Altenpflege

Carpe Diem: Neue Leiterin fühlt sich wohl

Claudia M. Juric (hinten links) setzt auf ihr Leitungsteam in der Einrichtung in Dabringhausen. Foto: Peter Klohs
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Claudia M. Juric (hinten links) setzt auf ihr Leitungsteam in der Einrichtung in Dabringhausen.

Claudia M. Juric führt seit November das Haus in Dabringhausen.

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Seit knapp zehn Jahren gibt es den Senioren-Park Carpe diem in Dabringhausen. Mit 67 Plätzen in der stationären Pflege sowie 17 im betreuten Wohnen ist das Haus am Rande des Dorfkerns kleiner als die Einrichtung gleichen Namens in Wermelskirchen. Das dem Haus angegliederte Restaurant und Café „Vier Jahreszeiten“ lädt, wie an allen Standorten von Carpe diem, zum Verweilen bei einer Tasse Kaffee oder anderen kulinarischen Genüssen ein.

Schon längere Zeit kümmern sich die Mitarbeitenden in Dabringhausen ohne feste Einrichtungsleitung um das Wohl ihrer Bewohner. Um so froher war die Belegschaft, als mit Claudia Juric zum Ende des vergangenen Jahres eine neue Einrichtungsleiterin ihre Arbeit im Haus aufgenommen hat. Und im Gespräch mir ihr wird recht schnell klar, dass die Freude ganz auf ihrer Seite liegt. „Ich bin hier sehr freundlich aufgenommen worden“, berichtet sie, „und zwar von allen Mitarbeitenden im Hause und der Zentrale. Das Haus in Dabringhausen ist gut strukturiert, das Klima ist positiv und bei aller Professionalität sind die Menschen immer freundlich.“ In der Tat fällt beim Besuch im Haus der unaufgeregte Umgang miteinander auf, zwar konzentriert und sachlich, aber freundlich und den Menschen zugewandt.

Claudia Juric wurde 1980 in einem Dörfchen in der Nähe von Stuttgart geboren. Ihr Berufsweg führte sie zunächst quer durch die Republik. Nach dem Studium der klassischen Kultur und Geschichte in Leipzig, zog sie in den Norden und hat einige Zeit in Wilhelmshaven gelebt. Durch ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten kam sie in Kontakt zu Seniorenheimen. Sie machte ihre Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen und arbeitete schnell in der Verwaltung eines solchen Hauses, bevor sie Einrichtungsleiterin wurde.

Seit 2018 war sie als solche in Thüringen tätig. Noch immer schwärmt sie von der landschaftlichen Schönheit des östlichen Bundeslandes. Allerdings stellte sich im Laufe der Zeit heraus, dass ihre Arbeitsansprüche und die Realität dort nicht optimal zusammenpassten. „Und bei meinen deutschlandweiten Bewerbungen ist mir das Haus in Dabringhausen schon positiv aufgefallen“, erzählt sie.

Kreativität ist im Haus gefragt

Seit November 2021 ist sie nun für die Einrichtung tätig. Und fühlt sich spürbar wohl. „Alle Mitarbeitenden wissen hier, dass man Corona nur gemeinsam besiegen kann“, unterstreicht Claudia Juric. „Die letzten zwei Jahre haben uns doch alle verändert. Im Haus sind sich darüber alle einig.“

Als äußerst positiv beschreibt die Einrichtungsleiterin die Tatsache, dass sie sich im Hause kreativ zeigen und Richtungen entwickeln kann, die die Zukunft des Hauses prägen können. „Das ist so immens wichtig“, weiß sie. „Man identifiziert sich doch so viel intensiver mit der Einrichtung.“

Deshalb kann sie sich auch eine langfristige Beschäftigung in Dabringhausen vorstellen. „Ich möchte mich weiterentwickeln, ich möchte nicht auf der Stelle treten. Aber hier kann ich gestalten, und das ist gut.“

Der Mittelpunkt aller Mitarbeitenden sind die Bewohner. „Das ist natürlich so. Wir wollen, dass unsere Bewohner hier ihr Zuhause haben. Das fängt damit an, dass alle Mitarbeitenden gerne zur Arbeit kommen und ihre Arbeit mit Lust, Liebe und Herzblut angehen. Und das ist hier im Haus der Fall. Die Bewohner bezahlen viel Geld für eine All-Inclusive-Betreuung. Die bieten wir, und zwar gerne. Das ist mein Antrieb. Der Anspruch ist hoch, ja, aber wenn man das gerne macht, dann funktioniert das gut.“ Claudia M. Juric wohnt in Wermelskirchen. „Es war schwierig, eine Wohnung zu finden“, berichtet sie. „Aber trotz eines Katers, der auch noch Freigänger ist, hat es letztendlich doch geklappt.“ Sie macht den Eindruck einer Frau, die sich an ihrem Arbeitsplatz und dessen Umfeld ungemein wohlfühlt.

Standpunkt: Wichtige Arbeit

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Es sind nicht nur Kinder und Jugendliche, die während der Pandemie häufig das Nachsehen haben. Besonders zu Beginn im Frühjahr 2020, als Corona praktisch die gesamte Welt überraschend zu treffen schien, waren es die Senioren, vor allem in den Einrichtungen, die vielfach litten. Mussten doch, eigentlich ja zu deren Schutz, die Türen dort dauerhaft geschlossen werden. Besuch von Angehörigen und Freunden war wochenlang verboten. Das hat Spuren hinterlassen. Bei vielen. Besonders gefordert waren in dieser Zeit die Pflegenden und Betreuenden in den Senioreneinrichtungen. Und sie sind es immer noch, denn Einschränkungen sind immer noch da. Sie mussten und müssen entsprechend das auffangen, was Angehörige nicht leisten konnten und können. Das müssen sie ohnehin tun, unter Pandemie-Bedingungen ist das aber noch anspruchsvoller. Sie leisten also immens wichtige Arbeit. Umso erfreulicher, wenn sie das trotz aller Belastungen immer noch gern tun – wie es in Dabringhausen offensichtlich der Fall ist. Das kommt den alten Menschen in jedem Fall zugute.

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