Corona-Regeln

Inzidenz sinkt erstmals wieder unter 100

Freut sich, vielleicht bald öffnen zu dürfen: Gastronomin Angela Borchert. Foto: Angela Borchert
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Freut sich, vielleicht bald öffnen zu dürfen: Gastronomin Angela Borchert.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Gastronomen machen sich bereit, Geschäfte könnten bald wieder Termin-Shopping anbieten

Wermelskirchen. Es wird spannend. Noch ein paar Tage mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von unter 100 – und auch im Rheinisch-Bergischen Kreis sind viele kleine Öffnungsschritte möglich. Zum Beispiel können die Geschäfte wieder Click & Meet anbieten, das heißt, die Kunden dürfen mit einem tagesaktuellen negativen Schnelltestergebnis und einem vorher vereinbarten Termin shoppen. Geimpfte und von Covid-19 genesene Personen können auf den Schnelltest verzichten.

Und: Die Restaurants dürften ihre Außengastronomie wieder öffnen. Dem fiebern viele entgegen. So auch Angela Borchert, die mit ihrem vegan-vegetarischen Café Tilley an der Thomas-Mann-Straße wie alle ihre Gastronomen-Kollegen seit November im Lockdown ist. „Zeitweise haben wir Gerichte zum Mitnehmen angeboten, aber das ist einfach nicht dasselbe wie die Leute vor Ort zu bedienen“, ist Angela Borchert überzeugt.

Gastronomen haben wieder Grund zur Hoffnung

Besonders bitter: Sie hatte erst im Juli 2020 ihr Café eröffnet – mitten in der Corona-Pandemie. „Wir hatten eine lange Umbauphase und konnten natürlich nicht ahnen, dass die Eröffnung dann in eine so ungünstige Zeit fallen würde“, sagt Angela Borchert.

Nun besteht für sie und ihr Team wieder Grund zur Hoffnung. „Seit einiger Zeit bieten wir wieder die Gerichte zum Mitnehmen an. Und nun, ab kommender Woche, könnte es sein, dass wir draußen wieder Gäste betreuen dürfen. Das freut uns natürlich total.“ Sie überlege auch, mit einem Stand beim Feierabendmarkt dabei zu sein, den der Stadtmarketingverein mit einigen Nachbarstädten für Juni geplant hat. „Aber erst wollen wir unsere Pforten mal wieder öffnen.“

Die 7-Tage-Inzidenz lag am Freitag bei 90,7.

Die Chancen stehen zumindest derzeit ganz gut. Für Freitag vermeldete das Kreisgesundheitsamt 39 weitere bestätigte Corona-Fälle: 20 in Bergisch Gladbach, einen in Burscheid, drei in Kürten, zwei in Leichlingen, einen in Odenthal, drei in Overath, einen in Rösrath und acht in Wermelskirchen. Laut Krisenstabssprecherin sind auch keine Nachmeldungen mehr offen. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag demnach am Freitag laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 90,7. Am Feiertag lag sie bei 97. Allerdings gelten für mögliche Öffnungsschritte im Rahmen der Notbremse nur gemessene Werte von Werktagen.

Die zuletzt zeitweise erhöhten Fallzahlen in einzelnen Kommunen seien jeweils auf „diffuse Infektionsgeschehen zurückzuführen“ und stünden nicht im Zusammenhang, heißt es vom Kreis. Die Infektionsursprünge seien nach wie vor ganz überwiegend im familiären Umfeld zu sehen.

Von 1917 Antigentests am Feiertag waren vier positiv

In den Schnellteststellen im Kreis wurden am Feiertag, 13. Mai, 1917 Corona-Antigentests durchgeführt, wovon vier Testergebnisse positiv waren. Die positiven Testergebnisse sollen grundsätzlich mit einem nachfolgenden PCR-Test auf das Vorliegen einer Corona-Infektion überprüft werden.

Wie die Kreisverwaltung am Freitag mitteilte, sei der Krisenstab zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wieder vollumfänglich aktiviert worden. Wie mehrfach berichtet, hatte der zuvor seinen Dienst quittiert, weil es Unstimmigkeiten mit Landrat Stephan Santelmann gegeben hatte.

Shoppen mit Termin,, negativem Schnelltest und Maske, das könnte schon bald wieder möglich sein im Kreis. Archivfoto: Roland Keusch

Da Santelm aufgrund seiner Corona-Erkrankung weiterhin bis auf weiteres ausfällt, übernimmt Kreisdirektor Dr. Erik Werdel dessen Vertretung, auch in Belangen der Pandemiebekämpfung. Auch die Stabsstelle „Bevölkerungsinformation und Medienarbeit“ (Buma) unter der Leitung von Birgit Bär wurde wieder aktiviert.

Landrat Stephan Santelmann hatte die Leitung der Kreisverwaltung nach Bekanntwerden seiner Corona-Infektion an Kreisdirektor Dr. Erik Werdel übertragen. Für das Corona-Management übertrug der Landrat seinem Vertreter die Vertretungsbefugnis jedoch zunächst ausdrücklich nicht. Diese Entscheidung zog Stephan Santelmann nun am Mittwoch kurzfristig zurück. „Der Kreisdirektor hat daher unverzüglich den Krisenstab aktiviert, um die wirkungsvollen Strukturen zur Bekämpfung der Pandemie schnellstmöglich wiederherzustellen“, heißt es. Dies umfasse auch, Mitarbeitende zurückzuholen, die vor der Erkrankung Stephan Santelmann um ihre Versetzung gebeten hatten.

Hintergrund

Liegt die 7-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen in Folge unter 100, dann tritt die Bundesnotbremse am übernächsten Tag außer Kraft. Lockerungen gibt es vor allem unter freiem Himmel. Und oft nur für diejenigen, die einen aktuellen Test vorlegen können, geimpft oder genesen sind. Grundsätzlich gilt die neue Corona-Verordnung des Landes ab Samstag.

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