Fahrradfahren

Stadt ehrt die fleißigsten Stadtradler

Vorm Rathaus ehrte die Stadt die erfolgreichsten Teilnehmer des Stadtradelns. Foto: Markus Schumacher
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Vorm Rathaus ehrte die Stadt die erfolgreichsten Teilnehmer des Stadtradelns.
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Teilnehmer fuhren auf ihren Drahteseln nach Belgien, zu ihrem Pferd oder einfach durch die Umgebung

Wermelskirchen. 60 542 Kilometer haben 211 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer aus Wermelskirchen in der Zeit vom 6. Juni bis zum 26. Juni zusammengeradelt. Die fleißigsten Teilnehmer wurden jetzt von der Stadt geehrt.

Dabei blickte Bürgermeisterin Marion Lück vor dem Rathauseingang in ein paar bekannte Gesichter: „Sie waren doch auch vergangenes Jahr dabei, oder?“ Tatsächlich gab es einige Wiederholungstäter unter den Geehrten. Zum Beispiel Jörg Kemppainen. Er hatte schon 2019 den Sieg mit 1131 Kilometern erradelt, war im vergangenen Jahr Vierter mit 1233 Kilometern geworden und schaffte diesmal im Aktionszeitraum sogar stolze 1813 Kilometer mit dem Fahrrad: Das sind mehr als 86 Kilometer pro Tag. „Und das bei dem Wetter“, wunderte sich Marion Lück noch. Doch bei den Stadtradlern stieß sie damit auf Unverständnis, die fanden das Wetter nämlich prima.

Als Dauergast erwies sich auch Norbert Gast, seine 1786 Radkilometer reichten für Platz zwei in der Einzelwertung. Theoretisch hätte er damit 266,5 Kilogramm CO2 eingespart.

Mit „Hückeswagen, Leverkusen und Umgebung“ kam Isabelle Haussels auf 1511 Kilometer. Mit Tochter Pauline landete sie als Team „Tente - bis zur Rente“ auf Rang 12.

„Die fahren gerade mit dem Fahrrad zum Pommes-Essen nach Belgien.“

Stefan Selbach entschuldigt ein Dreierteam

Für einen Platz auf dem Siegertreppchen in der Einzelwertung gab es noch Gutscheine von Lambeck, die Yvonne Kuhl vom Amt für Stadtentwicklung überreichte.

Das erfolgreichste Team war auch das größte: „Gymmi WK“. Stellvertretend für 85 aktive Radfahrer des Städtischen Gymnasiums nahm Stefan Selbach die Urkunden entgegen. Die Schule hatte elf Unterteams, von denen „IwanoffPreussBosbach Gymmi WK“ mit drei Radlern und 3366 Kilometer am erfolgreichsten war. „Zur Ehrung konnten sie aber heute nicht kommen“, erklärte Selbach, „die fahren gerade mit dem Fahrrad nach Belgien zum Pommes-Essen.“ Zweitbestes Unterteam war „Kollegium“ mit 21 Aktiven und 2185 Kilometern, auf Rang drei landete die „Trassenbande“ mit fünf Aktiven – allesamt Schüler – und 1143 Kilometern.

Jörg Kemppainen durfte weitere Urkunden als Mitglied von „Offenes Team-Wermelskirchen“ entgegennehmen: 27 Aktive radelten 8246 Kilometer. Auf dem dritten Rang in der Teamwertung landeten „ADFC und Freunde“.

Bei der Zahl der Kilometer schafften die Teilnehmer eine deutliche Steigerung

Erfolgreichste Gruppe/Familie war „Gregor Iwanoff“. „Der ist gerade auf dem Weg nach Bremen“, entschuldigte ihn Selbach, „natürlich auf dem Fahrrad.“ Ihre E-Bikes dabei hatten Brigitte und Udo Meller: 2636 Kilometer hat das Ehepaar erstrampelt. „Überwiegend an der Elbe“, sagte Udo Meller, „und da hatten wir richtig schönes Wetter.“ Bis auf die paar Kilometer, die Udo Meller zum Brötchenholen verfahren hat, sind die beiden auch wirklich alles zusammen abgefahren. „Wir haben uns vor sieben Jahren E-Bikes angeschafft“, berichtete Brigitte Meller, „und seitdem entdecken wir das Bergische Land noch mal ganz neu.“

Elisa Menzel hat in ihrer Zweiergruppe die 727 Kilometer, die zum dritten Rang führten, fast alleine geschafft: „Ich bin mit dem Fahrrad immer zu meiner Pflegebeteiligung nach Wuppertal gefahren“, erklärte sie. Mit dem Drahtesel fährt sie also immer zum Pferd.

Bürgermeisterin Marion Lück gestand, dass sie im Aktionszeitraum zwar öfter ihr Fahrrad aus Keller geholt hatte, es aber dann doch immer wegen Regens zurückgestellt hatte. „Wir sehen uns ja sicher nächstes Jahr wieder“, verabschiedete sie die erfolgreichen Teilnehmer des Stadtradelns 2021.

Vor einem Jahr waren es 189 Teilnehmer aus Wermelskirchen und die schafften damals zusammen insgesamt 50 486 Kilometer. „Das ist ja in diesem Jahr eine deutliche Steigerung“, freute sich die Bürgermeisterin.

Hintergrund

Beim Stadtradeln treten Kommunalpolitiker und Bürger gemeinsam in die Pedale und radeln an 21 Tagen zwischen Mai und September um die Wette. Dabei können sie ein Zeichen setzen für mehr Radförderung, Klimaschutz und Lebensqualität. Über 545 000 Menschen aus 1482 Kommunen folgten 2020 diesem Aufruf und legten mehr als 115 Millionen Kilometer auf dem Fahrrad zurück.

Standpunkt: Wichtiges Verkehrsmittel

markus.schumacher@rga.de

Kommentar von Markus Schumacher

Ja, wir san mit’m Radl da.“ Die Teilnehmer des Stadtradelns könnten das Liedschen eigentlich ständig trällern. Auch zum Termin am Rathaus erschienen die meisten von den Geehrten standesgemäß auf zwei Rädern. Das Fahrrad ersetzt für sie längst immer häufiger das Auto. Das führt dann dazu, dass die 211 aktiven Radfahrer aus Wermelskirchen in den 21 Tagen theoretisch 8896 Kilogramm CO2 eingespart haben. Wobei das natürlich eine Milchmädchenrechnung ist, denn eingespart wäre das Kohlendioxid ja nur, wenn sie mit Fahrrad statt Auto unterwegs gewesen wären. Tatsächlich fahren aber viele mit dem Fahrrad auch nur so – aus Spaß. Das ist dann immer noch gesund und löblich – aber CO2 wird dann natürlich nicht eingespart. Egal. Das Fahrrad ist spätestens mit dem Aufkommen von E-Bikes auch im Bergischen ein wichtiges Verkehrsmittel geworden. Und wenn immer mehr Menschen aufs Rad steigen, sollte natürlich auch die Infrastruktur mitwachsen. Dazu gehören intakte Radwege, aber auch Unterstellmöglichkeiten.

Im Juni suchte die Stadt Stadtradeln-Stars, die auf ihr Auto verzichten.

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