Einschulung

300 i-Dötzchen haben entspannten Start

Ab in die Schule. An dem Wermelskirchener Grundschulen verliefen die ersten Tage reibungslos. Symbolfoto: Christian Beier
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Ab in die Schule. An dem Wermelskirchener Grundschulen verliefen die ersten Tage reibungslos.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Lehrer und Schüler an den Grundschulen freuen sich auf die gemeinsame Zeit, möglichst im Präsenzunterricht.

Wermelskirchen. Dagmar Strehlow-Toussaint hat mit ihrem Team eine anstrengende, „aber auch schöne Woche“ hinter sich, wie die Leiterin der Waldschule selbst sagt. Höhepunkt war die Einschulung der Erstklässler am Donnerstag. „Das war natürlich wegen der Corona-Beschränkungen alles etwas anders als üblich, aber es ist gut gelaufen“, ist die Pädagogin zufrieden.

An der Waldschule am Vogelsang gibt es zwei erste Klassen in diesem Schuljahr. Und die wurden in zwei Zeremonien eingeschult, eine um 8.30 Uhr am Morgen, die andere um 11 Uhr. Dagmar Strehlow: „Wir hatten die Möglichkeit, vier Erwachsene pro Kind als Begleitung zuzulassen. Das konnten Geschwisterkinder, Großeltern, Verwandte oder Freunde sein.“

Froh seien sie und das Lehrerkollegium, dass Präsenzunterricht nach den Sommerferien trotz wieder steigender Corona-Infektionszahlen möglich ist. „Das wäre gerade für die Erstklässler fatal, wenn wir jetzt mit Distanzunterricht starten würden“, sagt sie. Aus pädagogischer Sicht sei der Präsenzunterricht „das Beste, was Schüler mitnehmen können“. Und das aufgrund vielerlei Aspekte. „Den Lernstoff konnten die Eltern voriges Jahr recht gut vermitteln, da gibt es wenig Defizite.“

Alle sind erleichtert, dass ein kleines bisschen Normalität in den Schulalltag gekehrt ist

Anders sehe es beim selbstständigen Arbeiten aus. „Speziell bei den jetzigen Zweitklässlern haben wir beobachtet, dass sie oft noch Schwierigkeiten haben, sich Lösungswege selbst zu überlegen, weil oftmals die Eltern zuhause dann selbst das Zepter in die Hand genommen haben, wenn es mal länger dauerte“, berichtet Dagmar Strehlow-Toussaint. Das sei ja auch verständlich; in der Schule könnten sich aber nun mal die Lehrkräfte nicht immer sofort um jeden Einzelnen kümmern. „Da ist dann auch mal Wartezeit angesagt, in der man vielleicht auch schon selbst auf die richtige Lösung kommt.“

An der Grundschule Am Haiderbach wurden insgesamt drei erste Klassen am Donnerstag eingeschult: eine in Hünger und zwei am Standort Tente. Die Schulleitung Am Haiderbach gestattete zu der Einschulungsfeier, die an beiden Standorten separat stattfand, jeweils zwei Begleitpersonen pro Schüler, meist waren das die Eltern. „Wir hatten eine so schöne Feier, dass einige Schüler ganz traurig waren, als sie in ihren Klassenraum mussten“, erzählt Schulleiterin Marion Klein lachend.

Auch sie sei erleichtert, dass „ein kleines Stück Normalität im Schulalltag eingekehrt“ sei. „Klar, an das Maskentragen müssen sich speziell die Erstklässler jetzt noch gewöhnen“, räumt Klein ein. Aber das gehöre inzwischen dazu, Positiv und eine Erleichterung für die Schülerinnen und Schüler sei es, dass sie die Masken nicht mehr auf dem Schulhof und beim Sportunterricht tragen müssen.

Eltern haben engagiert gearbeitet

An der Waldschule gibt es bestimmte belüftete Räume oder den Schulflur, wo die Schüler eine Pause einlegen und ihre Masken für eine Weile ablegen können. „Und auch bei bestimmten Sprachübungen ist das erlaubt, damit die Schüler an Mundbewegungen ablesen können.“

Auch Friederike Kelzenberg-Gerloff, Schulleiterin der Dhünntalschule, hat den Schulstart der i-Dötzchen als sehr angenehm erlebt. An den beiden Schulstandorten in Dhünn und Dabringhausen wurden am Donnerstag jeweils zwei Klassen eingeschult. Kleiner Wermutstropfen: Die Gäste der Einschulungsfeier mussten coronabedingt auf das sonst übliche Catering verzichten. „Unser Schulverein hat dafür eine schöne Erfrischungstüte für alle vorbereitet“, berichtet die Kelzenberg-Gerloff

Die Schulleiterin ist ebenfalls froh, dass Präsenzunterricht in den Klassenräumen der Dhünntalschule jetzt wieder möglich ist, lobt aber gleichzeitig das „große Engagement“ der Eltern. „Wir hatten dadurch keine großen Einbußen in der Vermittlung des Lernstoffs. Ich finde, die Eltern haben das wirklich gut gemacht. Und das ist keineswegs selbstverständlich.“ | Standpunkt

Zahlen und Fakten

Rund 300 i-Dötzchen wurden am Donnerstag an den Wermelskirchener Schulen eingeschult. NRW-weit waren es rund 166 000 Schülerinnen und Schüler. Das teilt die Verwaltung auf Nachfrage mit. Pandemiebedingt müssen die Erstklässler wie NRW-weit rund 2,5 Millionen Schüler altbekannte Schutzmaßnahmen befolgen, sich aber auch auf Änderungen und Neuheiten einstellen. Maskenpflicht galt weiterhin in Klassenraum und Gebäude, nicht aber mehr auf dem Schulhof und im Sportunterricht. Tests sind vorgeschrieben.

Standpunkt: Ein bisschen Normalität

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Alle freuen sich derzeit über dieses Stück Normalität, das nach langer Durststrecke in der Corona-Pandemie wieder einkehrt. Der Besuch im Fitnessstudio und Sportverein ist wieder möglich, Veranstaltungen und Konzerte finden wieder statt, der Restaurantbesuch macht wieder Spaß. Alles im Grunde Luxus, der den meisten von uns aber gefehlt haben dürfte. Für die Schülerinnen und Schüler gibt es indes wenig Luxus, dafür mussten sie sich inklusive ihrer Familien lange weiträumig einschränken, durften ihre Freunde nicht treffen, mussten zu Hause mit den Eltern lernen. Gerade für sie ist es also von großem Vorteil, dass sie nun wieder in Präsenz lernen dürfen. Und das in vielerlei Hinsicht. Es ist eben doch etwas völlig anderes, ob man den Lernstoff von den Eltern vermittelt bekommt, oder ob man neben seinen Schulfreunden sitzen darf. Es geht um Selbstständigkeit, freie Entfaltung, soziales Miteinander – und so viel mehr. Es bleibt also zu hoffen, dass die Schüler nicht wieder zurückmüssen in den Distanzunterricht, sondern dauerhaft gemeinsam lernen können. Gerade für die Erstklässler ist das sehr wichtig.

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