Stadtführungen

Sie wollen wieder durch Wermelskirchen führen

 Uschi Hackstein mit einer Gruppe in Dabringhausen
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 Uschi Hackstein mit einer Gruppe in Dabringhausen.

Die Interessengemeinschaft Die Stadtführer hat eine unfreiwillige Corona-Pause eingelegt.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Starke Frauen gab es schon früh in Wermelskirchen. „Beispielsweise wurde das Hotel zur Eich drei Generationen lang von Frauen geführt“, sagt Petra Ammon, die im Vorstand der Interessengemeinschaft Die Stadtführer ist. „1831 hatte Peter Friedrich Jörgens das Hotel von Christina Fuhrmann ersteigert. Er starb kurz danach und seine Frau führte es weiter.“ Auch das Schwanenhotel sei von Frauen geleitet worden und weiter auch einige Gaststätten. „Ich kann immer viel erklären, wenn ich in Wermelskirchen unterwegs bin“, sagt Petra Ammon lachend. „Ich weiß dann – ohne Vorbereitung – nicht immer die Jahreszahl, aber jede Menge Anekdoten, die ich erzählen kann.“

Die IG Die Stadtführer hat sich 2009 gegründet. „Die Wermelskirchener Volkshochschule bot damals einen Kurs zu diesem Thema an“, sagt die Stadtführerin. „Ich habe mich schon immer für Geschichte interessiert und habe mich dann entschlossen, dabei mitzumachen.“ Mit ihr gemeinsam besuchten 15 Mitglieder den Kurs. „Heute sind wir noch acht aktive Stadtführerinnen und Stadtführer“, sagt sie. „Dazwischen habe es immer mal Wechsel gegeben.“ Beispielsweise sei Martina Scheperjans nach Borkum gezogen, um dort bei einer Zeitung zu arbeiten.

Das Grab von Carl Leverkus.

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit der IG Die Stadtführer zum Erliegen gebracht. „Wir haben derzeit untereinander nur telefonisch Kontakt“, berichtet Petra Ammon. „Alles andere ist uns zu gefährlich. Führungen haben wir schon fast zwei Jahre keine mehr angeboten.“ Das alles sei sehr schade, aber angesichts der gerade sehr hohen Inzidenz nicht anders ratsam. „Wir achten alle darauf, dass wir endlich wieder starten können.“

Und die Kattwinkelsche Fabrik.

Die IG Die Stadtführer bietet historische Führungen an, aber auch themenbezogene. „Ich beispielsweise gehe mit den Teilnehmern von der Kirche am Markt bis zu den Bürgerhäusern“, sagt Petra Ammon. „Uschi Hackstein beispielsweise bietet eine spezielle Führung in Dabringhausen an.“ Eine weitere Tour führe sie selbst an den Galgenplatz. „Ja, auch das hat es in Wermelskirchen mal gegeben“, erklärt Petra Ammon. „Er liegt da, wo jetzt die Gaststätte Höller ist. Dort gab es auch ein Schafott und ein Siechenhaus.“

Weitere Themen seien die Tuchfabriken oder das Geburtshaus von Carl Leverkus, der auch mehr als eine Geschichte wert sei. „Auch eine Nachtwächterführung wird von der IG Die Stadtführer angeboten“, sagt sie. „Und eine unserer neuen Stadtführerinnen hat schon eine tolle Idee entwickelt.“ Sie will Führungen anbieten, wo sie auf geeignete, interessante und schöne Fotomotive hinweist. „Dann lernen die Teilnehmer direkt neue Seiten von Wermelskirchen kennen und können nebenbei auch noch ihre Fotos schießen.“

Stadtführerin Petra Ammon (o. l.) wartet darauf, dass sie wieder tätig werden kann.

Es gebe aber auch Gebäude wie die Kattwinkelsche Fabrik, die jede Menge Geschichten bergen. Es könnten Bezüge zum Bauhaus hergestellt werden und und und. „Ich bin selber sehr interessiert an Geschichte und lerne immer wieder dazu“, sagt Petra Ammon. Das Schöne an den Stadtführungen sei, dass man anschließend seine Stadt nicht mehr so sehe wie vorher. „Es findet ein richtiger Perspektivwechsel statt“, sagt Petra Ammon, die sich auf 2023 freut. „Dann hat Wermelskirchen sein Stadtrecht 150 Jahre. Und wir wurden schon gefragt, ob wir mit der Stadt zusammenarbeiten wollen. Das wollen wir natürlich – und hoffentlich lässt Corona es zu, dass wir das Jubiläum feiern können.“ Noch aber sitzen die Stadtführerinnen und Stadtführer in ihren Wohnungen und warten darauf, dass sie starten können.

Stadtführer

Kontakt: Interessengemeinschaft Die Stadtführer,Wolfhagener Straße 82b, 42929 Wermelskirchen, Tel. (0 21 96) 9 31 74; die.stadtfuehrer@ googlemail.com

Vorstand: Petra Ammon, Uschi Hackstein und Marianne Hürten

Führungen: Auf der Internetseite der Interessengemeinschaft sind alle Führungen aufgelistet, die die Mitglieder anbieten, beispielsweise historische, aber auch viele themenbezogene Führungen.

www.die-stadtfuehrer.de

Standpunkt: Niedrige Inzidenz nötig

Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch @rga.de

Die Stadtführerinnen und Stadtführer von Wermelskirchen warten. Sie warten darauf, dass ihnen die Corona-Pandemie wieder erlaubt, ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen. Sie führen interessierte Gruppen durch Wermelskirchen, darunter sind historische Führungen ebenso wie thematische. Dass es die Interessengemeinschaft Die Stadtführer gibt, ist ein Segen für die Stadtgemeinschaft. Denn die Stadtführerinnen und Stadtführer geben ihr Wissen weiter, das sie sich über die Jahre angeeignet haben. Und wer schon einmal an einer Stadtführung teilgenommen hat, der weiß, wie schnell eine Wirkung eintritt. Die, die Stadt mit anderen Augen zu sehen. Wer noch nie eine Stadtführung mitgemacht hat, sollte sich davon überzeugen lassen. Hoffentlich können die Stadtführerinnen und Stadtführer spätestens im nächsten Jahr wieder Gruppen durch die Stadt führen. Dann feiert die Stadt Wermelskirchen 150 Jahre Stadtrechte. Und da gibt es sicher viel zu erzählen von den ehrenamtlichen Mitgliedern der Interessengemeinschaft Die Stadtführer. Aber lohende Führungen gibt es auch darüber hinaus, sobald Corona es wieder zulässt.

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