Skater, Biker und Scooterfahrer

Rollsportler möchten endlich loslegen

Alles ist vorbereitet, aber die Nutzung des Geländes in Zenshäuschen ist noch verboten. Foto: Marc Spies
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Alles ist vorbereitet, aber die Nutzung des Geländes in Zenshäuschen ist noch verboten.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Vereinsaktive warten ungeduldig auf die Eröffnung des Jugendfreizeitparks

Wermelskirchen. Stellen wir uns einen Sommerabend kurz nach 18 Uhr in der Nähe von Zenshäuschen vor. In der Abendsonne sähe man Skater, Biker und Scooterfahrer, die auf dem Gelände des Jugendfreizeitparks ihre Runden drehen würden. Leise wäre das Klacken der Boards zu hören. Etwas versetzt dahinter, auf dem Multifunktionsfeld spielten ein paar Jugendliche Basketball. Es könnte so schön sein – ist es aber nicht.

Wäre es aber so, würde Jonas vom Stein vom CVJM am liebsten „sofort rübergehen und mit den Jugendlichen arbeiten“, sagt er. Aber das ist nicht möglich, weil das Feld offiziell noch gar nicht eröffnet ist. Wie berichtet, hatte eine Anwohnerklage gegen den angrenzenden Radweg dazu geführt, dass sich die Eröffnung weiter verschiebt. Der Radweg ist der Zuweg zum Park und gehört daher dazu.

Die Aktiven der Vereine Rollrausch, Flipoff und CVJM ärgert das maßlos. „Wir finden es natürlich bedauerlich, dass die Sommerferien verstreichen, ohne dass wir den Jugendfreizeitpark so nutzen können, wie das geplant war.“

Skateanlage im ehemaligen Freizeitpark zieht Jugendliche aus ganz NRW an

Das bedauern auch Streetworker Marc Spies und Stadtjugendpflegerin Katja Töbelmann. „Der Park ist bereits vom TÜV geprüft“, sagt Marc Spies. Nun müsste nur noch der Hang zur B 51n abgesichert werden und es könnte losgehen. „Mit Bürgermeisterin Marion Lück ist auch abgesprochen, dass wir, sobald das Gerichtsverfahren beendet ist, mit einer ganz kleinen Eröffnungsfeier sofort loslegen“, kündigt Katja Töbelmann an. Noch steht aber gar nicht fest, wann das möglich sein könnte.

Dass die Anlage schon jetzt so beliebt bei den Rollsportlern ist, liege an deren Konzeption, sagen die Experten. „Soweit wir das jetzt schon aus der Ferne beurteilen können, hat der ehemalige Bürgermeister Rainer Bleek nicht zu viel versprochen, als er damals von der Champions League der Skateanlagen sprach“, sagt Kai Hämmerling vom Verein Flipoff. Die Rollsportler würden sich über soziale Netzwerke austauschen. „Wenn dann einer ein Foto von so einer Anlage postet, kommen die Leute natürlich.“ Und zwar aus ganz Nordrhein-Westfalen, wie Hämmerling vermutet.

Rampe am Bahndamm wird von Rollsportlern instandgehalten

Adam Glosnicki von Flipoff weiß, dass die Wermelskirchener Rollsportler bisher ausweichen mussten, um ihr Hobby zu betreiben. „Vergleichbare Anlagen gibt es im Umkreis nicht, eine etwas ähnliche in Köln-Ehrenfeld“, sagt Glosnicki. Er erwähnt indes noch die Rampe am Bahndamm, die seit 2013 intensiv von verschiedenen Rollsportgruppen gemeinsam genutzt und von den Vereinen Flipoff und Rollrausch selbst instandgehalten wird.

„Dass das so ist, zeigt auch, dass die Rollsportler in der Regel verantwortungsbewusst mit Dingen umgehen, die ihnen anvertraut werden“, betont Katja Töbelmann. „Wir gehen davon aus, dass das auch beim Freizeitpark so sein wird.“

Zuletzt hatten sich Anwohner in Zenshäuschen über abendlichen und nächtlichen Lärm auf der Anlage beschwert. „Das waren mit Sicherheit aber keine Rollsportler“, betont Kai Hemmerling. Denn mit Anbruch der Dunkelheit könnten die ja ihren Sport gar nicht mehr ausüben.

Auf der Anlage sollen sich alle Generationen treffen und Sport treiben können

Katja Töbelmann und Streetworker Marc Spies halten auch nichts davon, den Freizeitpark einzuzäunen und nur zu bestimmten Zeiten zu öffnen, wie es Kommunalpolitiker vorgeschlagen hatten. „Das widerspräche unserem Konzept von einer offenen Anlage, auf der sich alle Generationen treffen und miteinander Sport treiben und kommunizieren können“, sagt Töbelmann. „Wir möchten gezielt Jugendliche ansprechen und sie mitmachen lassen“, sagt Jonas vom Stein, der sich schon auf Inlinehockey mit seiner CVJM-Mannschaft, aber auch mit interessierten Jugendlichen freut.

Auch sei angedacht, Familien mit kleineren Kindern anzusprechen. „Auf dieser Anlage können schon die Kleinsten viel lernen“, ist Adam Glosnicki sicher. Sie müsste eben nur bald öffnen.

Radfahrer

Auch Frank Schopphoff, passionierter Radsportler des ADFC Wermelskirchen, würde lieber heute als morgen das Gelände für Freizeitsportler freigeben. „Auch die Radfahrer und Sportler auf der Trasse fragen sich natürlich, warum sie ein solch schönes Stück Balkantrasse immer noch nicht nutzen dürfen“, sagt er. Langfristig wünsche er sich am Freizeitpark eine Art Unterstand mit Hinweistafeln auf Gastronomie und Wegweiser. „Den Unterstand könnten ja auch die Rollsportler nutzen“, schlägt Schopphoff vor.

Standpunkt: Es wird jetzt Zeit

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga.de

Die Rollsportler sind zu Recht ungeduldig. Zwar nutzen einige Skater, Scooterfahrer und BMX-Fahrer die Anlage in Zenshäuschen schon. Erlaubt ist das aber eigentlich noch nicht. Und: Angebote können nicht stattfinden. Die Vereinsaktiven und der Streetworker können nicht wie gewünscht ihrem Hobby nachgehen, und sie können zudem nicht auf die Jugendlichen zugehen, sie einladen, mitmachen lassen beim Inline-Hockey oder Basketballspielen. Und das alles wegen der Klage eines Anwohners gegen den vorbeiführenden Radweg. Dabei machen Radler doch in der Regel gar keinen Lärm. Über den Lärm, der jüngst auf dem Gelände des Jugendfreizeitparks für Ärger sorgte, muss man indes sprechen. Sinnvoll wäre es, den Aufenthalt auf der Anlage via Hinweisschild zum Beispiel nur bis 22 Uhr zu gewähren. Darüber ließe sich sicher auch mit den Jugendlichen reden. Wichtig wäre aber zunächst, den Freizeitpark endlich öffnen zu lassen, damit sich endlich jene aktiv einbringen können, die das Ganze mit viel Engagement konzipiert haben. Erst dann kann der Park, für den so viele gespendet haben, sein Potenzial entfalten.

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