Wermelskirchen bekommt Testzentrum

In Remscheid gibt es einen Test-Drive-In schon seit mehreren Monaten am Schützenplatz. Foto: Roland Keusch
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In Remscheid gibt es einen Test-Drive-In schon seit mehreren Monaten am Schützenplatz.
  • Anja Carolina Siebel
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Anfang kommender Woche soll es losgehen – Die Lebenshilfe soll Anbieter werden.

Wermelskirchen. Wermelskirchen wird voraussichtlich schon Anfang kommender Woche ein eigenes Testzentrum bekommen. Das teilt Hauptamtsleiter Jürgen Scholz, der im städtischen Corona-Krisenstab sitzt, auf Nachfrage mit. „Wir haben einen Betreiber gefunden, der es uns ermöglicht, künftig einmal pro Woche jedem und jeder einen kostenlosen Schnelltest anzubieten“, freut sich Scholz.

Nach WGA-Informationen sollen die Bürger im Bürgerzentrum die Möglichkeit zum Testen bekommen. Wie Axel Pulm, Geschäftsführer der Lebenshilfe, auf Nachfrage bestätig, hat die Lebenshilfe Interesse, das Wermelskirchener Testzentrum zu betreiben. Wir haben Erfahrung mit regelmäßigen Testungen, weil es bei uns seit Monaten üblich ist, dass Besucher bei Eintritt in die Räume der Werkstatt Lebenshilfe getestet werden“, sagt Pulm. 1500 Tests werden an der Altenhöhe wöchentlich durchgeführt – inzwischen Routine. Die Testungen übernehmen Pflegekräfte, die die Lebenshilfe zum Teil bereits dafür engagiert hat. „Wir suchen aber auch noch Mitarbeiter“, kündigt der Geschäftsführer an. Das letzte Wort hat schließlich der Rheinisch-Bergische Kreis; dort hatte die Lebenshilfe ihr Interesse am Betreiben des Testzentrums bekundet. Eine Entscheidung soll aber womöglich noch in dieser Woche fallen.

Kreis sucht derzeit Anbieter für Teststellen

Der Rheinisch-Bergische Kreis ist derzeit dabei, die Anzahl der interessierten Anbieter für Corona-Schnellteststellen in der gesamten Region zu erfassen. „Aktuell hat die Landesregierung landesweit eine vorläufige Beauftragung eventueller Anbieter kostenfreier Schnelltests für Bürger veranlasst und über die Mindestanforderungen und Rahmenbedingungen informiert“ erklärt Gesundheitsdezernent Markus Fischer dazu. Die Anbieter solcher Teststellen seien nun aufgefordert, die Aufnahme des Angebotes beim Rheinisch-Bergischen Kreis anzuzeigen, heißt es in einer Mitteilung. Auch seitens des Kreises würden hierzu kurzfristig entsprechende Aufforderungen und Aufrufe zur Anzeige von kostenfreien Schnelltestangeboten erfolgen, so Fischer.

Eine Liste mit Anbietern von kostenfreien Schnelltests würde der Rheinisch-Bergische Kreis anschließend auf seiner Webseite bekannt geben und laufend erweitern.

Ein Antragsformular für potenzielle Anbieter gibt es beim Kreis

Ab der laufenden Woche sollen Bürger mindestens ein Mal in der Woche einen kostenlosen Schnelltest in Anspruch nehmen können. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat am 8. März eine Allgemeinverfügung für die Umsetzung der kostenlosen Schnelltests in Nordrhein-Westfalen erlassen. Diese regelt, dass bis zum 15. März beispielsweise Ärzte und Zahnärzte, aber auch Apotheken und private Testzentren die neuen Schnelltests anbieten und abrechnen dürfen.

Voraussetzung ist, dass es sich um Anbieter handelt, „die schon bisher Corona-Schnelltests durchgeführt haben und bestimmte Mindestanforderungen erfüllen“. Auf die Lebenshilfe würde das wie berichtet zutreffen. Ein negatives Schnelltest-Ergebnis ist laut aktueller Corona-Schutzverordnung beispielsweise für jene erforderlich, die bestimmte Angebote wie etwa Kosmetikbehandlungen wahrnehmen möchten.

Wie die längerfristige Verfahrensweise bei der Durchführung der kostenlosen Schnelltests sein wird, stehe derzeit noch nicht fest, heißt es beim Kreis. Sobald sie aber geregelt sei, werde der Rheinisch-Bergische Kreis umgehend über das weitere Vorgehen informieren.

Ein Antragsformular für eine Beauftragung als Schnellteststelle finden interessierte Anbieter auf der Webseite des Rheinisch-Bergischen Kreises, ebenso wie Links zur Allgemeinverfügung des Landesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW sowie zu den Mindestanforderungen für Teststellen:

https://www.rbk-direkt.de/schnelltests.aspx

Hintergrund

Die so genannten Antigen-Schnelltests haben ihren Namen, weil das Ergebnis schnell vorliegt. Sie können nur durch geschultes Personal durchgeführt werden – dafür wird ähnlich wie beim PCR-Test ein Nasen- oder Rachenabstrich gemacht. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zu den PCR-Test aber direkt vor Ort. Seit 8. März hat jeder Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Schnelltests sind nicht das Allheilmittel und sie ersetzen vor allem nicht die flächendeckenden Impfungen in den Arztpraxen. Aber sie können eine Krücke sein in diesen verbleibenden Wochen und vermutlich Monaten der Pandemie, in denen die Infektionszahlen leider wieder ansteigen und es eben noch keinen ausreichenden Impfschutz gibt. Vor allem für Unternehmer kann das Schnelltestverfahren hilfreich sein. Um wieder Kunden empfangen zu können. Denn wenn er auch kein hundertprozent sicheres Ergebnis liefert, so besteht doch nach einem negativen Schnelltest ein vergleichsweise geringes Ansteckungsrisiko. Erfolgreich praktiziert wird die Art der Testung bereits in Seniorenheimen und anderen Einrichtungen. Auch wer gerade Erkältungssymptome verspürt und wissen möchte, ob es nur der Heuschnupfen oder doch Covid-19 ist, ist sicher in einem Schnelltestzentrum – erst einmal – richtig. Und dennoch: Langfristig muss das Ziel sein, die Impfungen voranzutreiben. Mit einer Teststrategie hätten Bund und Länder vielleicht im November oder Dezember punkten können. Jetzt kommt sie fast zu spät.

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