Zu wenige profitieren vom Wohlstand

Pfarrer Matthias Schmid. Foto: Schmid
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Pfarrer Matthias Schmid. Foto: Schmid

Ein Geistlicher macht sich Gedanken

Von Pfarrer Matthias Schmid, Gemeindedienst für Mission und Ökumene der Ev. Kirche im Rheinland Region Bergisches Land

Eine gute Nachricht! Jawohl. Mensch, in diesen Zeiten liest man nicht so viele davon. Eine gute Nachricht! Ein Stück weit mehr Himmel auf Erden: Frauen und Männer sollen per Gesetz vor ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Lieferkette geschützt werden. Kinder vor Kinderarbeit.

Wenn wir in die Bibel lesen, erfahren wir von Gottes Idee, wie gelingendes Leben und gelingendes Miteinander geschehen kann. Im Buch Jeremia, Kapitel 22, Vers 3 kritisiert Gott den herrschenden König der damaligen Zeit: „Schafft Recht und Gerechtigkeit!“ lässt er durch seinen Propheten sagen. Fremde, Waisen und Witwen – also die Benachteiligten und Schwachen – wurden ausgebeutet. Jeremia kritisiert ganz klar den König, der seinen Palast durch Zwangsarbeit und Unterdrückung erbauen ließ und erinnert ihn an seine Verantwortung.

Mit „Schafft Recht und Gerechtigkeit“ werden auch wir gefragt, auf wessen Kosten unser Wohlstand in Deutschland entstanden ist. Und es ist deutlich: Zu wenige Menschen auf der Welt bekommen Anteil an unserem Wohlstand und profitieren von besseren Löhnen und Gehältern und Arbeitsbedingungen, die wir eigentlich zu bezahlen in der Lage sind.

Für Ende August haben nun die Bundesminister Heil und Müller einen Entwurf für ein Lieferkettengesetz angekündigt, das in dieser Legislaturperiode noch verabschiedet werden soll. Unternehmen sollen gesetzlich dazu verpflichtet werden, in ihrer Lieferkette genau hinzusehen, wo soziale und ökologische Standards missachtet werden, wo Menschen bei ihrer Arbeit gefährdet sind oder ihre Arbeitnehmerrechte nicht bekommen. Sie sollen Hinsehen und wo möglich Abhilfe schaffen. „Schafft Recht und Gerechtigkeit“ – damit sind Politiker angesprochen, die es in der Hand haben, dass entsprechende Gesetze verabschiedet und umgesetzt werden. Damit sind Unternehmen angesprochen, die Verantwortung für Menschen in ihrer gesamten Lieferkette tragen. Damit sind wir als Einzelne angesprochen, die wir durch unser (faires) Einkaufsverhalten und (ökologischen) Lebensstil, Verantwortung für Schöpfung und Mitmensch leben können. Gott hat eine gute Idee für seine Welt – und wir sind mittendrin dabei!

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