Maschinenteileproduzent

Rasspe Systemtechnik: Es herrscht ein gutes Betriebsklima

Werkleiter Andreas Acimas (v. l.), Betriebsrat Guiseppe Conoscenti, Giovanni Saltarelli (48,5 Jahre im Betrieb), Harald Knipper (50,5 Jahre im Betrieb), Abteilungsleiter Andreas Mombaur und Personalleiter Frank Knieps. Foto: Susanne Koch
+
Werkleiter Andreas Acimas (v. l.), Betriebsrat Guiseppe Conoscenti, Giovanni Saltarelli (48,5 Jahre im Betrieb), Harald Knipper (50,5 Jahre im Betrieb), Abteilungsleiter Andreas Mombaur und Personalleiter Frank Knieps.

Langjährige Betriebsangehörige gehen in den Ruhestand.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Eines fällt direkt auf: Das Klima in der Group Schumacher, zu der auch Rasspe Systemtechnik gehört, stimmt. Es ist gut, der Ton ist locker. „Hier herrscht ein gutes Betriebsklima“, sagt auch Personalleiter Frank Knieps. „Wir sind kein Garten Eden und haben auch unsere Streitpunkte. Aber die Fluktuation im Unternehmen nähert sich der Null.“ Und das sei ein gutes Zeichen.

Zur Gruppe Methusalem – lange zugehörige Mitarbeiter – gehört auch Betriebsratsmitglied Guiseppe Conoscenti. Er arbeitet schon 37 Jahre bei Rasspe. Der Grund für die Pressekonferenz: Zwei Mitarbeiter verlassen die Firma Ende Januar, weil sie offiziell in den Ruhestand gehen. Harald Knipper nach 50,5 Jahren und Giovanni Saltarelli nach 48,5 Jahren. Er wird aber ab 1. Februar sogar noch mit einem neuen Vertrag ein paar Stunden die Woche weiter arbeiten.

Unsere ganz schwierige und schwarze Zeit kam 1999, da ging unser Unternehmen in die Insolvenz.

Harald Knipper, bald Rentner

„Ich habe 1971 in der Lehrwerkstatt bei Rasspe in Stöcken in Solingen angefangen“, sagt Harald Knipper. „Damals arbeiteten auf dem riesigen Gelände 1200 Menschen.“ Giovanni Saltarelli ergänzt: „Es war aber eine körperlich schwere und oft sehr anstrengende Arbeit.“

„Unsere ganz schwierige und schwarze Zeit kam 1999, kurz vor der Jahrhundertwende, da ging unser Unternehmen in Insolvenz“, erklärt Harald Knipper. „Wir wussten nicht, wie es weitergehen wird, ob wir morgen noch einen Job haben oder ob wir uns an der Kamper Straße in Solingen beim Arbeitsamt wiederfinden würden“, sagt Giovanni Saltarelli. „Unser ganz großer Dank gilt bis heute der Familie Schumacher, die Teile von unserem Unternehmen übernommen und uns so gerettet haben.“

2008 ist die Rasspe Systemtechnik GmbH nach Wermelskirchen ins Industriegebiet an der Albert-Einsstein-Straße gezogen. Jetzt arbeiten an diesem Standort 170 Menschen. „In das Unternehmen wurde eine Menge Geld investiert, um es technisch auf den neusten Stand zu bringen. „Wir sind heute Weltmarktführer bei den Knoterern“, die wir hier produzieren“, sagt Werkleiter Andreas Acimas. „Wir verkaufen sie an alle namhaften Firmen auf der Welt.“ Die Knotertechnik sei das Hauptgeschäft des Unternehmens. Im kleinen Modell mit kleinen Strohballen in der Vitrine ist zu sehen, was im großen damit passiert, sie werden zusammengebunden und es werden Knoten gemacht. „Unser Ziel ist es, die Technologie- und Marktführerschaft im Bereich Bindetechnik zu erhalten und weiter auszubauen. Darüber hinaus werden wir uns jedoch genauso intensiv um unsere anderen Produktgruppen, die Strohhäckslermesser und Rotormäherklingen, kümmern“, betont Andreas Acimas.

Kochen ist das Hobby der beiden künftigen Ruheständler

Die künftigen Ruheständler befassen sich aber auch schon mit ihrer Zukunft. Harald Knipper will sich erst einmal einen Monat ausruhen und nichts tun. „Danach möchte ich mich sportlich betätigen, mit Wandern, Joggen und Nordic Walking und ich werde mich bei der Solinger Tafel engagieren. Und – ich werde kochen und mir nicht nur mein Essen bestellen.“ Kochen, das ist auch eine Sache, mit der sich ein Giovanni Saltarelli beschäftigen will. Er zählt auf: „Spaghetti und Lasagne. Mein großes Hobby ist aber mein Garten, ich liebe die Natur und dort habe ich immer etwas zu tun.“ In Italien in der Provinz Campobasso an der Adriaküste besitzt er ein weiteres Grundstück sogar mit Olivenbäumen. „Ich komme aus einer Bauernfamilie, das merke ich bis heute.“

Im Betrieb summen und brummen die Maschinen, Schlagen ist zu hören. Heute werden die schwierigen Arbeiten unterstützt durch CNC-Technik, durch Roboter und modernste Maschinen. „Hier sind Welten passiert“, sagt Harald Knipper. „Die Arbeit ist körperlich viel leichter geworden.“

Rasspe

Die Rasspe Systemtechnik GmbH ist ein Produzent landwirtschaftlicher Maschinenteile mit Sitz in Wermelskirchen. Das Unternehmen mit dem Warenzeichen der Pfeife beschäftigte am Standort Solingen zeitweilig mehr als 1000 Menschen und zählte so im 20. Jahrhundert zu den größten Fabriken der Stadt. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde Rasspe durch die Group Schumacher übernommen und die Produktion in deutlich verkleinerter Form nach Wermelskirchen verlagert.

Standpunkt: Ein schöner Abschied

Ein Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Die Firma Rasspe Systemtechnik hat ein sehr gutes Betriebsklima. Das merkt man unter anderem auch daran, dass das Unternehmen die Medien zum Abschied von zwei langjährigen Mitarbeitern eingeladen hat. Harald Knipper arbeitete 50,5 Jahre bei Rasspe. Und Giovanni Saltarelli 48,5 Jahre. Beide haben in Solingen in Stöcken angefangen zu arbeiten. Und gerieten dann Ende des 20. Jahrhunderts in die dunklen und schwarzen Zeiten des Unternehmens. Die Firma Rasspe meldete 1999 Insolvenz an. Auch wenn nur ein kleiner Teil der ehemaligen Mitarbeiter von der Group Schumacher übernommen wurde – für die, die 2008 nach Wermelskirchen gezogen sind, war das eine wirkliche Chance. Heute wird man wahrscheinlich immer weniger Menschen finden, die so lange bei einem Unternehmen gearbeitet haben. Die beiden Ruheständler freuen sich auf ihre arbeitsfreie Zeit. Die ist ihnen wirklich gegönnt. Beiden wünsche ich ein langes gesundes Leben, um auch noch ihren Ruhestand lange genießen zu können und die Dinge tun zu können, die sie sich immer erträumt haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Lina hat beim Lesen die Nase vorn
Lina hat beim Lesen die Nase vorn
Lina hat beim Lesen die Nase vorn
Pfarrer Poersch konfirmiert  zwei Gruppen
Pfarrer Poersch konfirmiert  zwei Gruppen
Pfarrer Poersch konfirmiert  zwei Gruppen

Kommentare