Bundestagswahl 2021

10 000. Briefwähler erhält kleines Präsent

Hier wird gerade die 10 000. Stimme per Briefwahl abgegeben. Foto: Stadt Wermelskirchen
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Hier wird gerade die 10 000. Stimme per Briefwahl abgegeben.
  • Markus Schumacher
    VonMarkus Schumacher
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Wahlbüro der Stadt meldet eine Rekordbeteiligung per Brief zur Bundestagswahl.

Wermelskirchen. Vorgestern wurde bereits der 10 000. Wahlschein für die Briefwahl zur Bundestagswahl von den Mitarbeitern des Wahlbüros der Stadt Wermelskirchen ausgestellt. Das teilt Claudia Hennen-Mentenich vom Hauptamt mit. Als 10 000. Briefwähler erhielt Herr T. aus Wermelskirchen nach Antragstellung und der durchgeführten Wahl ein kleines Präsent vom Wahlbüro. Die Stadt schreibt: „So viele Briefwahlanträge zu einer Wahl gab es noch nie!“

Zuletzt lag die Zahl der Briefwahlanträge bei der Kommunalwahl in 2020 und der Bundestagswahl 2017 bei rund 6700, bei der Landtagswahl 2017 waren es sogar nur rund 4900, bei der Europawahl waren es rund 5000 Briefwählerinnen und Briefwähler.

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Bereits 2020 nutzten also rund 6700 Wähler die Möglichkeit der Briefwahl. Sicher könne hier von einer Trendwende gesprochen werden, die zur Briefwahl, statt zum Gang an die Wahlurne im Wahllokal tendiere.

Nach Auskunft des Büros des Landeswahlleiters, Lutz Geuer, hat bei gleichem Stichtag die Zahl der Wahlscheinanträge im Landesdurchschnitt von etwa 17,2 Prozent bei der Bundestagswahl 2017 auf nunmehr schon knapp 30 Prozent zugenommen.

Dadurch bedingt haben auch nun die eingebundenen Versandunternehmen jede Menge zu tun, so dass es hier und da zu einer zeitverzögerten Zusendung der Briefwahlunterlagen kommen kann, betont die Stadt.

Standpunkt: Alles schon entschieden?

Kommentar von Markus Schumacher

markus.schumacher @rga.de

Immer öfter hört man jetzt den Satz; „Ich gehe nicht mehr wählen: Ich habe schon gewählt.“ Tatsächlich haben in Nordrhein-Westfalen schon 30 Prozent aller Wahlberechtigten einen Wahlschein beantragt – so viele wie noch nie. Und auch im Wahlbüro der Stadt Wermelskirchen wurde am Mittwoch bereits die 10 000. Stimme per Briefwahl abgegeben. Diese Leute haben sich also alle schon längst entschieden. Wenn das so weitergeht, können die Parteien schon locker eine Woche vor der Wahl am 26. September ihren Wahlkampf aufgeben. Irgendwelche Fernsehdu- oder trielle verpuffen dann auch nur noch. Und wenn es jetzt noch einen dicken „Skandal“ gibt? Eine gefälschte Doktorarbeit von diesem Kandidaten oder eine flapsige Bemerkung über das Dritte Reich von einem anderen? Egal! Es haben ja ohnehin schon die meisten gewählt. Gedacht war die Briefwahl einst als Ausnahme – sie scheint aber jetzt zur Regel zu werden. Fällt es etwa nur mir so schwer, mich zu entscheiden? Die endgültige Entscheidung, wer Bundeskanzler wird, treffe ich meist erst auf dem Fußweg zum Wahllokal.

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