Spielecamp

53 Kinder dürfen spielen und toben

Gestern startete das Spielecamp des Stadtsportverbandes in der Schuberthalle. Foto: Markus Schumacher
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Gestern startete das Spielecamp des Stadtsportverbandes in der Schuberthalle.
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Am Montag ist das Spielecamp des Stadtsportverbandes in der Schuberthalle gestartet

Wermelskirchen. Max und Frederik schlagen mit Poolnudeln aufeinander ein. Ein älteres Mädchen balanciert mitten in der Halle auf einem Wackelbrett. Fußballtore und Basketballkörbe sind alle dicht umringt. Und mitten durch den Trubel läuft ein zweijähriger Dreikäsehoch – eine Betreuerin folgt dicht dahinter. Das Spielecamp des Stadtsportverbandes Wermelskirchen ist in der Schuberthalle mit 53 Kindern gestartet. Den Überblick im scheinbaren Chaos behält stets der Organisator Carsten Kuhlwilm.

„Ich habe doch meine Leute, auf die ich mich seit Jahren verlassen kann“, sagt Kuhlwilm. Dazu gehört zum Beispiel Alexandros Tsotsonos. Der war mal Kuhlwilms Handball-Torwart in Köln, heute ist er bestens ausgebildeter Trainer unter anderem für den Deutschen Handballbund. „Alle mal zusammenkommen“, brüllt er gegen den Kinderlärm an. Erfolgreich. Und dann erklärt Tsotsonos ganz ruhig das nächste Spiel: Dabei werfen sich die Kinder mit Bällen ab.

Zu den Sponsoren des Camps zählen die KJA Leverkusen, Rhein-Berg, Oberberg, die BEW und die AOK Rheinland/Hamburg. Für letztere ist Gabi Schlünder da: „Wir sind immer froh, wenn es vor Ort Leute gibt, die so etwas anbieten.“ Und Wermelskirchen sei da seit vielen Jahren vorbildlich aktiv.

„Tobt Euch mal so richtig aus!“

Marion Lück, Bürgermeisterin

Zu den Spielecamp-Fans zählt auch Bürgermeisterin Marion Lück: „Mein Sohn war bei solchen Veranstaltungen auch immer dabei“, berichtet sie, „daher weiß ich, wie wichtig solche Angebote in den Ferien sind.“ Und nach Corona sogar noch wichtiger: „Tobt Euch mal so richtig aus“, ruft Marion Lück den Kindern zu. Und die ließen sich nicht lange bitten. „Bis zum 23. Juli ist hier montags, mittwochs und freitags jeweils von 10 bis 14 Uhr Action angesagt“, erklärt Torsten vom Stein (SSV). Mittagessen gebe es nicht. Einige Kinder sind dafür am Montag kurz nach Hause gegangen. „Ist ja gar kein Problem“, meint Kuhlwilm. Im vergangenen Jahr hatte das Camp sogar sechs Wochen gedauert, doch das habe sich nicht bewährt, sagt der Organisator.

Luca vom Stein, der Sohn von Torsten vom Stein, zählt auch zu den Betreuern. Die Kinder fangen Wurfsterne vom ihm und sind voll bei der Sache. Als vom Stein sich mittags verabschiedet: „Bis Morgen!“, gucken einige der Kinder kurz ein bisschen traurig aus der Wäsche. Doch beim nächsten Spiel leben sie gleich wieder auf.

Spiel und Spaß am Sport stehen im Vordergrund

Das Sportprogramm für die nächsten Tage steht schon fest, es hat sich bereits bewährt. „Heute geht es noch vor allem darum, Gruppen zu bilden“, weiß Kuhlwilm.

Die 50 Plätze für Kinder zwischen zwei und 14 Jahren, „es sind sogar 53 geworden, weil ich so schlecht Nein sagen kann“, räumt Kuhlwilm ein, waren blitzschnell weg. Kuhlwilm: „Ich hätte auch 150 Plätze vergeben können, so groß war die Nachfrage.“ Dabei gab es wegen der Pandemie nur einen sehr kurzen Vorlauf, lange wusste man ja nicht, ob so ein Camp überhaupt durchgeführt werden darf.

Spiel und Spaß am Sport stehen im Vordergrund. Und so werde quasi wie von selbst, gegenseitige Rücksichtnahme, Ordnung und Disziplin vermittelt: Tugenden, die der Sport in Gruppen mit sich bringe.

Bierernst geht es nur selten zu: In der letzten Woche kommt sogar ein Clown zu den Kindern in die Sporthalle. Und ein Eis für die Kinder werde es auch sicher mal geben, verspricht Kuhlwilm.

Gabi Schlünder (AOK) macht noch auf den „Starke Kids“-Förderpreis aufmerksam: „Gesunde Kinder sind starke Kinder“, weiß sie. Die AOK lobe daher insgesamt 4000 Euro für Projekte zur Kinder- und Jugendförderung aus. Das Spielecamp des SSV wäre da ein aussichtsreicher Kandidat, „aber die haben ja bereits eine Unterstützung erhalten“, sagt Schlünder.

Hintergrund

Der Stadtsportverband Wermelskirchen ist ein Zusammenschluss von örtlichen Sportvereinen. Er vertritt zum Beispiel die Interessen des Sports in der Kommunalpolitik. „Als Motor, der sportpolitische Überlegungen in der Gemeinde oder Stadt vorantreibt, nehmen sie in unterschiedlicher Weise viele Aufgaben wahr“, schreibt der Kreissportbund auf seiner Homepage.

Standpunkt

markus.schumacher @rga.de

Kommentar von Markus Schumacher

Bälle rollten als Stolperfallen über den Hallenboden. Kinder rannten kreuz und quer herum. Turnschuhe quietschten – und irgendjemand kreischte immer mal kurz in einer sehr hohen Tonlage. Oben von der Rampe vor den Umkleidekabinen aus erinnerte das Treiben in der Schuberthalle am Montag schon an einen Ameisenhaufen. Das Spielecamp des Stadtsportverbandes Wermelskirchen ist am Montag mit 53 Kindern gestartet. Und die waren von einem Moment auf den anderen mucksmäuschenstill und posierten diszipliniert fürs Zeitungsfoto. Wenn es jemand noch nicht gewusst haben sollte: Sport ist gut für die Kinder. Er ist der Gesundheit förderlich, er stärkt das Selbstbewusstsein und hilft bei einer vernünftigen Sozialisation. Weil das alles nicht nur Carsten Kuhlwilm weiß, hat er es oft gar nicht so schwer, Sponsoren, Förderer und auch Betreuer für das Angebot in den Sommerferien zu finden. Die Eltern können froh sein, ihre Kinder für ein paar Stunden nicht nur mal aus dem Corona-geplagten Haus zu haben, sondern sie nachmittags sogar ausgepowert aber gestärkt zurückzubekommen.

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