40 Jahre altes Schwimmbad

Sportpolitik will Hallenbadneubau ab 2022

So könnte das neue Bad einmal aussehen. Foto; Visualisierung Badehalle, Architekturbüro Blass Euskirchen
+
So könnte das neue Bad einmal aussehen.

CDU, SPD, WNK/UWG und BüFo stellen entsprechenden Antrag im Sportausschuss.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Nach 15 Jahren der Planung des neuen Hallenbads unterhalb des bestehenden, wollen jetzt die Fraktionen von CDU, SPD, WNK/UWG und BüFo den Neubau forcieren. Im Sportausschuss, der in der kommenden Woche am Donnerstag, 18. November, 17 Uhr, tagt, stellen sie den Antrag, dass sie dem Rat empfehlen, den Neubau Ende 2022 zu beginnen. Die Mittel von rund 13 Millionen Euro sollen auch ohne Finanzierung durch Drittmittel in den Doppelhaushalt 2022/2023 eingeplant werden. Zusätzlich sollen auch eventuelle Bausteigerungskosten eingestellt werden, eine Grenze ist nicht angegeben.

Der Technische Beigeordnete der Stadt Wermelskirchen, Thomas Marner, sagt dazu: „Grundsätzlich bin ich persönlich sehr für das neue Hallenbad. Es ist eine wichtige Daseinsfürsorge für die Menschen. Aber es ist ja nicht das einzige Projekt, das in Wermelskirchen auf dem Tisch liegt und viel Geld kosten wird.“ Als Beispiel nennt er die Sekundarschule.

„Den finanziellen Rahmen der Stadt wird der Kämmerer festlegen. Und die Politiker des Rates werden den neuen Haushalt aufstellen müssen.“ Die Ratsmitglieder, die er als sehr engagiert und ausgewogen kennengelernt habe, müssten die Priorisierungen letztendlich vornehmen. „Fakt ist, dass die Stadt Wermelskirchen derzeit keine Fördermittel für das Hallenbad erwarten kann“, sagt Thomas Marner. „Sollten neue Förderprogramme aufgestellt werden, werden wir das Hallenbad natürlich sofort dort anmelden.“

Ich kann versichern, dass das Dach in Ordnung ist.

Thomas Marner, Technischer Leiter

Das Hallenbad ist schon über 40 Jahre alt. „Die Lebensdauer von Bad-Anlagen reicht normalerweise 25 bis 30 Jahre wegen der Wirkung des Chlors innerhalb des Gebäudes“, sagt Thomas Marner. „Ich kann versichern, dass das Dach in Ordnung ist und auch noch einige Jahre halten wird; wir lassen es engmaschig untersuchen.“ Kleinere Reparaturen könnten von der Stadt jederzeit übernommen werden. „Wir müssten es aber schließen, wenn sehr hohe Kosten auf uns zukommen würden.“ Es gebe aber keine Hinweise darauf.

Dem Neubau des Hallenbades hatte der Rat schon vor längerer Zeit zugestimmt. „Der Betrieb eines neuen Hallenbades ist ökologischer und auch ökonomischer als der Betrieb des alten maroden“, heißt es in der Begründung des Antrags der Kommunalpolitiker. „Die aktuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung berücksichtigt auch die Abschreibungen, da diese erwirtschaftet und verdient werden müssen.“ Dadurch sei die Möglichkeit geschaffen, das benötigte Kapital im Doppelhaushalt zu generieren.

Es sei zwingend geboten, im nächsten Jahr mit dem Neubau des Hallenbades zu beginnen. „Besonders ist hervorzuheben“, heißt es in der Begründung, „dass der Neubau des Hallenbads notwendig ist, um den Schwimmunterricht durch Schulen und Vereine zu gewährleisten.“

Vorgesehen sind ein Sportschwimmbecken mit insgesamt fünf Bahnen (25 Meter mal 12,5 Meter), 1,35 bis 3,50 Meter tief. Zudem wird es einen Sprungturm mit Ein-Meter-Plattform und Drei-Meter-Brett geben. Das Lehrschwimmbecken mit Hubboden wird 12,5 Meter mal 8 Meter umfassen und eine Wassertiefe von 1,35 Meter haben. Zudem soll ein Kleinkinderschwimmbecken in etwa 22 Quadratmetern Wasserfläche und einer Kleinrutsche entstehen.

Das Gebäude ist auf insgesamt drei Ebenen geplant und soll sich den topografischen Gegebenheiten des Hüpptals anpassen. Es soll ebenerdig zugänglich sein und wurde barrierefrei geplant. In der Vergangenheit hat Thomas Marner betont: „Das Besondere ist, dass wir das Hallenbad nachhaltig bauen werden. Es werden recycelte Materialien verarbeitet.“

Weitere Informationen

Termin: Der Sportausschuss tagt am kommenden Donnerstag, 18. November, um 17 Uhr, im Ratssaal des Bürgerzentrums. Der Ausschuss ist öffentlich, Es gelten die 3G-Regeln.

Sachstand: Einen Sachstandsbericht zum aktuellen Stand der Projektsteuerung zum Neubau Quellenbad wird zuvor Simon Wenger von WSP Deutschland geben.

Weiteres Vorgehen: Sollte der Antrag von CDU, SPD, WNK/UWG und BüFo im Sportausschuss postiv beschieden werden, muss sich als nächstes der Rat mit diesem Thema auseinandersetzen.

Standpunkt: Eine gute Entscheidung

Ein Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Den Wermelskirchener Ratsmitgliedern wünsche ich das rechte Augenmaß und eine gute Entscheidungsfindung. Denn sie werden sich mit den Haushaltswünschen aus allen Ressorts auseinandersetzen müssen und die Priorisierungen vornehmen. Dass vier Fraktionen des Sportausschusses den Bau des Hallenbads nun vorantreiben möchten, ist ihr gutes Recht und ist auch ganz im Sinne der Wermelskirchener Bürgerinnen und Bürger. Denn vor allem die Kinder und Jugendlichen, die dort Schulschwimmen haben, und die Sportvereine, die dort ihre Klientel betreuen, stünden erst einmal vor dem Nichts, wenn das alte Hallenbad geschlossen würde, bevor das neue fertiggestellt ist. Da es aber keine Fördermittel für den Bau des Hallenbads geben wird, steckt in einer möglichen Entscheidung für den Hallenbadneubau auch ein sehr großes Risiko. Die Erfahrung zeigt derzeit, dass Neubauten immer teurer werden, als ursprünglich veranschlagt. Und die Stadt Wermelskirchen muss ja auch anderen Verpflichtungen nachgehen und das Geld dafür zur Verfügung haben. Ich wünsche allen Ratsmitgliedern, eine gute Entscheidung.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Stadt finanziert Kirmesplatz mit 270.000 Euro
Stadt finanziert Kirmesplatz mit 270.000 Euro
Stadt finanziert Kirmesplatz mit 270.000 Euro
Kreis will dezentrale Impfstelle eröffnen
Kreis will dezentrale Impfstelle eröffnen
Kreis will dezentrale Impfstelle eröffnen
Geldautomat in Wermelskirchen gesprengt - Täter erbeuten fünfstelligen Betrag
Geldautomat in Wermelskirchen gesprengt - Täter erbeuten fünfstelligen Betrag
Geldautomat in Wermelskirchen gesprengt - Täter erbeuten fünfstelligen Betrag
Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln
Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln
Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln

Kommentare