Umgestaltung der grünen Lunge Wermelskirchens

Hüpptal soll zum Freizeitareal werden

In den sogenannten Hüpp-Anlagen soll sich in Zukunft einiges verändern. Archivfoto: Michael Sieber
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In den sogenannten Hüpp-Anlagen soll sich in Zukunft einiges verändern. Archivfoto: Michael Sieber
  • Anja Carolina Siebel
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Bürger können mit entscheiden, wie die grüne Lunge Wermelskirchens künftig aussehen soll

Wermelskirchen. Eines vorab: Bei der Gestaltung des Hüpptals sollen die Wermelskirchener wahrscheinlich mitbestimmen können. Das kündigte der Technische Beigeordnete Thomas Marner in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr an. „Eine Bürgerbeteiligung ist in jedem Fall geplant; wir müssen es nur irgendwie coronakonform gestalten“, sagte Marner.

Eine Jury aus Verwaltungsmitarbeitern und Ortspolitikern sowie Mitgliedern der Beiräte hatte in den vergangenen Tagen zusammengesessen und über eingereichte Gestaltungsvorschläge von drei verschiedenen Architekturbüros debattiert. „Eine der längsten Sitzungen, die ich je mitgemacht habe“, berichtete der Ausschussvorsitzende Randolph Schmidt (CDU). Schließlich war es dann der Vorschlag des Kölner Architekturbüros urbanegestalt, der bei den Jurymitgliedern am besten ankam. „Man kann den Entwurf als Stadtpark für alle mit renaturiertem Hüppbach zusammenfassen“, sagt Stadtplanerin Daniela Zache, die den Ausschussmitgliedern die Pläne dreier Architekturbüros noch einmal vorstellte.

Ein Höhepunkt des Entwurfs von urbanegestalt ist ein großflächiger Abenteuer- und Mehrgenerationenspielplatz als Auftakt des Hüpptals an der Berliner Straße. „Ein großer Pluspunkt sind zwei barrierefreie Zugänge zu der Anlage“, sagt Daniela Zache. Komplette Barrierefreiheit war nicht bei allen Entwürfen gegeben. Zache: „Wegen der stark abschüssigen Topographie des Geländes sind manche Anlaufpunkte in den Entwürfen nur barrierearm gestaltet.“

Hüpptal: Geplant ist ein riesiger Brunnen mit Fontänen und Wasserspielen

Ein weiterer Glanzpunkt, der zugleich zum Publikumsmagneten werden soll, ist ein riesiger Brunnen mit Fontänen und Wasserspielen. „Ich habe so was in anderen Städten schon gesehen; das zieht richtig Menschen an“, sagt der Technische Beigeordnete Thomas Marner. Die 420 Quadratmeter fassende Brunnenebene soll zudem Platz für Veranstaltungen und Konzerte bieten. An den Seitenrändern des Parks soll es außerdem einen kleinen Erlebnispfad entlang des Hüppbaches geben.

Weiter unten würde dann noch ein Abenteuerspielplatz entstehen. Dessen Besonderheit ist ein riesiger Eichelhäher aus Holz, mit einem Durchmesser von 15 Metern und acht Metern Länge. Auf dem Holztier kann geklettert und gespielt werden.

Auf Höhe des Gymnasiums soll ein Schülergarten zum Verweilen und Lernen errichtet werden.

Weiter unten gibt es weiterhin den Minigolfplatz und einen Kräutergarten, der den Gymnasiasten als weiterer außerschulischer Lernort dienen könnte. Das neue Hallenbad mit Liegewiese ist ebenfalls in den Entwurf integriert.

Hüpptal soll ein Highlight der Wermelskirchener Innenstadt darstellen

Ziel der neuen Hüpptal-Gestaltung ist es laut Beschreibung im Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept von Anfang an, „ein Highlight in der Wermelskirchener Innenstadt mit den Schwerpunkten Freizeit und Tourismus zu schaffen“, das als integratives Projekt alle relevanten Nutzergruppen, wie verschiedene Generationen, Menschen mit Behinderung oder auch Schüler berücksichtigt. Dabei sei für das gewünschte Naturerlebnis ein sensibler Umgang mit dem Naturraum gefragt und der Klimaschutz angemessen zu berücksichtigen.

Diese Zielvorgaben hätten alle drei vorliegenden Entwürfe erfüllt, unterstreicht Daniela Zache. „Das Konzept von urbanegestalt hat aber alles in besonders charmanter Weise miteinander vereint“, sagt sie.

Abgestimmt wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr noch nicht. „Wir möchten erst die Bürgerbeteiligung“, sagt Thomas Marner. Danach soll das Konzept im September noch einmal detailliert vorgestellt werden, bevor die Ortspolitiker dann über dessen Realisierung abstimmen. Aus Sicht von Thomas Marner eine wichtige Entscheidung. „Denn auch das Hüpptal ist identitätsstiftend für die Stadt Wermelskirchen.“

Jury

Die Mehrfachbeauftragung von Büros ist ein wettbewerbliches Verfahren. Ein vorher gewähltes Auswahlgremium hat nun die Konzepte bewertet und eine Auswahlentscheidung getroffen. Es setzt sich zusammen aus je einem Vertreter der acht Ratsfraktionen, je einem Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments, Seniorenbeirats und Beirats für Menschen mit Behinderung sowie weiteren Vertretern der Verwaltung.

Standpunkt: Ein Projekt für alle

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga.de

Der von der Fachjury nun vorgelegte Entwurf für die Planung des Hüpptals, das ja häufig als die grüne Lunge Wermelskirchens bezeichnet wird, klingt vielversprechend. Vor allem deshalb, weil der neue, an das Eifgental angrenzende Park Naherholung und Freizeitwert für alle Generationen bieten soll. Berücksichtigt sind, das ist besonders begrüßenswert, auch die Interessen von Menschen mit Handicap. Sinnvoll ist, dass die Verwaltung eine Bürgerbeteiligung anbietet. Hat man doch am Beispiel Eifgen gesehen, wie sensibel die Wermelskirchener reagieren können, wenn in ihrer Heimat etwas Liebgewonnenes grundlegend verändert werden soll. Allerdings sind Vorschläge von Bürgern im Hüpptal, die vorliegende Planungen ergänzen könnten, auch eher sinnvoll als beispielsweise im Eifgen. Denn wie die Stadtverwaltung jüngst erklärte, greifen im Eifgen vor allem natur- und denkmalschutzrechtliche Vorgaben, die gar nicht alles Gewünschte möglich machen würden. Entsprechend sind beide Projekte getrennt zu betrachten. Freuen dürfen sich die Bürger aber. Denn die Planung fürs Hüpptal berücksichtigt viele Interessen.

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