Alternative zur Herbstkirmes

Auf dem Schwanenplatz gibt’s eine kleine Kirmes

Im September sollen sich die Karussells wieder drehen. Foto: M. Sieber
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Im September sollen sich die Karussells wieder drehen.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Es soll eine Alternative zur großen Version der Herbstkirmes mit Remscheider Schausteller im September geben.

Wermelskirchen. Die Voraussetzung ist, dass der Inzidenzwert auch Anfang September noch unter 35 liegt. Sollte das so sein, gibt es gute Nachrichten. Zwar wird es auch dieses Jahr keine große Herbstkirmes in Wermelskirchen geben. Die Stadt plant aber mit dem Remscheider Schausteller Frank Schmidt eine kleinere Version der Kirmes. Die soll vom 3. bis 12. September auf dem Schwanenplatz stattfinden. Das bestätigt Paul Engelbracht, stellvertretender Ordnungsamtsleiter und seit vielen Jahren „Mister Kirmes“ von Wermelskirchen, auf Nachfrage.

„Wir haben erst vorige Woche erfahren, dass es Großveranstaltungen wie eine Kirmes frühestens ab 1. September geben darf“, berichtet Engelbracht. Die große Kirmes zu verlegen sei aus verschiedenen Gründen aber nicht möglich: „Selbst ohne Corona hätten die Schausteller ja gar keine Zeit, weil sie ja von Kirmes zu Kirmes ziehen“, erklärt Paul Engelbracht. „Die bauen in der Regel nach dem Feuerwerk ganz fix ab und sind dann am Folgetag schon woanders.“ Auch Strom und Toilettenwagen seien zu einem anderen Zeitpunkt nicht mehr für Wermelskirchen verfügbar.

Eingangskontrollen für eine reguläre Herbstkirmes würden alleine 40 000 Euro kosten

Engelbracht: „Ein weiteres Problem sind die Eingangskontrollen, die zwingend nötig sind, weil nur maximal 1000 Menschen auf einem Platz oder Gelände zusammenkommen dürften.“ Das ließe sich mit der regulären Kirmes nicht vereinbaren, denn allein durch den Krammarkt gibt es mindestens 15 Eingänge, an denen dann jeweils zwei Kontrollen postiert werden müssen. „Insgesamt würde uns diese Kontrollen allein über 40 000 Euro kosten; das ist utopisch“, sagt Paul Engelbracht.

Sprich: Auf die „richtige“ Kirmes müssen die Wermelskirchener nun doch noch bis nächstes Jahr warten. Zusammen mit Schausteller Frank Schmidt aus Remscheid entstand dann aber spontan die Idee für die kleinere Alternative. „Parallel akquirieren wir schon mögliche Händler und Schausteller“, sagt Paul Engelbracht. „Wir hoffen natürlich, dass wir den Platz voll bekommen.“

Fest wird das erste in Nordrhein-Westfalen sein

Einlasskontrollen am Schwanenplatz seien kein Problem. Es wird sie unten am Schwanen (Höhe Hotel Zum Schwanen) und oben an der Jahnstraße geben. „Wenn dann der Platz voll ist, werden wir eine Durchsage machen, dass sich der Rest der Besucher noch eine Weile gedulden muss, bis er auf das Gelände kann“, sagt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter.

Die Schwanen-Kirmes wird die wohl erste in Nordrhein-Westfalen sein, weil erst ab 1. September wieder Volksfeste möglich sein werden. „Dass sie sich über zehn Tage und somit auch über zwei Wochenenden strecken wird, hat dann nochmal besonderen Charme“, findet Paul Engelbracht.

Standpunkt: Danke für den Einsatz

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga.de

Das sind doch gute Nachrichten. Das werden vielleicht jene, die der großen Wermelskirchener Kirmes mit Matinee, Krammarkt und allem Zipp und Zapp bereits entgegengefiebert haben, nicht so empfinden. Aber eigentlich war doch vorhersehbar, dass es auch dieses Jahr eben noch nicht möglich ist, eine Riesensause zu machen. Dass Stadt und Schausteller sich kurzerhand eine etwas kleinere Alternative überlegt haben, die dann dafür aber etwas länger dauert, ist doch eine super Sache. Gerade Familien werden sich sicher über das fast vergessene Kirmesfeeling freuen. Endlich wieder sich drehende Karussells, Zuckerwatte, Paradiesäpfel und Autoscooter. Und vielleicht das eine oder andere Bierchen am Stand. Voraussetzung ist natürlich, dass die Inzidenz so niedrig bleibt, wie sie derzeit ist, oder im Idealfall noch niedriger wird. Denn steigt sie wieder, ist ein großes Volksfest, selbst wenn es im Freien stattfindet, nicht durchführbar. Alle Beteiligten gehen also ein Risiko ein. Das machen sie aber aus gutem Grund. Um den Menschen nach dem Lockdown wieder ein bisschen Freude und Abwechslung zu bieten. Und das ist aller Ehren wert.

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