13. Auflage

Wermelskirchener Musik-Tour begeistert alle Generationen

Auch vor den Lokalen, wie hier der Centrale an der Eich, herrschte mitunter ausgelassene Stimmung.
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Auch vor den Lokalen, wie hier der Centrale an der Eich, herrschte mitunter ausgelassene Stimmung.

Die 13. Auflage kam auch unter Corona-Bedingungen gut bei den über 2000 Gästen an.

Von Michelle Jünger

Brechend voll ist es am Samstagabend in den Lokalen, die an der 13. Musiktour in Wermelskirchen teilnehmen. In 18 Lokalen in der City, in Dhünn und Dabringhausen treten am Abend 18 Künstlerinnen und Künstler oder Bands auf und ziehen ein begeistertes, großes Publikum an.

Judith van Hel und Band begeisterten im Kaffee-Teufel.

Einer der Hauptanlaufpunkte ist unter anderem die Cent-rale an der Kölner Straße, wo an diesem Abend auch noch der Ticketverkauf für die Abendkasse stattfindet. Dort spielt mit Optical Disaster eine Pop-Rock Cover Band. Mit dabei sind auch Stefanie Apmann und Gaby Heller, zwei Freundinnen, die sich bereits seit der Grundschule kennen. Sie sind das erste Mal bei der Wermelskirchener Musiktour und auch noch an der ersten Station auf ihrem Rundgang. „Ein richtig gutes Gefühl und es tut auch mal richtig gut, dass alles so voll ist und man auch die Mimik der Leute mal sehen kann, so ohne Maske“, sagt Stefanie Apmann. Kurz danach sind die beiden Frauen auch schon in der City unterwegs – und später soll es auch noch nach Dabringhausen gehen.

Der Wermelskirchener Musiker Jonas Dubowy rockte im Jugendcafé Juca mit Band für sein Publikum.

In großen und kleinen Gruppen tummeln sich Menschen im Außen- wie Innenbereich, ein ähnliches Bild sieht man auch von draußen vor dem Kaffee-Teufel und dem Balkan-Restaurant. Zu manchen Zeiten kommt man auch gar nicht mehr hinein, aber es ist trocken an diesem Novemberabend, und zum Glück nicht so kalt, dass es draußen nicht auszuhalten wäre. So mancher Service findet dann auch mal vor dem Eingang statt. Aber alles kein Problem

Ein Besucher ist in einer größeren Gruppe unterwegs und versucht gerade ins Kaf-fee-Teufel zu kommen, begnügt sich dann aber auch mit einem Platz vor dem Fenster. Schließlich geht es heute Abend vor allem um die Musik und nicht um Kaffee. Er sei schon öfter auf der Musiktour gewesen, und auch heute werde es ein ausgedehnter Ausflug, berichtet er. Vom Kaffee-Teufel soll es mit dem Shuttle später nach Dhünn und dann auch noch nach Dabringhausen gehen.

Gute Laune hat er auch, ob-wohl er auch etwas unzufrieden ist, dass die Veranstalter zunächst mit der 2-G-Regel geworben hatten, und dann doch auf 3G umgeschwenkt hatten (wir berichteten). „Ich finde es nicht gut, dass es wegen ein paar Beschwerden diese Regeländerung gab. Schließlich wollen wie ja alle sicher sein“, sagt er, „auch in Hinblick auf die derzeit steigenden Zahlen.“

Kontrollen gibt es an jedem Eingang

Blue Again waren im Bistro Katt zu Gast.

An den Eingängen zu den Lokalen wird fleißig kontrolliert, aber die Meinungen der Gäste sind verschieden. Einige fühlen sich sehr sicher, feiern, tanzen und singen mit. Andere sehen suchen lieber etwas ruhigere Orte, denn eins haben alle gemeinsam: gute Musik. Dementsprechend ist es auch im Bistro Katt zwar gut gefüllt, aber es verteilt sich ein wenig besser. Auch der stellvertretende Bürgermeister Norbert Galonska und der ehemalige Bürgermeister Rainer Bleek, die eben „immer bei der Tour mit dabei“ sind. „Heute läuft es etwas ruckelig. Es war teils so überfüllt, aber hier kann man wenigstens noch Luft atmen“, sagt Galonska. „Die Musik ist auch durchaus angemessen und der Blues ist sehr gut. Genau das Richtige für uns“, sagt Galonska lachend. Auch ein Stückchen weiter im Jugendcafé Juca an der Stockhauser Straße sind die Gäste mit der angebotenen Musik sehr zufrieden. Es ist voll dort, aber nicht so voll, dass man sich wie ein Fisch in der Sardinenbüchse fühlen müsste.

Jonas Dobowy und Band geben dort gerade ihr Konzert und sind mit Pop, Rock und Latin dabei. Die zumeist jungen Gäste singen lauthals mit und tanzen auch, während die Jugend im Hinterzimmer auch noch Billard spielen kann.

André und Regina sind das erste Mal bei der Musiktour und kennen ähnliches nur aus Remscheid, sind aber begeistert. „Wir waren erst in der Katt, da war es auch schon echt gut“, sagt André. Er findet die Regelung mit der 3G-Regel ebenfalls ausreichend und fühlt sich wohl. Für die Gruppe geht es später noch weiter zum CVJM. Egal wo, die Musiktouristen haben viel Spaß, ganz gleich, in welcher Altersgruppe, denn es ist für jeden etwas dabei. Die gute Gesellschaft und Musik lockt massenweise vor die Tür und sorgt für Leben in der Stadt.

Hintergrund

Zuletzt fand die Wermelskirchener Musik-Tour im November 2019 statt, 2020 musste sie aufgrund der Pandemie ausfallen. Bereits vor dem Start waren diesmal 2000 Tickets für die Wermelskirchener Musik-Tour verkauft worden, auch die Abendkasse war geöffnet. Zumeist verliefen der Einlass und die Kontrolle problem-los. Insgesamt war die Stimmung ausgelassen, es blieb jedoch weitestgehend ruhig und ohne Probleme.

Standpunkt: Gutes Konzept

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Dass nicht alle Menschen sich derzeit bei einer Veranstaltung wie der Musiktour sicher und aufgehoben fühlen, war angesichts der stark ansteigenden Corona-Infektionszahlen zu erwarten gewesen. Und dennoch: Das Konzept kam wieder einmal hervorragend an – bei den Wermelskirchenern und bei Menschen, die am Samstagabend aus umliegenden Städten anreisten. Das ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. Denn nach der langen Zeit der Entbehrung durch die Lockdowns ist vielen einfach mal wieder danach, ausgelassen zu feiern, sich zu treffen, persönlich ins Gespräch zu kommen. Und eben nicht die Abende vor dem Fernseher zu verbringen, im Kreise derer, mit denen man ohnehin tagtäglich seine Zeit verbringt. Wenn man nun, wie die Veranstalter der Musiktour um Dirk Götz von der Centrale, ein derart gutes und sicheres Konzept anbietet, ist diese Art der Ausgelassenheit – trotz steigender Zahlen – auch durchaus machbar und vertretbar. Denn es ist eben nur eine Zeit lang möglich, die Menschen von allem fernzuhalten, was Freude macht. Und das ist auch gut so. Wir brauchen das Miteinander und das Feiern.

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