Nach Starkregen

Stadt will Warnsysteme verbessern

Anwohner wie hier in Solingen-Unterburg konnten vor dem Hochwasser nicht rechtzeitig gewarnt werden. Foto: Michael Schütz
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Anwohner wie hier in Solingen-Unterburg konnten vor dem Hochwasser nicht rechtzeitig gewarnt werden.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Anregungen gibt es bereits aus den Ratsfraktionen von CDU und SPD.

Wermelskirchen. Der Starkregen von voriger Woche hat bei vielen Menschen Spuren hinterlassen. Nicht nur am eigenen Leib, an Häusern, Grundstücken, ganzen Landstrichen, sondern vielfach auch in den Köpfen. Vor allem bleibt die Gewissheit: Das sind Ereignisse, die in Zukunft immer wieder eintreffen können. Immer häufiger wird deshalb auch der Ruf nach Frühwarn- oder Alarmsystemen laut.

Ortspolitiker aus Wermelskirchen haben bereits entsprechende Anfragen an die Stadtverwaltung gestellt. „Obwohl Nachbarkommunen und andere Regionen ungleich mehr betroffen sind als Wermelskirchen, haben diese Ereignisse doch auch bei uns die vorausschauende Frage entstehen lassen, wie vorbereitet die Stadt generell auf Gefahrenlagen ist“, schreibt beispielsweise Michael Schneider, Fraktionsvorsitzender der CDU an Bürgermeisterin Marion Lück. Das beziehe sich besonders auf die Frage nach der Alarmierung der Bevölkerung im Katastrophenfall.

Parteien haben Fragen über den Katastrophenschutz in Wermelskirchen

Denn: In Wermelskirchen wurden die stationären Signalanlagen bereits Mitte der 1990er Jahre abgebaut, eine Alarmierung ist jetzt nur durch vier mobile Warngeräte möglich. Bei einer bundesweiten Übung im Herbst 2020 blieben auch Warn-Apps hinter den Erwartungen zurück. Die Warnungen kamen damals verspätet an.

Die CDU möchte nun wissen, ob die Stadt die Beschaffung und Installation von stationären Sirenen eventuell wieder plane. Zudem stelle sich die Frage nach einem entsprechenden Förderprogramm. Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) – zusammengesetzt aus Mitgliedern der Stadtverwaltung – habe zudem in der Corona-Pandemie sehr gute Arbeit geleistet. Nun sei zu erörtern, ob nach Ende der Pandemie geplant sei, einen SAE auch für zukünftige Schadenereignisse einzurichten.

Und auch die SPD-Fraktion um den Vorsitzenden Jochen Bilstein hat eine entsprechende Anfrage bezüglich des Katastrophenschutzes an die Stadtverwaltung versandt. Die Sozialdemokraten möchten unter anderem wissen, welche Möglichkeiten der Stadt Wermelskirchen derzeit zur Verfügung stünden, die Bevölkerung im gesamten Stadtgebiet in Notfällen zeitnah zu warnen und welche Maßnahmen sinnvoll und erforderlich seien, um eine Kommunikation in Notfällen sicherzustellen.

Anschaffung von Sirenen für Wermelskirchen derzeit kaum machbar

Die Ereignisse der vergangenen Tage hätten gezeigt, dass flächendeckende Warnung und Information der Bevölkerung zumindest verbesserungsfähig seien. Auch in Wermelskirchen seien schon bei Übungen vor einigen Jahren Defizite erkennbar geworden, die durch das Fehlen stationärer Sirenen verursacht gewesen seien.

Der Erste städtische Beigeordnete Stefan Görnert bestätigt auf Nachfrage, dass die Stadt Wermelskirchen die fest installierten Sirenen bereits in den 1990er Jahren abgebaut habe – aus Kostengründen „und weil man damals die Notwendigkeit nicht mehr sah“, sagt Görnert. Seitdem gibt es lediglich vier mobile Sirenenanlagen sowie ein Fahrzeug des Ordnungsamtes mit Warnsystem.

Tatsächlich sei die Anschaffung solcher Sirenen auch derzeit für die Verwaltung kaum machbar. 15 000 bis 20 000 Euro würden pro Signalmast anfallen. „Und zehn davon würden wir bestimmt benötigen, denn wir müssen ja auch die Randgebiete berücksichtigen“, sagt Görnert.

Der Krisenstab soll möglicherweise im Amt bleiben

Die Stadt wolle sich nun nach entsprechenden Fördermöglichkeiten umschauen, versichert der Dezernent. „Allerdings lösen Katastrophenalarme nicht die Städte aus, sondern das erfolgt über den Landrat oder den Kreisbrandmeister“, unterstreicht Görnert. Dennoch würde man sich auch in Wermelskirchen Gedanken um besser funktionierende Warnsysteme machen.

Deshalb sei zudem angedacht, möglicherweise langfristig einen „Stab für besondere Ereignisse“, also eine Art Krisenstab, auch über die Corona-Pandemie hinaus im Rathaus einzurichten.

Unwetter

Nach dem Hochwasser sind fürs Wochenende erneut Gewitter und Schauer, örtlich mit Starkregen, vorhergesagt. Der Wupperverband teilt mit, dass er vorsorglich Platz in den Talsperren geschaffen habe. In den Brauchwassertalsperren am Oberlauf der Wupper stehe insgesamt ein Stauvolumen von mehr als fünf Millionen Kubikmetern zur Verfügung. Dennoch könne es zum Anstieg der Pegel kommen.

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