Medizinisches Versorgungszentrum

Klinik-Gynäkologen eröffnen Praxis

Oberarzt Walid Jdeed, Fachärztin Anna Slutschanski und Chefarzt Stephan Ganz werden im MVZ am Schwanen tätig sein. Foto: Anja Carolina Siebel
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Oberarzt Walid Jdeed, Fachärztin Anna Slutschanski und Chefarzt Stephan Ganz werden im MVZ am Schwanen tätig sein.
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Drei Krankenhaus-Mediziner ziehen ins Medizinische Versorgungszentrum am Schwanen

Wermelskirchen. Lange war der dritte gynäkologische Kassensitz in Wermelskirchen unbesetzt. Seit dem Tod von Dr. Georgi Tsanov gab es bisher noch zwei Gynäkologie-Praxen in der Stadt. Das soll sich nun ändern. Denn das Krankenhaus Wermelskirchen eröffnet am 27. Mai im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am Schwanen eine neue Gynäkologie-Praxis. Ansässig dort sind drei Gynäkologen des Krankenhauses: Fachärztin Anna Slutschanski wird dort eine 50-Prozent-Stelle übernehmen, Oberarzt Walid Jdeed und Stephan Ganz werden zu jeweils 25 Prozent am Schwanen beschäftigt sein.

„Für Patientinnen, die stationär im Krankenhaus behandelt wurden, ist es natürlich ein großer Vorteil, später von uns ambulant weiterbehandelt werden zu können“, sagt Chefarzt Stephan Ganz. Zudem habe der gynäkologische Kassensitz in der Stadt seit geraumer Zeit einfach gefehlt. Das betont auch Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Madsen. „Wir haben mit den niedergelassenen Gynäkologen gesprochen; ihre Terminkalender waren zum Teil übervoll. Zum Beispiel musste ja die eine Praxis die Patientinnen des verstorbenen Kollegen übernehmen.“

Ein medizinisches Versorgungszentrum in Wermelskirchen bietet Vorteile

Auch Patientinnen im Krankenhaus hätten schon Interesse bekundet, sich künftig im MVZ am Schwanen behandeln lassen zu wollen.

Ein weiterer Vorteil des Medizinischen Versorgungszentrums: Die Mediziner-Kollegen wollen interdisziplinär arbeiten. „Wenn eine Patientin beispielsweise internistische Probleme hat, können wir sie gleich in die kardiologische Praxis nebenan schicken“, nennt Stephan Ganz ein Beispiel. „Ähnlich bei chirurgischen Anliegen.“ Anna Slutschanski ergänzt: „Das ist wie eine kleine Poliklinik, in der unterschiedliche Disziplinen ineinandergreifen.“

Das medizinische Trio kennt sich gut und ist mit der gemeinsamen Arbeit zusammengewachsen. Oberarzt Walid Jdeed kam zusammen mit Stephan Ganz im Februar aus Velbert nach Wermelskirchen.

Man merkt deutlich, dass wir jetzt fachlich gut aufgestellt sind.

Christian Madsen, Krankenhaus-Geschäftsführer

Anna Slutschanski hält der gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses schon seit 2012 die Treue. „Das war nicht immer einfach, zeitweise hat die Abteilung geschwächelt, war bei den Patientinnen wenig akzeptiert“, räumt Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Madsen ein.

Ende März 2016 hatte das Wermelskirchener Krankenhaus seine Geburtsstation schließen müssen. 272 Geburten hatte die Geschäftsleitung im Jahr 2015 nur noch verzeichnet. Das sei für ein Krankenhaus eindeutig zu wenig, hatte es seinerzeit geheißen. Um wirtschaftlich zu arbeiten, wären rund 500 Geburten pro Jahr nötig gewesen.

Geschäftsführer freut sich über weit verbreitete Akzeptanz des Wermelskirchener Krankenhaus

Seitdem war es eher still um die gynäkologische Abteilung im Krankenhaus geworden. Chefärzte kamen und gingen, Patientinnen blieben indes eher aus.

Das habe sich jetzt stark verändert, berichtet der Krankenhaus-Geschäftsführer „Man merkt deutlich, dass wir jetzt fachlich gut aufgestellt sind“, freut sich Madsen. „Die Akzeptanz ist deutlich gewachsen. Auch über die Stadtgrenzen Wermelskirchens hinaus.“ Stephan Ganz berichtet von einer Patientin aus Brühl, die sich extra wegen einer anstehenden OP auf den Weg nach Wermelskirchen gemacht hatte.

Es kommen wieder mehr Patienten für Routine-Eingriffe ins Krankenhaus

In drei Behandlungsräumen werden die drei Gynäkologen künftig die Patientinnen in der ambulanten Praxis versorgen. Willkommen sind alle Patientinnen, die sich gynäkologisch untersuchen lassen möchten, aber auch Schwangere für die Geburtsvorbereitung oder Patientinnen, die zur OP-Vorbereitung oder -Nachsorge kommen.

„Die noch grassierende Corona-Pandemie sollte kein Grund sein, Untersuchungen schleifen zu lassen“, betont der Chefarzt. „Wir bemerken aber auch im Krankenhaus schon, dass wieder mehr Patientinnen auch für Routine-Eingriffe zu uns kommen. Das freut uns natürlich.“

Kontakt

Die Praxis mit gynäkologischem Schwerpunkt eröffnet am 27. Mai. Am Schwanen 5-7 ist bereits eine orthopädische und unfallchirurgische sowie allgemeinchirurgische Praxis ansässig, die ebenfalls zum Versorgungsspektrum des Krankenhauses zählt. Zudem betreibt Dr. Christina Launhardt seit März dort eine kardiologische Praxis. Das Ärzte-Trio der gynäkologischen Praxis plant, künftig auch interdisziplinär mit den anderen Praxen zusammenzuarbeiten: www.mvz-wermelskirchen.de.

Standpunkt: Sinnvolle Ergänzung

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga.de

Zwei gynäkologische Praxen für eine Stadt mit rund 35 000 Einwohnern ist etwas wenig. Das zeigte sich in der jüngeren Vergangenheit offenbar in Wermelskirchen. Viele Jahrzehnte gab es drei Kassensitze – und das soll jetzt wieder so sein. Das Medizinische Versorgungszentrum am Schwanen hat viele Vorteile für die Patienten. Zum einen arbeiten dort Krankenhausärzte, die im Falle einer notwendig werdenden stationären Behandlung ihre Patienten bereis kennen und entsprechend vor- beziehungsweise weiterbehandeln können. Zum anderen arbeiten die Ärzte interdisziplinär. Das heißt, sie können die kurzen Wege praktikabel nutzen und zum Kollegen überweisen, wenn es notwendig wird. Und: Mit Sicherheit wird sich die Terminsituation für die Patienten verbessern. Denn wenn – wie bisher – Facharztpraxen überlastet sind, ist es schwieriger, einen Termin zu bekommen. Lange Wartezeiten sind vorprogrammiert. In der neuen Praxis arbeiten drei Fachärzte an einem Standort, so dass die Chancen gut stehen, rasch einen Termin zu bekommen. Eine sinnvolle Ergänzung also zum bestehenden Angebot.

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