Wirtsmühler Straße/ Weyersbusch

Gesamtschule: Stadt bleibt bei Standort

Die Verunsicherung an der Sekundarschule ist derzeit groß. Die Eltern sind zudem mit dem Standort Wirtsmühler Straße ganz und gar nicht zufrieden. Foto: Anja Carolina Siebel
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Die Verunsicherung an der Sekundarschule ist derzeit groß. Die Eltern sind zudem mit dem Standort Wirtsmühler Straße ganz und gar nicht zufrieden.

Die Verwaltung erläutert, warum ein Neubau an der Rot-Kreuz-Straße praktisch nicht möglich sei.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die Stadtverwaltung hat sich am Montag zu der Standortfrage der neuen Schule in Wermelskirchen geäußert. Dabei erörterten Bürgermeisterin Marion Lück und der Technische Beigeordnete Thomas Marner, warum zumindest für eine Gesamtschule der Standort Rot-Kreuz-Straße eher nicht in Frage kommen würde.

Marion Lück sagt, dass sie eine zukunftsfähige Schule für Wermelskirchen will.

Fakt ist derzeit: Sollte der Stadtrat in seiner Sitzung am 28. März mehrheitlich dafür entscheiden, würde in naher Zukunft in Wermelskirchen eine Gesamtschule entstehen. Dafür hatten sich grundsätzlich auch die Eltern der jetzigen Sekundarschule ausgesprochen. Sie zeigten sich indes vorige Woche mit dem von Stadt und Politik favorisierten Standort Wirtsmühler Straße/ Weyersbusch ganz und gar nicht zufrieden – und initiierten wie berichtet eine Petition, in der sie unter anderem von der Verwaltung forderten, den aus ihrer Sicht geeigneteren Standort Rot-Kreuz-Straße noch einmal eingehend zu prüfen.

Wenn wir feststellen würden, dass die Gesamtschule so beliebt ist, dass sie ausgebaut werden müsste, würde das nicht klappen an der Rot-Kreuz-Straße.

Marion Lück, Bürgermeisterin

Zuvor hatte die Verwaltung vorwiegend mit zu hohen Kosten argumentiert, die dann anfallen würden, wenn aus der ursprünglich an der Rot-Kreuz-Straße geplanten Sekundarschule eine Gesamt schule würde. Das bekräftigten die Vertreter der Stadt am Montag noch einmal. „Wir müssen davon ausgehen, dass zu einer fünfzügigen Schule noch einmal eine dreizügige Oberstufe hinzukäme“, sagte Marion Lück. Von einst für die Sekundarschule geschätzten 33 Millionen Euro wäre man dann schnell auf einem Betrag von 60 bis 75 Millionen, allein für den Bau. „Hinzu kämen die ganze Ausstattung sowie eine Sporthalle“, unterstrich Thomas Marner. Womit man dann laut Stadt rasch bei geschätzten 85 Millionen Euro wäre – „sogar ohne Sporthalle“.

Thomas Marner erläutert, dass ein Schulbetrieb bei Umbau möglich sei.

Aber das sei nicht alles. Entscheidend seien auch bauliche Schwierigkeiten, die sich an der Rot-Kreuz-Straße ergeben würden. Lück: „Eine Gesamtschule mit Oberstufe würde auf den Platz vielleicht gerade passen. Aber selbst das wissen wir nicht, und es würde eine nochmalige, detaillierte Planung bedeuten.“ Die dann auch erneut Kosten verursachen würde. Eine Sporthalle, das betonte Marion Lück, würde dort dann nicht mehr möglich sein.

Und: Eine „zukunftsfähige Schule“ würde es ebenso nicht, weil eine Erweiterung nicht mehr möglich wäre: „Wenn wir feststellen würden, dass die Gesamtschule so beliebt ist, dass sie ausgebaut werden müsste, würde das nicht klappen an der Rot-Kreuz-Straße.“ Auch die Topographie spräche dagegen: Während an der Wirtsmühler Straße die Hanglage ausgenutzt werden könnte und auch die Fläche der alten Grundschule involviert werden soll, liege das Gelände an der Rot-Kreuz-Straße in Tallage, so dass eine Erweiterung nicht möglich sei. Das Gebäude der ehemaligen Grundschule Ost solle in Kürze abgerissen werden, sagte Thomas Marner.

Stadt räumt „erhebliche Mängel“ an Containern ein

„Erhebliche Mängel“ an den Modulbauten am Weyersbusch, die von den künftigen Gesamtschülern mitgenutzt werden sollen, räumten Marner und Lück indes ein. Erstmals wurde öffentlich, dass es offenbar Probleme mit der Herstellerfirma gegeben habe. „Deshalb haben wir zuvor gezahlte Geldbeträge einbehalten und jetzt erwirkt, dass wir selbst eingreifen und Mängel beseitigen können“, berichtete Thomas Marner. Das solle jetzt auch geschehen. Von der Firma hätte die Stadt zuvor die Zusage erhalten, dass die Modulbauten bis zu 30 Jahre nutzbar seien. Marner: „Das wollen wir auch erreichen.“ Grundsätzlich sei über Modulbauten nichts Negatives zu sagen. „Wie gut das funktionieren kann, sehen wir bei der Feuerwehr in Vorm Eickerberg.“

Der von den Eltern zudem kritisierte Umbau bei laufendem Betrieb sei „an den meisten Schulen Standard“, fügte der Technische Beigeordnete hinzu. „Mit ein wenig Lärmbelästigung müssen wir rechnen, aber wir werden ein schlüssiges Sicherheitskonzept erstellen; und natürlich wird keinem Schüler auf dem Schulhof ein Bagger in Aktion begegnen.“ Zu Prüfungszeiten könnten die Arbeiten zudem kurzzeitig ausgesetzt werden.

Hintergrund

In einer weiteren Schulausschusssitzung am kommenden Donnerstag, 10. März, soll die Standortfrage politisch geklärt werden. In der Sitzung des Stadtrats am 18. März werden die Ortspolitiker dann darüber entscheiden, ob tatsächlich eine Gesamtschule die neue Schulform sein soll.

Standpunkt: Gespräche sind wichtig

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Bisher hat die Stadtverwaltung laut Aussage der Eltern noch nicht mit den Betroffenen in der Schuldebatte gesprochen, will es aber wohl noch tun. Das wäre auch ein wichtiges Signal für die Eltern. Denn man muss bedenken, dass alle nun – ob Eltern, Schüler oder Lehrer – über Jahre hinweg in einer unsicheren Situation gelernt, gelehrt oder ihre Kinder begleitet haben. Lange schien es ja so, als sei die Sekundarschule die für Wermelskirchen offenbar richtige neue Schulform; neben dem Gymnasium als weiterführender Schule. Stolz wurde noch vor einigen Monaten das Gelände für den Neubau an der Rot-Kreuz-Straße präsentiert. Dann wurde mehr und mehr klar: Diese Schule wird keine Zukunft haben. Quasi „nebenbei“ muss der Alltag in der Schule aber weitergehen. Und das sei laut Aussage der Eltern auch aufgrund baulicher Mängel am derzeitigen Standort Wirtsmühler Straße, der eigentlich nur vorübergehend sein sollte, nur begrenzt möglich. Gespräche sind jetzt wichtig, um wieder Vertrauen herzustellen, Argumente auszutauschen und idealerweise zu einer verträglichen Lösung zu kommen.

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