Weihnachten 2021

Senioren feiern vorsichtig, aber gemütlich

Einrichtungsleiterin Sabine Dräxler (l.) von Carpe diem vor einem festlich geschmückten Weihnachtsbaum in der Einrichtung. Ines Odendahl, Sozialpädagogin im Haus Vogelsang, zeigt ihren Mops Anton. Der Vierbeiner ist die gute Seele der Einrichtung. Fotos: Peter Klohs
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Ines Odendahl, Sozialpädagogin im Haus Vogelsang, zeigt ihren Mops Anton. Der Vierbeiner ist die gute Seele der Einrichtung.

Weihnachten ist für die Mitarbeiter im Carpe diem und im Haus Vogelsang eine Herausforderung.

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Die Senioreneinrichtungen in Wermelskirchen haben gerade in der von Emotionen durchzogenen Weihnachtszeit eine klare Ausrichtung ihrer Arbeit: Sie möchten ihren Bewohnern ein wenig Normalität und Freude vermitteln. Das ist angesichts der sich mitunter schnell ändernden Corona-Regeln nicht immer einfach.

Vor allem im Carpe diem schaut man mit großer Vorsicht auf die kommenden Festtage, denn der im letzten Jahr grassierende große Corona-Ausbruch im Seniorenpark führte dazu, dass 2020 Weihnachten praktisch ausfiel, wie Einrichtungsleiterin Sabine Dräxler berichtet. „Wir haben die Lage in den vergangenen Wochen sehr genau beobachtet und können sagen, dass wir zur Zeit keinen Corona-Fall im Haus haben“, berichtet sie.

Trotzdem haben die Feiern und Zusammenkünfte im möglichst kleinen Rahmen stattgefunden. „Und für die, die noch anstehen, gilt das ebenfalls“, berichtet Sabine Dräxler. Die Weihnachtsfeiern wurden intern von den einzelnen Wohnbereichen im Restaurant-Café „Vier Jahreszeiten“ begangen, das dem Carpe diem angeschlossen ist. Dazu sind alle Wohnbereiche weihnachtlich geschmückt, „mit viel Liebe zum Detail“, wie die Einrichtungsleiterin anfügt.

Viel Programm für Senioren an Weihnachten im Carpe Diem

Am heutigen Heiligabend führen zwei Wohnbereiche das Rollenspiel „Once upon a christmas time“ auf. Im Dachgeschoss gibt es eine Gruppenstunde mit Bescherung. Am ersten Weihnachtstag sind bei Kaffee, Plätzchen und Kuchen Musik, die Weihnachtsgeschichte und Gedichte geplant. Ein Gottesdienst am zweiten Weihnachtstag wird für alle Interessierten auf eine große Leinwand in der Galerie übertragen. Außerdem gibt es Stollen, Kinderpunsch und selbst gebastelte Nikolausmänner.

Einrichtungsleiterin Sabine Dräxler (l.) von Carpe diem vor einem festlich geschmückten Weihnachtsbaum in der Einrichtung.

Besuch für die Bewohner ist willkommen, wenn er sich auch an gewisse Regeln halten muss. „Wichtig ist ein tagesaktueller negativer Test, ohne den das Haus nicht betreten werden darf“, erklärt Sabine Dräxler. „Bei Bedarf testen wir auch selbst. Unsere Testzeiten haben wir während der Feiertage auf 10 bis 16 Uhr ausgeweitet. Im gesamten Haus gilt Maskenpflicht. Das gilt auch für Besucher von vollständig geimpften Bewohnern. Wir sind zu fast 100 Prozent geimpft, und das ist auch total wichtig.“ Inständig hofft die Einrichtungsleiterin, dass das kommende Jahr „besser als das vergangene“ wird.

Im Haus Vogelsang war die Ausgangslage eine ganz andere. „Wir sind bisher gut durch die Corona-Pandemie gekommen“, berichtet Ines Odendahl, Sozialpädagogin in der 120 Bewohner zählenden Einrichtung. „Wir haben durch das vergangene und reibungslos verlaufene Weihnachtsfest etwas Routine gewonnen.“ Trotzdem konnten nicht alle Veranstaltungen wie geplant durchgeführt werden. Manche fielen auch einer Absage zum Opfer.

Auch Mops Anton ist traurig über das etwas andere Weihnachten

„Natürlich ist es schade, dass wir den Weihnachtstreff in Remscheid nicht besuchen konnten“, sagt Odendahl, „aber die Gesundheit unserer Bewohner geht nun mal vor.“

Was in der Einrichtung schmerzlich vermisst wird, ist der Besuch von Kindern. „Sonst hatten wir immer den benachbarten Kindergarten hier“, erinnert sie sich, „und die Sternsinger kamen vorbei. Das alles ist aktuell nicht möglich, und das fehlt sehr.“

Auch Mops Anton, der von allen Bewohnern geliebt wird, schaut traurig. Viele kleine Konzerte hat es in der Adventszeit gegeben, alle als Fensterkonzerte gestaltet, bei denen die Musikanten vom Außengelände quasi in das Haus hineinspielen. „Und statt einer großen Weihnachtsfeier gab es fünf oder sechs kleine, was manchen Demenzkranken unter unseren Bewohnern sehr entgegenkam. Die fühlen sich in kleineren Gruppen wohler.“

Für Besucher gelten die gleichen Regeln wie im Carpe diem: Ohne gültigen und negativ ausgefallenen Test kein Zutritt, es gilt Maskenpflicht im Haus. „Und trotz aller Einschränkungen fühlen sich unsere Bewohner auch an Weihnachten wohl.“ | Standpunkt

Regeln

Die im Text beschriebenen Regeln, die beim Besuch der Einrichtungen gelten, können tagesaktuell abweichen. Besucher werden gebeten, sich aktuell zu informieren. Auch die Internetseiten der Einrichtungen können zurate gezogen werden.

Standpunkt: Neue Traditionen

Kommentar von Katharina Birkenbeul

katharina.birkenbeul@solinger-tageblatt..de

Das Coronavirus überschattet auch in diesem Jahr die Adventszeit und die weihnachtlichen Feiertage. So sind auch wieder die Senioren in den Altenheimen die Leidtragenden. Keine großen Feiern, kein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt und kein Besuch von Kindergruppen, die ihnen jedes Jahr ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Doch, auch wenn es traurig klingt, es ist die einzig richtige Entscheidung in dieser Zeit der Pandemie. Denn auch trotz Impfungen und Hygienemaßnahmen müssen die Senioren, genauso wie auch alle anderen Menschen, vor einer Ansteckung mit dem Virus so gut es irgendwie geht geschützt werden. Aber nur, weil es zum zweiten Mal ein anderes Weihnachten als sonst ist, muss es nicht schlecht sein und kann mit neuen und kreativen Ideen mindestens genauso schön werden. Das sieht man etwa an dem Programm, das sich die Mitarbeiter der Senioreneinrichtung Carpe diem ausgedacht haben. Vielleicht entwickeln sich durch die Pandemie auch neue Traditionen. Ich wünsche allen frohe Weihnachten!

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