Pandemie

Rosenmontagszug soll stattfinden

Trubel im Dorf zum Karneval, möglicherweise gibt es das auch 2022 wieder. Archivfoto: Roland Keusch
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Trubel im Dorf zum Karneval, möglicherweise gibt es das auch 2022 wieder.

Veranstalter sind noch skeptisch, ob die Corona-Schutzverordnung im Februar nicht eine andere sein wird.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die Wellen schlagen wegen der steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie gerade wieder hoch. Simon Kempf vom Dabringhauser Festausschuss versucht trotzdem, gelassen zu bleiben. Der neue Zugleiter des Dabringhauser Rosenmontagszuges bereitet sich – trotz allem – gerade auf seinen ersten Einsatz im Dabringhauser Karneval vor. Und hofft dabei auf ein kleines Wunder: „Aus jetziger Sicht darf der 44. Rosenmontagszug im Februar stattfinden“, sagt der 48-Jährige, der im Jahr 2004 nach Dabringhausen zog. Er habe gerade mit dem Wermelskirchener Ordnungsamt alles besprochen. Sicher gäbe es Auflagen. Aber stattfinden, das sagt Kempf, könne der Zug aus heutiger Sicht.

Der Zug würde gemäß der dann aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung unter der 3G-Plus-Regel durchgeführt, erklärt Kempf. Das heißt: Sowohl die Zugteilnehmer als auch die Besucher müssen geimpft oder genesen sein oder einen negativen PCR-Test vorweisen. „Es werden vom Veranstalter in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt stichprobenartig Kontrollen bei Zugteilnehmern und Zuschauern durchgeführt“, sagt der Zugleiter.

Simon Kempf hat das Zoch-Zepter in der Hand.

Anmeldungen für den Dabringhauser Rosenmontagszug nimmt Simon Kempf ab sofort entgegen. Und es gibt auch schon zwei: Das „Dabringhauser Allerlei“ und eine Fußgruppe aus Stumpf haben bereits ihre Teilnahme zugesagt – sollte das Spektakel denn stattfinden können. „Änderungen gemäß der Corona-Schutzverordnung müssen wir natürlich immer berücksichtigen“, unterstreicht er.

Große finanzielle Einbußen würde das für den Dabringhauser Festausschuss nicht bedeuten: „Die Teilnehmer organisieren das ja alles selbst. Aber für sie wäre es natürlich schade, wenn das Ganze abgesagt werden müsste. Sie stecken ja jedes Jahr eine Menge Arbeit in ihren Auftritt.“ Anmeldeschluss für die Teilnahme ist der 21. Januar 2022.

Einen Straßenkarneval, wie er sonst stattfindet, soll es allerdings 2022 nicht geben. Kempf: „Normalerweise feiern die Jecken ja nach dem Zug noch im Dorf weiter und kehren dann später in der Hofburg oder im Markt 57 ein. Das hat das Ordnungsamt für dieses Mal nicht genehmigt, weil die Kontrollmöglichkeiten so nicht gegeben wären.“

Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

Simon Kempf, Zugleiter

Simon Kempf, der bereits 2020 den Posten des Zugleiters beim Festausschuss von Vorgängerin Elke Fröhlingsdorf übernahm, hofft auf ein Happy End. „Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.“

Ein wenig skeptischer ist Festausschuss-Vorsitzender Peter Eickhoff. „Wenn man sich die aktuelle Entwicklung anschaut, bin ich mir nicht sicher, ob wir das machen können. Es sind ja nicht nur die Vorgaben, wir übernehmen ja auch eine gewisse Verantwortung für Teilnehmer und Gäste“, sagt er. „Ich denke, wir müssen uns das weiter anschauen und dann spontan entscheiden.“ Immerhin hatte der Festausschuss die Prinzenproklamation, die normalerweise im November in Dabringhausen gefeiert wird, bereits auf den Januar verschoben. Allein das Dreigestirn, Wilfried „Fiffi“ Frowein, Roger Rehbold und Holger Schüller, hatte sich vorige Woche schon mal formiert und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Anmeldungen für den 44. Rosenmontagszug am 28. Februar gehen per E-Mail an Simon Kempf: zugleiter@dbh-fa.de

Termine

Der 44. Dabringhauser Rosenmontagszug ist für diese Session am 28. Februar geplant. Ab 10.30 Uhr soll sich dann der närrische Zug vom Höferhof aus Richtung Dorf bewegen. Vom Dorfkern geht es dann in die Ring- und Südstraße und dann wieder zurück Richtung Höferhof. Dieses Jahr musste der Zug wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Für 2022 hoffen die Karnevalisten, dass sie am Rosenmontag etwas feiern dürfen.

Für den 8. Januar ist die Prinzenproklamation geplant, für den 20. Februar der Kinderkarneval, für den 26. Februar „Wir unter uns“ und für den 28. der Zug.

Standpunkt

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Es klingt komisch, dass angesichts der immer weiter steigenden Corona-Infektionszahlen im beschaulichen Dabringhausen über Karneval nachgedacht wird. Sicher wird es auch wieder Kritiker auf den Plan rufen, die dafür kein Verständnis haben. Aber es ist nun mal die Aufgabe des Festausschusses, den Karneval auszurichten. Und bisher gibt es vonseiten des Ordnungsamtes dazu kein Veto. Da ist es nur verständlich, dass – erst einmal – geplant wird. Das war ja bei der Wermelskirchener Kirmes ähnlich. Peter Eickhoff, Vorsitzender des Festausschusses, macht aber keinen Hehl daraus, dass es ihm „mulmig zumute“ und dass er keineswegs sicher ist, dass das Ganze stattfinden wird. Er spricht von Verantwortung, die die Dabringhauser Veranstalter durchaus sehen. Es ist nicht zu verurteilen, dass die Karnevalisten es erst einmal dabei belassen und abwarten wollen. Absagen, das hat Zugleiter Simon Kempf betont, kann man immer noch. Auch kurzfristig. Aber die Dabringhauser sind eben Optimisten. Und vom Träumen von einem unbeschwerten Rosenmontagszug, wie wir in aus dem Dorf kennen, ist noch keiner erkrankt.

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