25-jähriges Priesterjubiläum

Wermelskirchen hat ihn sofort angesprochen

Michael Knab feiert sein Weihejubiläum.
+
Michael Knab feiert sein Weihejubiläum.

Michael Knab ist leitender Pfarrer in der katholischen Gemeinde Wermelskirchen.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. Ein Vierteljahrhundert ist eine lange Zeit – innerhalb eines Menschenlebens zumindest. Noch dazu im Rahmen der Berufstätigkeit. Ein Priesterjubiläum ist allerdings noch etwas anderes als ein Berufsjubiläum. Michael Knab wurde vor 25 Jahren am 6. Juni 1997 zum Priester geweiht. Seit Oktober 2005 ist er in Wermelskirchen leitender Pfarrer. Der Priesterberuf wird zwar heute sicherlich noch seltener gewählt als noch vor einem Vierteljahrhundert, aber in den 1990er Jahren konnte man den Rückgang schon deutlich spüren. Dabei war dem Düsseldorfer, der in Wuppertal aufgewachsen ist, dieser Berufsweg nicht vorgezeichnet.

Wie es dazu gekommen ist, könne er gar nicht genau sagen. „Ich war in Wuppertal in der Gemeinde gut eingebunden, war Messdiener und in der Gemeindejugend – das waren viele andere Altersgenossen aber auch“, sagt Knab. Wie nun der Gedanke, Priester zu werden, in ihn gekommen sei, könne er indes kaum erklären. „Gegen Ende der Schulzeit hatte ich ihn aber schon, aber es gab kein herausragendes ‚Berufungserlebnis‘“, sagt der 53-Jährige. Er habe indes viel reflektiert, auch im Rahmen eines guten Religionsunterrichts in der Oberstufe. Aber: Für Knab bleibe Berufung – auch die eigene – letztlich immer „ein unerklärlicher Moment“.

Ich habe mich immer unter den Menschen wohler gefühlt.

Michael Knab

Nach dem Abitur ist er dann direkt zum Theologiestudium nach Bonn gegangen. „Wenn man Priester werden will, verbringt man einen Großteil im Seminar – das war in Bonn. Danach muss man für mehrere Freisemester an eine andere Universität. Ich bin damals für drei Semester nach Freiburg gegangen“, sagt Knab. Seinen Abschluss hat er dann wieder in Bonn gemacht. Man könne eine Berufung einem anderen Menschen, der es nicht erlebt hat, kaum erklären. „Es ist so ähnlich, wie wenn Sie sich verlieben. Es lässt einen nicht mehr los, aber man kann es anderen schwer erklären, warum es gerade so und nicht anders gekommen ist.“

Er und seine Mitstudenten seien auch damals schon nicht naiv gewesen. „Wir haben gemerkt, dass die Kirchen langsam leerer wurden, auch wenn es natürlich nicht mit heute vergleichbar ist.“ Nach seinem Studium hat er in Bonn noch anderthalb Jahre als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität gearbeitet, ehe er im Frühjahr 1995 dann zu einem längeren Gemeindepraktikum nach Köln-Neubrück gegangen ist. „Das war eine wichtige Zeit, ich hatte dort einen sehr guten leitenden Pfarrer, der gut auf die Menschen zugehen konnte“, sagt Knab.

In der sehr lebendigen Gemeinde habe er gemerkt, wie gut ihm die praktische Arbeit und der Kontakt mit Menschen nach der langen Zeit des Studiums und der Theorie getan habe. „Ich habe mich immer unter den Menschen wohler gefühlt als in einer rein theoretischen Aufgabe.“ 1996 folgte die Weihe zum Diakon, ein Jahr später dann die Priesterweihe in Köln, der wiederum acht Jahre als Kaplan, fünf Jahre in Düsseldorf und drei Jahre in Leverkusen.

Auf Pfarrstellen müsse man sich bewerben, sagt Knab. „Irgendwann wurde klar, dass das Ende der Zeit als Kaplan ansteht. Ich hatte mitbekommen, dass hier in Wermelskirchen die Stelle ab 2005 frei werden sollte – und mich beworben“, sagt der 53-Jährige. Einige Aspekte hätten ihn damals direkt angesprochen, sagt er. „Wermelskirchen ist ein Schulstandort, das spricht dafür, dass hier viele Familien sind. Und es war damals noch der kleine Seelsorgebereich“, sagt Knab. Der Standort sei richtig gut gewesen. „Ich habe gerne das ganze Panorama des Lebens um mich herum – und das schien mir damals hier in Wermelskirchen genauso gegeben“, sagt Knab. „Ich war damals gerade einmal 36 Jahre alt. Aber ich bin hier sehr gut aufgenommen worden und fühle mich mittlerweile sehr gut integriert.“

Das eigentliche Weihejubiläum wird er im kleinen Kreis feiern, einige Tage später, am Sonntag, 12. Juni, wird es um 11 Uhr in St. Michael eine Feier mit seiner Gemeinde geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Nach Tod einer 24-Jährigen - Fahrer eines schwarzen Pkw gesucht
Nach Tod einer 24-Jährigen - Fahrer eines schwarzen Pkw gesucht
Nach Tod einer 24-Jährigen - Fahrer eines schwarzen Pkw gesucht
Pflegekräfte bestehen ihre Ausbildung
Pflegekräfte bestehen ihre Ausbildung
Pflegekräfte bestehen ihre Ausbildung
Wermelskirchener sammeln 225 000 Euro für Jugendfreizeitpark
Wermelskirchener sammeln 225 000 Euro für Jugendfreizeitpark
Wermelskirchener sammeln 225 000 Euro für Jugendfreizeitpark
BEW verlegt Stromleitungen
BEW verlegt Stromleitungen
BEW verlegt Stromleitungen

Kommentare