Tipps

Welchen Schutz Mieter brauchen

Der Mietvertrag ist unterschrieben, der Einzug ist vollbracht – aber nun gilt es, auch an Versicherungen zu denken.
+
Der Mietvertrag ist unterschrieben, der Einzug ist vollbracht – aber nun gilt es, auch an Versicherungen zu denken.

Versicherungsexperte Lothar Weber gibt Tipps.

Von Frihtjof Bublitz

Wermelskirchen. Wenn jemand eine neue Wohnung mietet und bezieht, dann sollte dabei auch an Versicherungen gedacht werden. „Es gibt aber keine Pflichtversicherungen für Mieter“, erklärt der Wermelskirchener Lothar Weber, Sprecher des Bezirks Bergisch Land-Wuppertal, Solingen, Remscheid im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Er rät aber genauso wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu entsprechenden Versicherungen, mit denen Mieter auf der sicheren Seite sind. 

Private Haftpflichtversicherung: Ein Muss in der Mietwohnung

Ein Mieter-Leben ohne eine Haftpflichtversicherung ist riskant, denn wenn der Mieter einen Schaden in der Mietwohnung verursacht, übernimmt in den meisten Fällen die private Haftpflicht die Kosten dafür. Im Extremfall bewahrt diese den Mieter vor finanziellen Schwierigkeiten. Die Privathaftpflicht übernimmt die Schäden an der gemieteten Immobilie („Mietsachschäden“). Dazu gehören fest eingebaute Gegenstände in der Mietwohnung, wie etwa Fenster, Türen oder Böden und fest mit dem Untergrund verbundene Teppiche.

Bei Wasserschäden kommt die Übernahme auf die Ursache an. Hat der Mieter Schuld an dem Schaden, kommt seine Haftpflichtversicherung für Schäden am fremden Wohngebäude und am fremden Inventar auf. Kann der Verursacher nicht ermittelt werden, kommen die Wohngebäudeversicherung des Hauseigentümers beziehungsweise die Hausratversicherung der geschädigten Nachbarn ins Spiel. Sie übernehmen die Kosten für die Reparatur sowie die Wiederbeschaffung des beschädigten Inventars.

Darüber hinaus kann auch der Verlust von Wohnungs- und Haustürschlüsseln einer Mietwohnung über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt werden. Verliert der Mieter die Schlüssel, übernimmt die Versicherung die Kosten für den Austausch der Schlösser oder für das Auswechseln einer kompletten Schließanlage. Je nach Vertrag kann die Höhe der Kostenübernahme begrenzt sein oder es ist mit einer Selbstbeteiligung rechnen.

Wofür die private Haftpflichtversicherung des Mieters hingegen nicht aufkommt, sind Schäden durch Abnutzung und Verschleiß, etwa Dübellöcher in der Wand oder Kratzer im Boden. Ebenfalls nicht im Versicherungsumfang stehen Schäden an Heizungsanlagen, Glasschäden, Einbauküchen aus Standardfertigung sowie Schäden infolge von Schimmelbildung. Um Glasschäden nicht aus eigener Tasche zahlen zu müssen, empfiehlt Lothar Weber eine entsprechende Versicherung.

Mieter mit Hund benötigen eine separate Hundehalter-Haftpflichtversicherung, um durch das Tier entstehende Schäden abzudecken. Der Schaden muss aber plötzlich entstehen, nicht allmählich. Ein Beispiel: Kratzspuren im Parkett, auf dem der Hund jahrelang unterwegs war, übernimmt diese Haftpflicht nicht.

Mietrechtsschutz: Im Streit mit dem Vermieter

Zwischen Mieter und Vermieter kann es auch zu Streitfällen kommen – die dann des öfteren bis zum Bundesgerichtshof ausgetragen werden. Es droht einiges juristisches Konfliktpotenzial – von der Eigenbedarfskündigung bis zur Schönheitsreparatur. Kommt es zum Rechtsstreit, müssen die meisten Kosten im Voraus bezahlt werden. Viele Mieter können sich das nicht leisten. Und einige Streitigkeiten können sich über Jahre hinweg ziehen, insbesondere, wenn Berufung eingelegt wird. Zudem besteht immer das Risiko, einen zunächst sehr aussichtsreichen Rechtsfall doch noch zu verlieren. Dann bleibt der Unterlegene auf den eigenen Kosten sitzen und muss zudem noch die Kosten des Gegners tragen. Hinzu kommen die Kosten für Gutachten, die das Gericht zur Klärung erstellen lässt. Eine Rechtsschutzversicherung mit Mietrechtsschutz ist somit absolut sinnvoll für Mieter. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt im Konfliktfall die Kosten für: Anwälte, das Gericht, Sachverständige, die durch das Gericht beauftragt wurden sowie eine Mediation (außergerichtliche Streitbeilegung).  

Hausratversicherung nicht vergessen

Täglich wird in Deutschland in Wohnungen eingebrochen – im Schnitt 300 Mal. Und durch Brände werden jeden Tag rund 630 Wohnungen beschädigt. So lautet die Bilanz der Hausratversicherer. Wer das eigene Inventar in seiner Mietwohnung schützen möchte, kommt um eine Hausratversicherung nicht herum. Sie leistet, wenn Möbel und Wohnungseinrichtung durch folgende Gefahren beschädigt wurden: Leitungswasser, Sturm und Hagel, Feuer, Blitzschlag, Überspannung durch Blitz, Explosion, Implosion, Einbruchdiebstahl und Vandalismus sowie Elementarschäden.

Neuere Hausratversicherungen haben den Naturgefahrenschutz in der Regel schon integriert, bei älteren sollten Mieter diese Deckung nachträglich hinzufügen. Damit ist das Inventar auch bei Schäden geschützt, die etwa durch Starkregen oder Hochwasser entstehen. Mieter und Hausbesitzer müssen damit rechnen, dass extreme Wetterlagen und damit verbundene Schäden künftig häufiger auftreten.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Spatzenhof: Regionale Küche im ungewöhnlichen Gewand
Spatzenhof: Regionale Küche im ungewöhnlichen Gewand
Spatzenhof: Regionale Küche im ungewöhnlichen Gewand
Betrüger schocken Opfer am Telefon
Betrüger schocken Opfer am Telefon
Betrüger schocken Opfer am Telefon
AfD-Politiker klagt über Vermüllung
AfD-Politiker klagt über Vermüllung
AfD-Politiker klagt über Vermüllung
Dellmo heißt das Maskottchen der Stadt
Dellmo heißt das Maskottchen der Stadt
Dellmo heißt das Maskottchen der Stadt

Kommentare