Verkehr

Polizei: Weniger Verletzte bei Unfällen

Die Nutzung von E-Bikes erfordert einige Kenntnisse. Die Polizei unterstützt mit Trainings, auch für Senioren. Archivfoto: Roland Keusch
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Die Nutzung von E-Bikes erfordert einige Kenntnisse. Die Polizei unterstützt mit Trainings, auch für Senioren.

Insgesamt gibt es für 2021 eine positive Bilanz. Motorrad-, E-Bike- und Pedelecfahrer stehen weiter im Fokus.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Es gibt auch noch einige gute Nachrichten in diesen Tagen. Zum Beispiel die, dass die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Rheinisch-Bergischen Kreis im Jahr 2021 einen Niedrigstand seit etwa zehn Jahren erreicht hat. Das teilten Landrat Stephan Santelmann und Thomas Schliwitzki von der Verkehrswacht der Polizei am Montagvormittag mit.

Laut aktuell vorliegender Verkehrsstatistik passierten im Jahr 2021 insgesamt 7298 Unfälle. Diese Zahl sei zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, aber es gab eben nicht mehr so viele Verletzte. Verkehrsunfälle mit Personenschäden seien mit 800 Unfällen auf einem Tiefststand. „Aber 976 dabei verunglückte Menschen sind immer noch zu viel und verpflichten uns, die Bemühungen zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen Abstand und Geschwindigkeit weiter voranzutreiben und bei Kontrolle und Prävention nicht nachzulassen“, sagte Stephan Santelmann.

Auch die Zahl der Jugendlichen, die sich bei einem Verkehrsunfall verletzten, sei um ein Drittel gesunken.

Sechs Verkehrstote gab es im Jahr 2021 im Kreis: Zwei von ihnen Fußgänger, zwei Beifahrer und zwei Helfer, die nach einem Unfall unterstützen wollten und dann selbst von einem Fahrzeug erfasst wurden. „Die Prävention für Unfälle bei Motorradfahrern müssen wir weiter verfolgen“, sagte Thomas Schliwitzki. Zwei Tote und 33 Schwerverletzte – das sei immer noch viel zu viel. Mit Aktionen wie „Kaffee und Knöllchen“, bei denen die Polizei anlässlich von Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen mit den Motorradfahrern ins Gespräch kommt, sollen sie für die Gefahren sensibilisiert werden. Die nächste „Kaffee und Knöllchen“-Aktion der Polizei ist für den 3. April geplant.

160 verunglückte Senioren gab es 2021 im Kreis. „Vielfach lag die Unfallursache beim Rückwärtsfahren“, sagt Thomas Schliwitzki. Dass die Zahl der Senioren im Straßenverkehr zunehme, habe verschiedene Ursachen. Unter anderem den demografischen Wandel, „aber auch die Tatsache, dass immer mehr Senioren mit Pedelecs oder E-Bikes unterwegs seien und deren Geschwindigkeit oft unterschätzen“, erklärt Schliwitzki. So waren 34 von 89 verunglückten Pedelec-Fahrern Senioren. „Die Dunkelziffer wird höher sein, weil ja nicht bei jedem Fahrradunfall die Polizei oder der Rettungsdienst hinzugezogen werden“, vermutet Schliwitzki.

Präventionsmaßnahmen gibt es auch in diesem Bereich: Die Polizei des Kreises veranstaltet zusammen mit Trägern wie der Stadt Bergisch Gladbach regelmäßig Pedelec-Kurse speziell für Senioren, um die Handlungssicherheit zu erhöhen, aber die Zweiräder trotzdem weiter attraktiv zu halten. Auch auf der Balkantrasse solle es in den Sommermonaten wieder gemeinsame Aktionen für Radfahrer geben – zusammen mit den Polizei aus Remscheid und dem Oberbergischen Kreis.

Junge Erwachsene im Blick behalten

Im Blick haben müsse man weiterhin die jungen Erwachsenen im Straßenverkehr, unterstrich Thomas Schliwitzki. Zwar habe sich die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen sie beteiligt waren, im Jahresvergleich auch etwas reduziert. „Aber auch 113 verletzte junge Erwachsenen sind in Relation zu ihrer Teilnahme am Straßenverkehr zu viele.“ „JuSiMo“ heißt ein Präventionsprogramm, das die Polizei im Kreis seit einiger Zeit für diese Altersgruppe anbietet. „Wir kommen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch, die schon einmal im Straßenverkehr auffällig geworden sind, erzählt Thomas Schliwitzki. „Und wir klären über Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen auf.“ Häufig sei es überhöhte Geschwindigkeit, die in dieser Altersgruppe zu Unfällen führe. Aber auch die zum Teil schwierige und unübersichtliche Straßentopographie, gerade in ländlichen Regionen, wie zum Beispiel der Umgebung von Wermelskirchen.

Pedelecs

Bereits 2020 markierte die Zahl an Verunglückten der Fahrrad- und Pedelec-Nutzenden mit 291 einen neuen Rekordwert. Die Zahl der verletzten Pedelecfahrenden ist nur um 3 zurückgegangen und liegt mit 89 auf gleich hohem Niveau wie 2020. Im Rahmen der Fahrradausbildung an Schulen werden die Kinder mit Pedelecs genauso betreut wie die fahrradfahrenden Kinder. Kurse für Seniorinnen und Senioren wurden gerade bereits erwähnt.

Standpunkt: Prävention zeigt Wirkung

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Natürlich ist die rückläufige Zahl der Unfallopfer auch auf die langen Lockdowns während der Corona-Pandemie zurückzuführen. Das räumt die Polizei auch ein. Während der vergangenen zwei Jahre waren einfach nicht so viele Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs wie sonst. Dennoch macht sich sicher auch die Vielfalt an Präventionsaktionen der Polizei bemerkbar. Die gibt es sowohl für Motorradfahrer als auch für Senioren und junge Erwachsene, die allesamt mit ganz unterschiedlichen Widrigkeiten auf den Straßen zu tun haben. Die Motorradfahrer unterschätzen manchmal schlechte Sicht bei Überholvorgängen, was schon zu tragischen Unfällen mit oft fatalen Folgen für deren Opfer zur Folge hatte. Die Senioren überschätzen wiederum ihre Fahrtüchtigkeit manchmal – sowohl beim Auto- als auch beim E-Bike-Fahren. Und die jungen Erwachsenen bringen oft noch nicht die nötige Fahrpraxis mit, um brenzlige Situationen einschätzen zu können. Damit sie alle zusammen im Straßenverkehr gut zurechtkommen, sollten sie sich nicht scheuen, dazuzulernen.

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