Planung

Eine Kirmes soll dieses Jahr stattfinden

Buntes Treiben auf dem Loches-Platz. Das ist derzeit ein eher exotisches Bild, aber es soll bald wieder möglich sein. Archivfoto: Michael Schütz
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Buntes Treiben auf dem Loches-Platz. Das ist derzeit ein eher exotisches Bild, aber es soll bald wieder möglich sein. (Archivfoto)

Stadt und Politik planen sowohl für Frühjahr als auch für Herbst.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Das Wermelskirchener Ordnungsamt steckt mitten in den Planungen. Und zwar sowohl für die Frühjahrs- als auch für die Herbstkirmes. Der Corona-Pandemie zum Trotz. „Absagen können wir das Ganze immer noch, aber wir sind es den Schaustellern einfach schuldig, dass wir ihnen zunächst zumindest eine Perspektive bieten“, sagte Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Freizeit und Tourismus. Erfreulich sei, dass kein einziger der Schausteller bisher abgesagt habe, sagte Feldmann. Seit Jahrzehnten hat in Wermelskirchen das städtische Ordnungsamt den Hut auf bei der Kirmesplanung.

Natürlich sei er skeptisch, was die Frühjahrskirmes angehe. Denn traditionell findet die am Wochenende nach Himmelfahrt (dieses Jahr wäre das der 13. Mai) statt. Feldmann: „Das ist natürlich sehr kurzfristig und wir wissen eben nicht, ob bis dahin eine solche größere Veranstaltung überhaupt möglich sein wird. Wir möchten es aber auch nicht gleich verwerfen.“ Voriges Jahr habe das Landesministerium bereits Mitte März bescheid gegeben, dass bis mindestens August keine Großveranstaltungen stattfinden dürften. Dieses Jahr gebe es diese Mitteilung noch nicht.

Das Ordnungsamt plant also. Und zwar etwas geräumiger als sonst. „Wir wollen beispielsweise die Eich nur einseitig mit Buden beschicken und auch an der Schulstraße und der Katt soll etwas mehr Platz sein“, sagte Feldmann. Die Stadt stehe zudem im engen Austausch mit dem Ministerium zum Einen, aber auch mit dem Marketingverein WiW, um eventuell nach Alternativen suchen zu können.

Die hat auch Oliver Platt (BüFo) als Vorsitzender des neuen Ausschusses für Kultur, Freizeit und Tourismus im Auge, sollte es mit der einen oder anderen Kirmes nicht wie gewohnt klappen. „Die Bürger möchten wieder raus und es wird in jedem Fall eine Kirmes geben“, hatte er bereits mehrfach betont.

Klaus Wilke (CDU) warnte indes vor zu schnellem Optimismus. „Man sollte den Bürger jetzt auch nicht mehr versprechen, als man schließlich realisieren kann. Dass geplant wird, finde ich gut, aber wir sollten im Hinterkopf behalten, dass das Pandemiegeschehen noch viel zu unberechenbar ist, als dass man schon sicher irgendwas planen könnte.“

Auch die Stadt Köln plant bereits wieder Veranstaltungen

Oliver Platt betonte, sicher zu sein, „dass das Gross der Bürger nach einem Jahr Pandemie die Lage schon gut einschätzen kann. Sicher steht der Gesundheitsschutz über allem. Das sollte klar sein, aber wir müssen auch Perspektiven schaffen.“ Auch den Gedanken an eine möglicherweise stattfindende Frühjahrskirmes wolle er deshalb nicht aufgeben. Dass das Ordnungsamt in engem Kontakt mit WiW sei, begrüße er: „Da lassen sich vielleicht auch andere Möglichkeiten schaffen, die sich als Alternative anbieten.“

So war es beispielsweise beim verkaufsoffenen Sonntag vor Weihnachten gewesen. Trotz schon bestehenden Teil-Lockdowns hatte der in Wermelskichen stattfinden können. Es gab Buden, an denen sich die Gäste Speisen und Getränke „to go“ mitnehmen konnten. Und auch einige Musiker hatten sich damals im Dezember in der Stadt postiert.

Henning Rehse (WNK/UWG) räumte ein, in der Sache zwiegespalten zu sein. „Was die Frühjahrskirmes angeht, bin ich sehr skeptisch und klar müssen wir dem Gesundheitsschutz oberste Priorität geben, Aber andererseits bin ich auch froh, dass geplant wird – und im Leben gibt es eben keine hundertprozentige Sicherheit. Und wenn die Sommerkirmes nicht stattfinden kann, werde ich richtig sauer. Das wird dann wahrscheinlich an unserer Landesregierung liegen, die schon an anderer Stelle Versäumnisse eingestehen musste.“

Die Stadt Köln, das berichtete Ausschussvorsitzender Oliver Platt, plane bereits für dieses Jahr Open-Air-Feste und Veranstaltungen. Das sei aus dem dortigen Kulturausschuss durchgesickert.

Hintergrund

Die Frühjahrskirmes 2021 würde regulär vom 13. bis 16. Mai stattfinden. Am Sonntag, 16. Mai, wäre das Fest, bei dem sich alljährlich tausende Besucher nicht nur aus Wermelskirchen, in der Stadt tummeln. Im Jahr 2020 hatte das Land relativ früh im März Großveranstaltungen bis zum Spätsommer verboten. Die Herbstkirmes würde dieses Jahr ab dem 27. August starten. Eine Woche zuvor wäre Dhünner Kirmes.

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