Pläne

Freizeitpark: Politiker wollen abwarten

Alles ist vorbereitet, aber die Nutzung des Geländes in Zenshäuschen ist noch verboten. Foto: Marc Spies
+
Alles ist vorbereitet, aber die Nutzung des Geländes in Zenshäuschen ist noch verboten.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
    schließen

Erst nach der Eröffnung könne man Konkretes, zum Beispiel zur Lärmreduzierung, unternehmen.

Wermelskirchen. Rund um den Freizeitpark wird es derzeit nicht ruhiger. Das gilt nicht nur für den angeblichen Lärm, über den sich insbesondere ein Anwohner in Zenshäuschen zuletzt beschwert hatte, sondern vor allem für die Diskussionen, die sich um das noch immer nicht offiziell eröffnete Gelände ranken.

Unter anderem soll nach WGA-Informationen wie berichtet ein Schild für Ärger unter den Anwohnern gesorgt haben. Auf diesem Schild, das auf dem noch nicht eröffneten Außengelände bereits angebracht ist, sind bereits Verhaltensregeln aufgeführt. Die Anwohner fragten sich nun, warum die Stadt das Schild bereits angebracht habe, ohne dass der Park schon nutzbar sei. Es hatte darüber hinaus einige Beschwerden über Lärm in den späteren Abendstunden auf dem Jugendfreizeitpark gegeben.

„Wir stehen als Fraktion seit Monaten mit Bürgern in Kommunikation zum Thema Jugendfreizeitpark in Kontakt“, hatte Andreas Müßener von der Fraktion Wermelskirchen vor einigen Tagen öffentlich in einer E-Mail, unter anderem an die Bürgermeisterin geschrieben. Und: Meiner Meinung nach könnte ein kurzfristig einberufener Runder Tisch viele der sich in den letzten Monaten angehäuften und sicherlich vermeidbaren Probleme lösen. Weiterhin würde ein Runder Tisch endlich alle Interessengruppen zusammenführen, um gemeinsam Vorgehensweisen zu entwickeln, die am Ende alle Personen in Harmonie zusammenführen.“

Möglichst keine Ruhestörung durch Freizeitpark

Mitglieder der anderen Fraktionen sehen das zurückhaltender: „Die Stadt kümmert sich bereits intensiv um die Situation in Zenshäuschen“, sagt beispielsweise Stefan Janosi (Bündnis 90/ Grüne). Er habe sich mehrfach selbst vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und könne keine Auffälligkeiten feststellen, sagt der Grünen-Politiker. „Ich habe auch in den Abendstunden dort keinen Lärm bemerkt oder Menschenansammlungen angetroffen.“ Für engen Bürgerkontakt sei auch seine Fraktion. „Allerdings glaube ich, dass der Jugendfreizeitpark inzwischen zu einem Politikum geworden ist und das kann auf keinen Fall das Ziel sein.“

Auch Jochen Bilstein setzt auf eine ruhige Vorgehensweise. „Ich halte nichts von irgendwelchen Unterschriftenlisten. Das schafft nur unnötige Konflikte und würde der Sache nicht gerecht. Wir sollten dem Ganzen ein bisschen Zeit geben. Selbstverständlich denke ich, wir müssen langfristig Auswüchse von Lärm und Unruhe am Abend dort in den Griff bekommen. Dazu gehören dann aber auch beizeiten Gespräche mit den Jugendlichen.“

Auch Oliver Platt (Bürgerforum) möchte eine Regelung, dass es nachts in Zenshäuschen keine Ruhestörung gibt. „Darum kümmern wir uns aber dann, wenn der Park eröffnet ist. Das ist er noch nicht.“

Ausschussvorsitzender will sich intensiv kümmern

Er wolle in seiner Funktion als Vorsitzender des Aussschusses für Kultur, Freizeit und Tourismus danach „sofort mit Vertretern der Politik und Verwaltung, aber vor allem mit den Akteuren vor Ort ins Gespräch kommen. Ich bin aber überzeugt davon, dass das funktionieren wird und dass diejenigen, die sich seit Jahren für die Sache einsetzen, sich dann auch kümmern werden, dass die Abläufe am Jugendfreizeitpark für alle tragbar sind. Im Fall des Dorfparks in Dabringhausen haben wir das schließlich auch geschafft.“

Was Platt noch betont: „Wir sollten jetzt nicht durch unnötige Diskussionen das gesamte Projekt gefährden. Dafür steckt da zu viel Herzblut und Engagement drin.“

Henning Rehse (WNK/UWG) räumt ein, dass er ebenfalls nicht nachvollziehen könne, warum bereits jetzt die Hinweisschilder gut sichtbar auf dem Platz stünden. „Die sollten doch eigentlich zumindest abgedeckt sein. Ansonsten würde ich aber auch gern erst abwarten, bis wir das Ganze eröffnet haben.“ Ähnlich sehen das die Fraktionsvorsitzenden Marco Frommenkord (FDP) und Michael Schneider (CDU).

Die Stadt hat sich auf Nachfrage am Mittwoch noch nicht zum weiteren Vorgehen geäußert, aber bereits angekündigt, möglicherweise wieder einen Sicherheitsdienst etablieren zu wollen, der bereits während der Sommerferien abends in Zenshäuschen nach dem Rechten geschaut hatte.

Gerichtsurteil

Wie berichtet, konnte der Park in Zenshäuschen bisher nicht eröffnet werden, weil ein Anwohner beim Verwaltungsgericht kurzfristig gegen den davor laufenden Radweg geklagt hatte. Das Verwaltungsgericht Köln hat bislang dazu immer noch kein Urteil gesprochen. Die jüngste Information, die die Wermelskirchener Stadtverwaltung erreicht: „Zeitnah“ würde ein Urteil gesprochen. Erst, wenn dieses Urteil positiv für die Verwaltung ausfällt, kann der Jugendfreizeitpark eröffnet werden. Fertig und Tüv-geprüft ist er.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Fahrerflucht: Unfallfahrer lässt verletzte Rentnerin zurück
Fahrerflucht: Unfallfahrer lässt verletzte Rentnerin zurück
Fahrerflucht: Unfallfahrer lässt verletzte Rentnerin zurück
Verkehrsunfall: Remscheiderin schwer verletzt
Verkehrsunfall: Remscheiderin schwer verletzt
Verkehrsunfall: Remscheiderin schwer verletzt
Ortspolitiker schauen gespannt nach Berlin
Ortspolitiker schauen gespannt nach Berlin
Ortspolitiker schauen gespannt nach Berlin
Die Realschule verabschiedet sich
Die Realschule verabschiedet sich
Die Realschule verabschiedet sich

Kommentare