Rabatte lockten die Besucher in die Geschäfte

Tausende genießen verkaufsoffenen Sonntag

In Geschäften, in Lokalen und auf der Straße herrschte gestern richtig viel Betrieb. Foto: Doro Siewert
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In Geschäften, in Lokalen und auf der Straße herrschte gestern richtig viel Betrieb.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Beste Stimmung herrschte gestern in der Innenstadt – glückliche Gesichter bei den Händlern.

Wermelskirchen. Es ist kurz nach 13 Uhr am Sonntag, als sich die Innenstadt schon merklich füllt. Während der ersten Stunde des verkaufsoffenen Sonntags sind es vor allem die Läden an der Eich, die zu tun haben, weil die Menschen einen letzten Besuch der Kirmes eingeplant haben, die an diesem Tag endet. Aber am Ende sollen es laut André Frowein vom Stadtmarketingverein WiW insgesamt tausende Besucher gewesen sein, die in der Innenstadt schlenderten und shoppten,

Barbara Busch von der Buchhandlung Marabu wartet zwar noch auf die ersten Besucher zwischen den Buchregalen. „Ich bin aber guter Dinge, dass sich das gleich bei uns noch merklich füllt.“ Barbara Busch hofft, dass sich die Leute mit ordentlich Lesestoff für den anstehenden Herbst eindecken. „Dass der verkaufsoffenen Sonntag jetzt doch stattfinden kann, darüber freuen wir uns wohl alle“, fasst die Buchhändlerin das zusammen, was wohl in vielen ihrer Händler-Kollegen an diesem Tag vorgeht.

Aber auch die Besucher des ersten verkaufsoffenen Sonntages in Wermelskichen in diesem Jahr sind merklich gelöst und gut drauf. Einige zeigen das sogar beim DJ vor der Commerzbank, indem sie einen Discofox aufs Pflaster legen – und alle anderen, die vorbeigehen mit ihrer guten Laune anstecken.

Koordination mit den Mitarbeitern war in Wermelskirchen eine Herausforderung

Stefan Rojewski teilt als Sprecher der Wermelskirchener Einzelhändler die positive Stimmung – wenngleich durch die Terminverschiebung nicht alles glatt gelaufen sei. „Letztlich wurde das Ganze ja zwei Mal verschoben“, sagt er. „Wir rechnen ja normalerweise immer mit dem letzten Sonntag im August, dem Kirmes-Sonntag. Nun wurde der schon verschoben – und vergangene Woche konnte die Veranstaltung auch nicht stattfinden. Deshalb war die Koordination mit den Mitarbeitern eine Herausforderung, die haben ja auch private Pläne. Und sind zum Teil in Urlaub oder anderweitig beschäftigt. Aber letztlich haben wir das doch noch ganz gut hinbekommen und sind jetzt natürlich begeistert, dass es doch noch geklappt hat. Wir haben seit Mittag durchgehend zu tun. Das freut uns besonders.“

Mit vielen Rabatten lockt Jörg Michels (Sweetex) vor allem Kundinnen in sein Geschäft an der Carl-Leverkus-Straße. Denn wie berichtet schließt der Händler zum Herbst seine Damenabteilung. „Für uns lohnt sich das Damenoberbekleidungsgeschäft nicht mehr“, sagt der Unternehmer. „Die Ansprüche an Farben und schließlich auch an die Preisgestaltung waren da einfach in letzter Zeit zu hoch. Gefragt waren immer Rabatte. Wir wollen künftig in hochwertige Herrenmode investieren.“ An diesem Sonntag gibt es aber nochmal Rabatte – und zwar bis zu 80 Prozent.

Hanne Wischnat (Hannes Blumenstube) ist am Mittag noch in ihrem Büro. „Ich habe aber schon gehört, dass es im Laden recht voll sein soll“, sagt sie erfreut. Herbstdekoration und kleine Sträuße haben die Blumenhändlerin und ihr Team im Angebot. Und die finden reißenden Absatz.

Am Ende bleiben glückliche Gesichter

Rafail Dimu (Restaurant Dimitra) hatte am Mittag sogar noch einige Tische frei in seinem Lokal. „Aber wir haben heute durchgehend geöffnet. Da geht sicher noch was“, bleibt der Gastronom zuversichtlich. Proppevoll ist es indes durchgehend in den Eiscafés.

An der Oberen Remscheider Straße, im ToscaAnna, sind an diesem Sonntag allerdings die Türen geschlossen. „Wir hatten uns auf den vorigen Sonntag eingerichtet“, begründet das Gastronomin Anna Rita Fanelli. „Für diesen Sonntag konnten wir einfach nicht genug Mitarbeiter zusammenbekommen. Schade, aber nicht zu ändern.“

Am Ende dieses Sonntages bleiben bei allen Teilnehmenden glückliche Gesichter. „Das war wirklich klasse“, resümiert André Frowein am späten Nachmittag. Der Stadtmarketingverein WiW hatte dafür gesorgt, dass es auch drumherum einiges gab: Speisestände und Musik an der Telegrafenstraße zum Beispiel. „Alle sind hochzufrieden“, sagt Frowein. „Und dankbar dafür, dass wir uns für den Sonntag eingesetzt haben.

Hintergrund

Der verkaufsoffene Sonntag sollte eigentlich wie berichtet vorige Woche stattfinden. Allerdings hatte die Gewerkschaft Verdi kurzfristig einen Antrag beim Verwaltungsgericht gestellt – und das kippte ganz kurzfristig die Veranstaltung. Aus Gründen des Mitarbeiterschutzes. Stadt und Stadtmarketingverein WiW setzten sich aber bereits Anfang der Woche dafür ein, dass der Sonntag doch noch stattfinden konnte. Verdi genehmigte das schließlich, und am Donnerstag gab es den Ratsbeschluss.

Standpunkt: Lohn für die Mühe

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Eine turbulente Woche liegt hinter den Veranstaltern des verkaufsoffenen Sonntags. Denn noch am vorigen Montag sah es so aus, als könnte der Tag nicht stattfinden. Aber die Wermelskirchener lassen sich eben so schnell nicht unterkriegen. Und so setzten sich die Stadtverwaltung und der Stadtmarketingverein WiW dafür ein, dass der vor allem für die Wermelskirchener Händler wichtige Tag nicht verloren war. Mit Erfolg. Wer gestern in der Innenstadt unterwegs war, konnte sehen und spüren, wie gut das Konzept ankam. Bei allen. Sogar getanzt wurde auf der Straße. Und man kann es nur wiederholen: Die Menschen haben das Zusammensein bei ungezwungener Stimmung einfach vermisst. Obendrein spielte gestern das Wetter auch noch mit, so dass auch der letzte Kirmestag einen gebührenden Abschluss fand. Hoffentlich wird es so weitergehen, so dass auch A la carte wieder stattfinden kann – und somit der zweite verkaufsoffene Sonntag in diesem Jahr. Die Wermelskirchener haben es sich allesamt verdient nach der langen Zeit der Entbehrungen aufgrund der Corona-Pandemie.

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