Neue Corona-Regeln

Gastronomin will Gäste digital erfassen

Anna Fanelli möchte für ihre Gäste moderne und bequeme Lösungen finden.
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Anna Fanelli möchte für ihre Gäste moderne und bequeme Lösungen finden.

Anna Rita Fanelli hat einen Plan, wie sie die Registrierung von Gästen erleichtern kann.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die neue Regel würde sie schon jetzt spüren, sagt die Wermelskirchener Gastronomin Anna Rita Fanelli. Seit Donnerstag gilt: 2G plus in der Gastronomie. Das heißt, geimpfte Personen benötigen ein negatives Schnelltest-Ergebnis, um im Restaurant essen zu können. Ausnahme: jene, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Sie müssen lediglich diesen Nachweis vor Ort erbringen.

„Es wird für uns komplizierter“ sagt Anna Rita Fanelli (ToscaAnna) und spricht damit für viele ihrer Kollegen, mit denen sie Kontakt hält. „Im Grunde fallen ja vier Kategorien von Gästen weg: Die, die nicht geimpft sind, schon länger. Hinzu kommen jene, die geimpft sind, aber Bedenken haben wegen der hohen Infektionszahlen. Dann die, die nur zwei Mal geimpft oder genesen sind und fürs Essengehen nicht den Umstand eines Tests in Kauf nehmen. Und jetzt im Januar auch noch die, die ohnehin viele Ausgaben haben und sich das Essengehen deshalb gerade sparen möchten.“

Weitere Kontrollen von uns werden stattfinden.

Paul Engelbracht, stellvertretender Ordnungsamtsleiter

Fanelli hat deshalb einige Ideen, wie sie den Ausflug ins Lokal für ihre Gäste erleichtern will. „Wir müssen noch mit dem Gesundheitsamt besprechen, ob es zulässig ist, eine Test-Möglichkeit vor Ort zu schaffen; wir könnten uns eine Art Zelt im Außenbereich vorstellen“, sagt sie. Und: Sie feilt an einem Konzept, nach dem die Gäste sich mit einem QR-Code nach Eintritt registrieren können. „So müssen wir nicht bei jedem am Tisch kontrollieren. Und wenn das Ordnungsamt Kontrollen macht, können wir gleich am Laptop zeigen, dass alle Gäste die Voraussetzungen erfüllen.“ Es kommt nicht selten vor, dass das Ordnungsamt, vor allem an den Wochenenden Kontrollen in den Gastronomie-Betrieben durchführt. Nach WGA-Informationen hatten sich in den vergangenen Wochen auch Gäste darüber beschwert, dass in einigen Restaurants die Nachweise von den Gastronomen nicht am Eingang oder Tisch kontrolliert wurden. „Ich habe mit mehreren Gastwirten im Kernbereich der Stadt die Kontrollen – damals noch 2G – besprochen“, sagt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Paul Engelbracht dazu auf Nachfrage.

„Das augenscheinliche Problem entsteht dadurch, dass es sich bei den meisten Gästen um Stammgäste handelt.“ Diese Stammgäste seien den Gastronomen persönlich bekannt und hätten den Gastwirten ihre Impfausweise schon vor Wochen vorgelegt, sagt Engelbacht. „In Kenntnis des Nachweises der doppelten beziehungsweise dreifachen Impfung wurden diese Personen in der jüngsten Vergangenheit nicht mehr kontrolliert“, so der stellvertretende Ordnungsamtsleiter weiter. Das wiederum sei dann anderen Gästen negativ aufgefallen, ohne dass sie wussten, dass die Stammgäste den Nachweis der Impfung schon erbracht hätten. „Und diese Gäste informieren die Stadt Wermelskirchen dann über die vermeintlichen Nichtkontrollen“, sagt Engelbracht.

Mit den Gastwirten habe Engelbracht vereinbart, dass die „Einlasskontrollen der Stammgäste“ ab sofort anders stattfinden sollten.

Es hätten bereits einige Abendkontrollen der Gaststätten im Kernbereich durch das Ordnungsamt stattgefunden. Die Besucher konnten alle den ausreichenden Impfnachweis vorlegen. Weitere Kontrollen würden stattfinden.

Anna Fanelli versteht sowohl die Sicht des Ordnungsamtes als auch die ihrer Gäste. „Natürlich ist das nicht angenehm, wenn jemand zum Beispiel seinen Geburtstag feiert, und ein Team des Ordnungsamtes kommt herein, um Kontrollen durchzuführen“, räumt sie ein. „Aber das ist nun mal zurzeit so. Und wenn wir mit dem neuen System allen Beteiligten ihre Arbeit beziehungsweise ihr Freizeitvergnügen erleichtern können, haben wir schon viel gewonnen.“

Hintergrund

Seit dem 13. Januar gilt in Gastronomiebetrieben in Nordrhein Westfalen die so genannte 2Gplus-Regel. Das heißt, dass geimpfte oder genesene Personen beim Eintritt ins Lokal einen aktuellen Schnelltest vorweisen müssen. Ausnahme bilden jene, die bereits eine Auffrischungsimpfung (Booster) erhalten haben. Sie müssen vor Eintritt in die Gastronomie lediglich den Nachweis über diese Impfung erbringen.

Standpunkt: Gastronomie unterstützen

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga.de

Und jetzt auch noch 2G plus. So oder so ähnlich kann man wohl das beschreiben, was gerade vielen Gastronomen durch den Kopf gehen muss. Denn nach den langen Pausen im Frühjahr und Herbst/ Winter 2020/21 waren sie froh, endlich wieder Gäste bewirten zu dürfen. Die fallen jetzt aber wieder aus verschiedenen Gründen weg. Einige, weil sie Bedenken haben, sich mit anderen Menschen zu mischen, andere, weil sie nicht geimpft sind, wieder andere möglicherweise aus Boykott gegen die Maßnahmen. Für die allerdings die Gastronomen am wenigsten können. Sie schlagen sich quasi doppelt, um alles zu erfüllen, was derzeit von ihnen verlangt wird. Und nun auch noch 2G plus. Der Hotel- und Gaststättenverband schlug bereits vor Tagen Alarm, dass das für viele Gastronomiebetriebe das vorzeitige Aus bedeuten könnte. Anna Fanelli indes gibt so schnell nicht auf. Sie versucht, Lösungen zu finden. Die sowohl den geltenden Maßnahmen gerecht werden als auch den Gästen entgegenkommen. Drücken wir die Daumen, dass das Engagement viele danken, indem sie die Gastronomie jetzt unterstützen.

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