Eifgen

Bowl Church möchte Ruhe einkehren lassen

Die jungen Mitglieder von Bowl Church wollen ihr Projekt keinesfalls gefährden. Archivfoto: Doro Siewert
+
Die jungen Mitglieder von Bowl Church wollen ihr Projekt keinesfalls gefährden. Archivfoto: Doro Siewert
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
    schließen

Vereinsmitglieder entschuldigen sich für „vorschnelle Äußerungen“

Wermelskirchen. Es ist ein großes Diskussionsthema, das derzeit in Wermelskirchen schwelt. Was wird aus dem Eifgen? Nun geht das Verfahren in die nächste Runde, denn während sich einige Fraktionen aus der Politik bereits positioniert haben, halten sich FDP, Grüne und CDU mit ihrer Entscheidung noch zurück. Fest steht, wenn die Politik mehrheitlich gegen den vorliegenden Investor stimmt, wird das Verfahren neu aufgerollt und der Verein Bowl Church könnte somit wieder im Rennen sein.

Wie berichtet, hat die Stadt mit Lo-Project bereits einen Investor gefunden, der das Grundstück und die Gebäude kaufen, sanieren und vorwiegend als Bürokomplex nutzen möchte. Später kamen indes weitere Vorschläge aus der Bevölkerung, unter anderem vom christlichen Verein Bowl Church, der das Gelände selbst erschließen und vielfältig nutzen will – als sogenannten Creative Space.

Viele Jugendliche und Erwachsene stehen hinter der Idee von Bowl Church

Dass viele Wermelskirchener hinter der Idee von Bowl Church stehen, hat sich bereits gezeigt. In den sozialen Medien bekommen die rund 120 Jugendlichen und jungen Erwachsenen viel Zustimmung, zudem spendeten 400 Menschen für das Projekt insgesamt schon 232 000 Euro. „Auf unserer Website kann man neben dem Spendenstand auch die Anzahl unterschiedlicher Spender einsehen“, erklärt Daniel Pleuser von Bowl Church.

In der Ratssitzung am 28. Juni soll dann eine endgültige Entscheidung seitens der Ratsfraktionen getroffen werden: für oder gegen den Investor. Zuvor waren die Wellen bereits hochgeschlagen, weil sich SPD und Bürgerforum für den Investor im Eifgen positioniert hatten. „Wir hatten den Eindruck, dass wenn noch eine weitere Partei eine schnelle und für uns negative Entscheidung trifft, der Traum vom Creative Space zu Ende ist“, erklärt Daniel Pleuser. „Denn hätte sich noch eine weitere Partei negativ entschieden, wäre bei den noch unentschlossenen Parteien vermutlich der Eindruck entstanden, dass es der politische Mainstream ist, für den Investor zu stimmen. Aus diesem Grund waren wir Ende letzter Woche wirklich verzweifelt und haben vorschnelle, falsche und emotionale Aussagen getroffen. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen und haben dies in einem Schreiben an alle Fraktionen mitgeteilt“, sagt Pleuser. Gespräche mit den Fraktionen stünden noch aus.

Oliver Platt vom BüFo weist Vorwürfe zurück

Und auch Oliver Platt, Fraktionsvorsitzender des BüFo, möchte noch einmal betonen, dass er sich nicht gegen Bowl Church entschieden habe. „Im Gegenteil“, sagt Platt. „Gerne unterstützt das BüFo deren Bemühungen, um einen Ort für des Creative Space zu finden. Aber eben einen anderen als das Eifgen.“

Zum Vorwurf, die Politik und das BüFo hätten den Jugendlichen Hoffnung gemacht im Eifgen ihr Projekt umzusetzen und würden jetzt ihr Versprechen zurückziehen, sagt Platt: „Für das Bürgerforum kann ich sagen, das das so nicht stimmt. Direkt in unserem ersten Treffen habe ich den jungen Leuten mitgeteilt, dass es für das Eifgen-Areal zu spät ist und dass sie das dort unten nicht machen können. Dabei habe ich dem Verein meine Unterstützung zugesagt, einen anderen, besseren Ort zu finden.“

Bowl Church erkennt jede Entscheidung an

Im aktuellen Vergabeverfahren der Stadt gebe es nur einen Bewerber und das sei die Firma Lo-Projekt. Platt: „Das Bürgerforum findet deren Projekt für das Eifgental sehr gut und unterstützt die Verwaltung dabei, alles Weitere in die Wege zu leiten, um dieses Projekt dort zu verwirklichen. Aber eine Entscheidung für Lo-Projekt ist keine Entscheidung gegen etwas, sondern für ein sehr schlüssiges und gutes Konzept.“

Daniel Pleuser von Bowl Church möchte Ruhe einkehren lassen: „Wir erkennen an, dass die Entscheidung für die Politik eine der schwersten Entscheidungen der letzten Jahre ist. Es sind verschiedene Faktoren zu bedenken und wir erkennen jede Entscheidung an, wenn sie in Ruhe und auf sachlichen Argumenten getroffen wird.“

Hintergrund

Bisher haben sich die WNK/UWG und Zukunft Wermelskirchen klar für das kreative Projekt von Bowl Church im Eifgen ausgesprochen. SPD und BüFo stimmten – zumindest im Eifgen – dagegen. Nun stehen noch die Entscheidungen von CDU als größter Fraktion, den Grünen und der FDP aus, die sich spätestens in der Ratssitzung am 28. Juni klar für oder gegen den Investor positionieren müssen.

Standpunkt: Heißes Eisen

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga.de

Das Eifgen ist wirklich ein heißes Eisen. Dass so viel Wermelskirchener Herzblut an und in diesem Kleinod im Grünen steckt, ist schon erstaunlich. Fakt ist: Das Thema erhitzt die Gemüter aufs Äußerste. Und zwar nicht nur jene, die unmittelbar beteiligt sind, sondern erstaunlich viele Wermelskirchener. Umso wichtiger, da hat Daniel Pleuser von Bowl Church schon ganz recht, ist jetzt Besonnenheit. Schade ist ohne Zweifel, dass die Stadt das Verfahren nicht vorher transparent gemacht hat, wie die WNK/UWG und das Bürgerforum es zuvor vorgeschlagen hatten. Aber das ist jetzt durch. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die politischen Fraktionen letztlich entscheiden. Ob sie dem Investor eine Chance geben oder ob sie noch einmal ganz neu entscheiden wollen. Berechtigt wäre das in jedem Fall, denn immerhin hatten Bowl Church ihre Idee zuvor noch gar nicht einbringen und somit auch noch nicht komplett vorstellen können. Diese Chance müssten sie zumindest eigentlich bekommen. Vorwürfe, an wen auch immer, sind zurzeit indes fehl am Platze. Kluge Entscheidungen fällen, das ist eher angesagt

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

In die Altenheime kehrt Normalität zurück
In die Altenheime kehrt Normalität zurück
In die Altenheime kehrt Normalität zurück
Ab heute wird die Kölner Straße saniert
Ab heute wird die Kölner Straße saniert
Ab heute wird die Kölner Straße saniert
Medizinerin eröffnet neue Hautarztpraxis
Medizinerin eröffnet neue Hautarztpraxis
Medizinerin eröffnet neue Hautarztpraxis
A la carte steht ganz im Zeichen der Kultur
A la carte steht ganz im Zeichen der Kultur
A la carte steht ganz im Zeichen der Kultur

Kommentare