonntage mal an und entscheiden dann, wie es weitergeht“, will Jeanne Altfeld den Betrieb in der Drive-Line abwarten.

Die Öffnungszeiten sind: montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr sowie an Wochenenden von 8 bis 18 Uhr. Termine sind wie gehabt buchbar unter: www.wermelskirchen-testet.de

Standpunkt: Angebote sind sinnvoll

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Die ungeimpften Menschen müssen die Teststellen ohnehin regelmäßig ansteuern. Müssen sie doch für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder vor dem Weg zur Arbeit regelmäßig einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest beibringen. Aber auch für jene, die sich ihre Impfung gegen das Coronavirus längst abgeholt haben, sind die Zentren in einer Zeit wie dieser, in der die Infektionszahlen auf sehr hohem Niveau bleiben oder steigen, von großer Bedeutung. Denn hat jemand Symptome, sollte er sich auf jeden Fall absichern. Und auch vor einer Zusammenkunft mit Menschen, beispielsweise an Weihnachten oder Silvester, bietet sich das immer an. Letzteres hat sich seit nunmehr fast zwei Jahren nicht geändert. Umso unverständlicher ist es, dass Bund und Länder im Sommer entschieden, dass die Tests kostenpflichtig werden und letztlich auch viele Angebote, beispielsweise die Impfzentren, wegfallen zu lassen. Dass das Virus sich gerade zum Winter nicht einfach verabschiedet, hätte man selbst ohne epidemiologische Ausbildung erahnen können. Gut, dass die Engagierten ihre Arbeit jetzt wieder aufnehmen.

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