Wermelskirchen

Kreativ-Shed: Katja Burger bastelt in Tente mit Kindern und Erwachsenen

Basteln, Gestalten und Bauen im Kreativ-Shed: Katja Burger bastelt in ihrer Werkstatt in Tente mit Kindern und Erwachsenen. Foto: Theresa Demski
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Basteln, Gestalten und Bauen im Kreativ-Shed: Katja Burger bastelt in ihrer Werkstatt in Tente mit Kindern und Erwachsenen.

Katja Burgers Bastelwerkstatt in Wermelskirchen bietet viel Raum zum Ausprobieren

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Während es draußen regnete und der Sommer mal wieder als Herbst daherkam, saß der Junge im Kreativ-Shed auf dem Boden und bastelte eine Landschaft für seine Rennautos. Mit viel Kleister, Papier und Farbe schuf er in aller Ruhe Straßen und Wiesen, er plante und baute und stellte sich vor, wie bald seine Matchboxautos auf der Platte fahren würden.

Als sein Kunstwerk trocknete, die anderen Kinder des Kurses noch mit Gestalten, Nähen und Malen beschäftigt waren, schlenderte er an den riesigen Materialregalen von Katja Burger entlang und blieb nachdenklich bei den Papprohren stehen. Die könnten doch eine tolle Garage für die Autos hergeben, befand er und erzählte Katja Burger von der Idee. Die hatte schnell eine kleine Handsäge zur Hand, zeigte dem Jungen, wie aus langen Papprohren kurze Garagenteile werden können und staunte dann nicht schlecht, als der Junge etwa 30 kleine, runde Garagen für seine Autos sägte und schließlich zusammenbaute.

„Es ist schön, zu beobachten, wie Kinder hier beginnen, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und einfach ausprobieren“, sagt Katja Burger. Immer wieder erlebe sie, wie Jungen und Mädchen in ihrer riesigen Bastelwerkstatt in Tente mit strahlenden Augen Projekte entwickeln.

„Man muss nicht alles wegwerfen.“

Katja Burger, Kreativ-Shed

Und genauso hatte sich die heute 49-Jährige das vorgestellt, als sie 2016 mit ihrem Mann das besondere Gebäude an der Bundesstraße in Tente kaufte. „Ich wollte einen Ort erschaffen, an dem Erwachsene und Kinder sich kreativ austoben können“, erzählt sie. Sie selbst habe immer gerne gestaltet, nach ihrem Lehramtsstudium und dem Referendariat die Anstellung in einer Kindertagesstätte gewählt, um all die Projekte in ihrem Kopf umsetzen zu können. „Aber da war immer der Traum, irgendwann meinen eigenen Kreativ-Shed zu eröffnen“, sagt sie. Kindergeburtstage, Workshops, Eltern-Kind-Bastel-Aktionen, Betriebsfeiern oder Junggesellinnenabschiede: „Alles sollte möglich sein.“

Seit 2017 werkelt sie nun gemeinsam mit den Teilnehmern ihrer Angebote, mit Kindern und Erwachsenen, im Kreativ-Shed. Ihr Motto: „Man muss nicht alles gleich wegwerfen. Ich kann noch etwas daraus machen.“ Also hat sie in der Werkstatt in großen Regalen unzähliges Material gesammelt – Papier und Pappe, Plastikbecher, Schachteln, Tapetenbücher, Saftkartons, Flaschendeckel, Kronkorken, Blechdosen, Glitzersteinchen, Wolle oder Stoffe.

„Ich freue mich immer, wenn mir Unternehmen Material zur Verfügung stellen, das sonst im Abfall landen würde, mit dem wir aber noch basteln können“, sagt sie. So kamen etwa unzählige Carrerabahnreifen zu ihr, kleine Zahnspiegel oder Verpackungsmaterial. Kinder und Erwachsene verwandeln es in Kunst, in kleine individuelle Werke, die berühren. Sie richtet Mottopartys für Kinder aus und bereitet dann Kreativangebote vor. „Für jeden etwas“, sagt sie, „denn während die einen gerne malen, wollen die anderen lieber bauen.“ Und schließlich soll bei Katja Burger jeder die Möglichkeit finden, sich auszudrücken. Bei ihr gebe es keine Noten, niemand müsse etwas schaffen. „Stattdessen dürfen die Kinder ausprobieren, es darf schief gehen, und sie machen einfach einen neuen Versuch“, erklärt sie.

In den vergangenen Ferienwochen waren jeden Tag Kinder im Kreativ-Shed. „Ich habe mich sehr darüber gefreut“, sagt Katja Burger, „denn ich musste lange Pause machen.“ Unsichtbar war Katja Burger während des Lockdowns allerdings nicht. Plötzlich tauchten an ihrem Zaun in Tente kleine Wichtel auf, die Briefe für die Kinder schrieben und dann auch selbst Post erhielten. Dann standen plötzlich gestaltete Blumentöpfe am Zaun, die Passanten gegen eine kleine Spende für den guten Zweck mitnehmen konnten. Als die Kirmes im vergangenen Jahr abgesagt wurde, bastelte Katja Burger ihren eigenen Rummel und stellte ihn bei Buchhändlerin Gabriele van Wahden im Fenster aus. In der Corona-Pandemie hingen plötzlich gehäkelte „Geduldsfäden“ am Zaun – zum Mitnehmen.

Das sei natürlich auf der einen Seite Werbung für ihren Kreativ-Shed. „Aber es geht mir auch darum, die Menschen zu ermutigen, loszulegen“, sagt Katja Burger. Ihr gefalle die Mentalität nicht, zu schimpfen und sich zu beschweren. „Also schaffe ich kleine, fröhliche Werke für den Alltag, die Freude machen“, sagt sie – und dann dreht sie sich gut gelaunt in ihrer Werkstatt.

Hintergrund

Projekte: Immer wieder startet Katja Burger Projekte für den guten Zweck. Aktuell bastelt sie Draht-Papier-Werke: Der Erlös soll auch den Opfern des Hochwassers zugute kommen.

Kontakt: Der Kreativ-Shed befindet sich in Tente 132. Weitere Informationen finden Interessierte im Internet: www.kreativshed.de

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