Veränderte Regeln vereinfachen vieles

Neue Verordnung: Kirmes findet statt

Kirmes und Krammarkt wird es, wenn auch in etwas abgespeckter Form, auch dieses Jahr geben. Archivfoto: Michael Schütz
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Kirmes und Krammarkt wird es, wenn auch in etwas abgespeckter Form, auch dieses Jahr geben. Archivfoto: Michael Schütz
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Gastronomen, Kulturschaffende und Sportler sind erleichtert.

Wermelskirchen. Da ist Paul Engelbracht am Dienstagmittag ein Stein vom Herzen gefallen. Seit über drei Monaten plant der stellvertretende Ordnungsamtsleiter, den viele Wermelskirchener wegen seines großen Engagements auch liebevoll „Mister Kirmes“ nennen, die etwas andere Herbstkirmes, die vom 3. bis 12. September auf dem Schwanenplatz stattfinden soll und erst seit Dienstag steht fest auch stattfinden darf.

Denn das Land Nordrhein-Westfalen hat wie vielfach berichtet seine neue Coronaschutzverordnung herausgegeben. Demnach werden die meisten Inzidenzstufen im Pandemiegeschehen aufgehoben. Ab einer Inzidenz von 35, die der Rheinisch-Bergische Kreis wie die meisten Landkreise und kreisfreien Städte seit einigen Tagen bereits erreicht hat, gelten indes strengere Regeln. So dürfen in Innenräume und zu größeren Veranstaltungen nur noch Getestete, Geimpfte und Genesene (3-G-Regel). Aber die dürfen.

„Wir werden mit Einlasskontrollen arbeiten“, sagt Engelbracht. Die gelten dann am Schwanenplatz und an der Jörgensgasse und der Schillerstraße, wo am Wochenende des 4. und 5. Septembers der Krammarkt stattfinden wird.

1500 Besucher dürfen gleichzeitig auf das Gelände der Kirmes

Laut Verordnung dürfen an Großveranstaltungen im Freien bis zu 2500 getestete, geimpfte oder genesene Menschen teilnehmen. „Wir werden es aber erst einmal mit 1500 versuchen“, kündigt Paul Engelbracht an. „Die Security-Leute am Eingang können dann immer noch entscheiden, ob es vielleicht etwas mehr werden können.“ Immerhin müsse man aber auch das Personal, etwa am Autoscooter, mitrechnen.

Besonders freut sich Engelbracht, dass der Krammarkt stattfinden kann. Wenn auch etwas abgespeckt, mit etwa 65 Händlern. „Die freuen sich immer besonders auf die Wermelskirchener Kirmes, und für die Wermelskirchener gehört der Markt auch einfach dazu“, sagt er.

Freuen dürfen sich die Wermelskirchener auf viele Waren, aber auch Kulinarisches. So wartet am Ende der Jörgensgasse etwa Lars Röntgen mit dem Team des Bergischen Löwen auf. Es gibt zudem Currywurst und Reibekuchen.

Paul Engelbracht ist die Freude darüber anzumerken, dass die Kirmes jetzt doch stattfinden kann. Große Unsicherheitsfaktoren gibt es nicht mehr, denn die neue Coronaschutzverordnung des Landes NRW, die am Freitag in Kraft tritt, gilt zunächst bis 17. September, und dann wird diese besondere Wermelskirchener Kirmes gelaufen sein.

Auch Gastronomen, Kulturschaffende und Fitnessstudiobetreiber sowie Sportvereine sind erleichtert

Aber auch Gastronomen, Kulturschaffende und Fitnessstudiobetreiber sowie Sportvereine sind erleichtert, dass es mit einigen Regeln weitergehen kann.

Christian Warnke (Hotel Zum Schwanen) blickt trotz steigender Inzidenzen hinsichtlich der neuen Coronaschutzverordnung recht optimistisch in die Zukunft. „Wir müssen die Innengastronomie nicht schließen, das ist für uns schon mal ein Lichtblick“, sagt er. Seine Gäste seien im Großteil verständnisvoll, was die so genannte 3-G-Regel angeht. „Wir hatten es auch in der Vergangenheit schon mal, dass wir jemandem keinen Eintritt gewähren konnten, weil er zum Beispiel noch keinen vollständigen Impfschutz hatte. Die meisten können das nachvollziehen – und viele sind ja inzwischen auch schon geimpft.“ Warnke würde sich wünschen, „dass das Pandemiegeschehen irgendwann in den Alltag integriert wird, sich alle noch vorsehen und die Schutzmaßnahmen und Hygieneregeln einhalten, aber das gesellschaftliche Leben so normal wie möglich weiterlaufen kann.“

Ähnlich sieht das Andreas Neumann (Fitnessstudio Clever Fit an der Eich). „Bei uns sind viele Kunden schon geimpft, das können wir in der Kartei sehen. Und die meisten zeigen großes Verständnis für die Regeln.“ | Standpunkt

Corona-Fallzahlen

Im Kreis sind 43 weitere Corona-Fälle bekannt geworden. Das teilt das Gesundheitsamt am Mittwoch mit: 17 in Bergisch Gladbach, sechs in Burscheid, drei in Kürten, vier in Leichlingen, fünf in Overath, drei in Rösrath und fünf in Wermelskirchen. Sieben Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, befinden sich aktuell in einem Krankenhaus in stationärer Behandlung, davon eine in intensivmedizinischer Betreuung. Die tagesaktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) nun bei 62,1.

Standpunkt: Gute Nachrichten

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga.de

Große Erleichterung dürfte wohl bei den meisten am Dienstag geherrscht haben. Vor allem aber bei Veranstaltern, Gastronomen, Kulturschaffenden und Gewerbetreibenden. Im Groben steht in der neuen Coronaschutzverordnung des Landes NRW nämlich: Das gesellschaftliche Leben kann weitergehen. Zwar mit Einschränkungen für jene, die sich noch nicht haben impfen lassen, weil sie es nicht möchten oder nicht können. Sie müssen sich vor Eintritt in ein Restaurant, zu einem Fest oder zum Sport in Innenräumen testen lassen. Aber zumindest, und das ist das Entscheidende, werden Restaurants und Sportstätten sowie Kulturbetriebe nicht wieder auf unbestimmte Zeit geschlossen. Und das ist auch gut so. Denn jetzt, da ein Großteil der Bevölkerung – in Rhein-Berg sind es über 60 Prozent – den Impfschutz haben, wird die Gefahr überfüllter Kliniken und Intensivstationen gemindert. Und jene, die nun alles getan haben, um vulnerable Gruppen, aber auch sich selbst zu schützen und das Infektionsgeschehen möglichst niedrig zu halten, haben ein Anrecht darauf, wieder halbwegs normal zu leben. Und das ist so heilsam.

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