Versuchter Suizid

Axt-Angriff: 28-Jähriger wegen Mordes angeklagt

Der Mann sprang nach der Tat von der Autobahnbrücke in Hünger.
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Der Mann sprang nach der Tat von der Autobahnbrücke in Hünger.

Ein 28-Jähriger soll im Oktober versucht haben, seine Eltern mit einer Axt zu töten. Danach sprang er von einer Brücke in Wermelskirchen auf die A1. Er ist nun wegen zweifachen versuchten Morden angeklagt.

Von Claudia Hauser

Wermelskirchen. Am 1. Oktober 2021 steigt ein junger Mann auf ein Baugerüst an der Gewölbebrücke Hünger. Dort, im Bereich der Anschlussstelle Wermelskirchen, überspannt die Brücke die A 1. Es ist Freitag, der Berufsverkehr fließt schon in Richtung Köln. Der Mann klettert auf das Gerüst und springt auf die Autobahn. Drei Autofahrer können in letzter Sekunde ausweichen – der 28-Jährige wird nicht überrollt, seine Verletzungen sind trotzdem lebensgefährlich. Ein Auto kollidiert mit der Betonwand, der Fahrer bleibt unverletzt.

Um 7.30 Uhr geht der erste Notruf bei der Polizei ein. Noch ist nicht klar, dass der Entschluss des Mannes, seinem Leben ein Ende zu setzen, offenbar als sogenannter erweiterter Suizid von ihm geplant war. Seine Eltern waren in der Nacht mit schwersten Verletzungen in ihrem Haus im Wermelskirchener Ortsteil Elbringhausen gefunden worden. Ihr Sohn soll versucht haben, sie mit einer Axt zu töten, während sie schliefen. Beide überlebten.

Zwischen Vater und Sohn soll es einen Streit gegeben haben

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat nun Anklage wegen zweifachen versuchten Mordes gegen den 28-Jährigen erhoben. Mordmerkmal: Heimtücke. Dies bestätigt eine Sprecherin des Landgerichts. Vor der Tat soll es zwischen Vater und Sohn immer wieder Streit gegeben haben. Laut Anklage soll der Vater den Sohn aufgefordert haben, sich endlich auf eigene Füße zu stellen und auszuziehen. „Der Sohn soll dann den Entschluss gefasst haben, seinen Vater zu töten“, sagt die Sprecherin. Dabei habe er von Anfang an einen erweiterten Suizid im Sinn gehabt. Er soll aber nicht geplant haben, auch seine Mutter zu töten.

In der Nacht auf den 1. Oktober 2021 soll der 28-Jährige um 4.10 Uhr das Schlafzimmer der Eltern betreten haben. Das Licht schaltete er nicht an. Im Dunkeln soll er sich der Bettseite seines Vaters genähert und mit einer Axt gezielt auf dessen Kopf geschlagen haben. Durch die Schreie ihres Mannes wurde die Ehefrau aufgeweckt. Der Sohn soll dann auch sie mit der Axt angegriffen haben. Sie erlitt schwerste Kopfverletzungen, ihr Mann schwebte in Lebensgefahr. Zu Fuß soll der Sohn sich dann auf den Weg zur Autobahnbrücke gemacht haben. Ein Verwandter, der auch in dem Haus lebte, entdeckte das Ehepaar etwa eine halbe Stunde nach der Tat und alarmierte die Polizei.

Dem Angeklagten droht eine lebenslange Haft

Der 28-Jährige kam nach dem Sprung von der Brücke zunächst in eine Spezialklinik nach Köln, später in Untersuchungshaft.

Der Prozess vor einer Schwurgerichtskammer des Kölner Landgerichts startet im Sommer, genaue Termine stehen nach Angaben der Sprecherin noch nicht fest. Dem Beschuldigten droht eine lebenslange Haftstrafe.

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