Beteiligung der Öffentlichkeite

Landschaftsarchitekten stellen Pläne für Hüpp-Anlage vor

Trotz des regnerischen Wetters beteiligten sich Samstag viele Bürgerinnen und Bürger an der Begehung des Parks. Foto: Doro Siewert
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Trotz des regnerischen Wetters beteiligten sich Samstag viele Bürgerinnen und Bürger an der Begehung des Parks.

Viele Bürger wollten wissen: Wie soll die Hüpp-Anlage künftig aussehen?

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Wie die Hüpp-Anlagen zwischen der Berliner Straße und dem Eifgen künftig aussehen sollen, ist nicht nur eine Frage für die Stadtverwaltung und das für die Planung beauftragte Kölner Architekturbüro „urbangestalt“, sondern auch für die Wermelskirchener Bürger. Denn die Beteiligung der Öffentlichkeit ist nicht nur uneingeschränkt erwünscht, sondern auch durch das Bundesbaugesetz (§3, 1) gefordert.

Am Samstagmorgen wurden die Pläne für die rund einen Kilometer lange grüne Lunge der Stadt im Rathaussaal vorgestellt. Nachdem die anwesenden Landschaftsarchitekten mit interessierten Wermelskirchener Bürgern einen Teil des Gebietes bei grauem und nieseligem „bergischen“ Wetter erwandert hatten, wurden anschließend die Pläne von „urbangestalt“ visuell aufbereitet dargestellt.

Auf dem Podium im Rathaussaal hatten sich Stadtplaner Florian Neßke, der Technische Beigeordnete Thomas Marner, Johannes Böttger von „urbangestalt“ sowie Burkard Dewey von der Architektenkammer NRW rund um die Bürgermeisterin Marion Lück postiert.  Landschaftsarchitekt Johannes Böttger stellte zu Anfang der Planvorstellung fest, dass „wir Kölner ganz schön neidisch auf Sie in Wermelskirchen sind“. Das Hüpptal ist ein Geschenk“, meinte er. Das Projekt „Gestaltung des Hüpptales“ sei kein normales Projekt, teilte Böttger mit und stellte der interessierten Öffentlichkeit im Maßstab 1:1000 auch visuell die Vision der Architekten vor.

Die Hüpp-Anlagen sollen danach an der Berliner Straße mir einem sogenannten Auftaktpark beginnen. Dazu gehört der Auftaktplatz mit etwas 1200 Quadratmetern Größe, über den man auf drei Terrassen direkt in das Hüpptal gelangt. Ebenso gehört ein Generationenspielplatz („Für Menschen von 0 bis 99“), eine Fitness-Station sowie ein Abenteuerspielplatz dazu. Das von Johannes Böttger dargebotene Bildmaterial entpuppte sich als sehr eindrückliche, urbane Vision eines Parkeingangs.

Eine Brunnenebene, deren Fläche im Sommer ein Becken und im Winter ein Aufenthaltsort sein könnte, findet ebenso Platz im oberen Bereich der Hüpp-Anlagen. Großformatig angelegte Holzkonstruktionen (ein fliegender Eichelhäher, ein Grashüpfer, Vogelnester) laden zum Klettern und Spielen ein, die Bepflanzung des Areals ist sorgfältig geplant und soll unter anderem durch japanische Zierquitte, Büschel-Rose und Traubenkirsche erfolgen.

Im weiteren Verlauf des Gebietes nach Südosten zum Eifgen steht die Integration des Städtischen Gymnasiums in den Park an prominenter Stelle. Ebenso soll das Quellenbad mit dem Park vernetzt werden. Minigolfanlage und Bouleplatz sind obligatorisch.

Erste Reaktionen aus der Bürgerschaft bezeichnete Böttger als „angemessen positiv.“ „Es werden noch viele Gespräche stattfinden“, gab Thomas Marner bekannt, „auch und im Besonderen mit den Verantwortlichen des Gymnasiums.“ Die Antworten auf die Verständnisfragen der Interessierten ergaben, dass die Wege durch den Park äußerst barrierearm sind, zum Großteil auch barrierefrei. Außerdem konnte der Technische Beigeordnete erklären, dass die geplanten Wege durch die Hüpp-Anlagen auch für Fahrradfahrer geeignet seien. Ein besonderer Punkt tat sich zum Thema Lärmschutz auf. „Ja“, gab Thomas Marner zu, „um ein Buch in den neu gestalteten Anlagen zu lesen, ist es hier und da zu laut. Aber um dies zu minimieren, müssten wir an der Dhünner Straße eine Mauer bauen und damit das Gelände abtrennen. Und genau das wollen wir nicht. Es soll ein offenes Gelände sein.“

Die Dhünner Straße sei eine Landesstraße, und auf der habe man als Stadt eher wenig zu melden. „Aber ich arbeite daran, dass dort mindestens zwei vernünftige Querungen entstehen. Somit können auch die älteren Bewohner der oberen Dhünner Straße in den Park gelangen.“ Die Vorschläge aus der Bürgerschaft werden am 29. November dem Ausschuss für Stadtentwicklung vorgelegt.

Hintergrund

Nach der Präsentation der Pläne erarbeitete die interessierte Wermelskirchener Öffentlichkeit im Saal des Rathauses an drei Stationen ihre Vorschläge, wobei diese zu den Themen „Attraktionen und Funktionen“, „Vernetzung und Wegesystem“ sowie „Natur und Landschaft“ gefragt waren.

Erklärend gab der technische Beigeordnete Thomas Marner noch bekannt, dass die Kosten („Auch die Folgekosten wie die Pflege des Areals“ in diesem frühen Stadium nur grob geschätzt werden können. „Klar ist, dass die Stadt 30 Prozent der Kosten in Eigenverantwortung stemmen muss.“

Standpunkt: Bürger werden beteiligt

Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch @rga.de

Die Wermelskirchener beteiligen sich gerne an der Gestaltung ihrer Stadt. Das zeigte sich wieder Mal am Samstag. Die Stadt hatte gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten von „urbangestalt“ zu einer Begehung des Hüpptals aufgerufen. Anschließend trafen sich alle im Rathaussaal. Und die Bürgerinnen und Bürger konnten, nachdem ihnen die Pläne für die Gestaltung der Anlage vorgestellt wurden, an drei Stationen ihre Ideen einbringen. Das geschah unter den Themenbereichen „Attraktionen und Funktionen“, „Vernetzung und Wegesystem“ sowie „Natur und Landschaft“. Der nächste Schritt ist, dass am 29. November die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger den Kommunalpolitikern im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt werden. Auch diese haben noch die Möglichkeit, sich mit den Plänen auseinanderzusetzen. Bleibt allen zu wünschen, dass am Ende der Planungen und Diskussionen für die Wermelskirchener eine alle zufriedenstellende Hüpp-Anlage entstehen wird. Guckt man auf die Reaktion des Kölner Landschaftsarchitekten, ist jetzt schon sicher, dass es ein land- schaftliches Kleinod werden wird.

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