Theater

Wenn der letzte Vorhang fällt

Der Innenraum im Film-Eck: Bis Ende des Jahres gibt es hier noch vier Veranstaltungen des Kulturvereins. Auch für 2023 sind Theatervorstellungen gesichert. Aber wie geht es dann weiter? Der Kulturvereinvorsitzende hat große Sorgen um den Fortbestand.
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Der Innenraum im Film-Eck: Bis Ende des Jahres gibt es hier noch vier Veranstaltungen des Kulturvereins. Auch für 2023 sind Theatervorstellungen gesichert. Aber wie geht es dann weiter? Der Kulturvereinvorsitzende hat große Sorgen um den Fortbestand.

Programm bis 2023 steht – Kulturverein hat aber große Zukunftssorgen.

Von Stephan Singer

Vier Veranstaltungen sind es im zweiten Halbjahr diesen Jahres, in 2023 wird es auch je vier Aufführungen im ersten und zweiten Halbjahr geben. Damit hält der Kulturverein Wermelskirchen an seinem traditionellen Konzept fest, jährlich acht Theatertermine im Film-Eck-Kino zu organisieren. „Das ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr“, sagt der Kulturvereinsvorsitzende Peter Scheben im Gespräch mit unserer Redaktion: „Für uns steht im Raum, die Zahl der Termine zu reduzieren. Eigentlich wollen wir jedoch unserem Publikum den gewohnten Umfang bieten.“

Zum Hintergrund blickt Scheben aus: „Das Programm für die nächsten eineinhalb Jahre steht und setzen wir um. Aber es geht dem Ende entgegen, habe ich das Gefühl. Zum Ablauf des Jahres 2023 könnten wir nur noch 5000 Euro in der Kasse haben, und damit machen wir nicht viel.“ Seine Kalkulation sei sicherlich stets pessimistisch, gibt der Kulturvereinsvorsitzende zu: „Anders ist es fahrlässig“.

Es geht dem Ende entgegen, habe ich das Gefühl.

Peter Scheben, Kulturverein

Sorge bereiten Peter Scheben zwei Faktoren: Zum einen würde das Spendenaufkommen sinken. Zum anderen sei das Publikum von der Coronapandemie verunsichert: „Zuletzt hatten wir nur knapp die Hälfte der verfügbaren Plätze belegt. Die Leute bleiben zu Hause, weil sie eine Infektion fürchten.“

Der Kulturverein habe tendenziell Publikum mit einem höheren Altersdurchschnitt. Obendrein beeinträchtigen die äußeren Zwänge den Kulturverein: Konnte der Kulturverein einst in der Aula der abgerissenen Realschule 450 Besuchern einen Platz bieten und entsprechend Gagen von durchschnittlich 10 000 Euro für eine Aufführung zahlen, haben die ehrenamtlichen Theatermacher seit 2014 eine neue Spielstätte im Film-Eck gefunden. Dort stehen mit maximal 100 Publikumsplätzen deutlich weniger verkaufbare Tickets zur Verfügung – und die Bühnentiefe von drei Metern beschränkt die Auswahl der buchbaren Produktionen.

Zuletzt hatte der Kulturverein noch 10 000 Euro an Corona-Hilfen von der Stadt bekommen, zudem 6000 Euro aus Berlin. „Damit sind wir in 2021 und für die Planungen der kommenden Monate ganz gut ausgekommen“, stellt Scheben fest und rechnet vor, dass die Mitgliedsbeiträge des rund 40 Mitglieder starken Kulturvereins bei einem Jahresbeitrag von 14 Euro „den Kohl nicht fett“ machen. Er bleibe optimistisch, könne jedoch nicht die Augen vor den Fakten verschließen.

Kulturkonzept: Theater könnte in Burscheid stattfinden

Das Kulturentwicklungskonzept, das die gemeinsame Kulturmanagerin für Burscheid und Wermelskirchen, Jasmin Dorner, mit interessierten Akteuren in den kommenden Monaten entwickelt, schätzt Scheben als Idee ein, die „weiter verfolgt werden sollte“. Aber: „Ich glaube beispielsweise nicht daran, dass unser Publikum als Ersatz zu einer Theaterveranstaltung nach Burscheid gehen würde, wenn es in Wermelskirchen keine mehr gibt.“ Er hingegen könne sich sehr wohl vorstellen, mit Burscheid in dem dort entstehenden neuen Kulturzentrum Theatervorstellungen zu organisieren, denn dort stünden dank größerer Bühne und größerem Publikumsbereich in Zukunft andere Möglichkeiten zur Verfügung.

Vorstellungen

Programm: Im zweiten Halbjahr 2022 stehen noch vier Veranstaltungen an. Los geht es mit dem Stück „Der letzte Vorhang“ (29. September), gefolgt von „Die schon wieder – Hildegard von Bingen“ (13. Oktober) und „Der Heinz Erhardt-Abend“ (24. November). Den Abschluss bildet am 22. Dezember das Weihnachtskonzert von Gregorian Voices.

Tickets: Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass eine Stunde vorher. Die Eintrittskarten kosten 20 Euro. Bestellungen laufen über Peter Scheben, Tel. (0 21 93)  26 94 – oder per Mail pscheben@web.de

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