Tradition

Weihnachtsbäume zieren den Dorfkern

Christoph Gippert, Bodo Piller, Anke Piller und Andrea Gippert (v.l.) beteiligten sich beim Aufstellen und Schmücken der Bäume. Foto: Doro Siewert
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Christoph Gippert, Bodo Piller, Anke Piller und Andrea Gippert (v.l.) beteiligten sich beim Aufstellen und Schmücken der Bäume.

Die Ehrenamtler des VVV Dabringhausen ließen sich die Aktion trotz Pandemie nicht nehmen.

Von Sabine Naber

Selbstgebackene Plätzchen, fröhliche Weihnachtslieder, ein bisschen Geheimniskrämerei und das Knistern mit Geschenkpapier – all das gehört in den eigenen vier Wänden in der Adventszeit unbedingt dazu. Draußen aber sind für ein vorweihnachtliches Ambiente in Stadt und Dörfern die Weihnachtsbäume wohl unverzichtbar.

Am Samstagvormittag schmückten Mitglieder und Helfer des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) Dabringhausen den Dorfkern und das Umland mit mehr als 40 Weihnachtsbäumen, um auch auf den Straßen eine festliche Atmosphäre zu schaffen. „Wir holen die Fichten mit einem LKW und bringen sie an die Stellen, wo sie angebunden werden“, schilderte Geschäftsführer Harald Röntgen das alljährliche Prozedere.

Früher habe man sich an einer verabredeten Stelle getroffen und sei gemeinsam losgezogen. „Aber das geht corona- bedingt nicht. Und wir wollen es ja richtig machen“, betont Röntgen. Er bedauert, dass so vieles in dieser Zeit fehlt. Denn auch das gemütliche Zusammensein mit einem Imbiss und einem warmen Getränk nach der Aktion wurde abgesagt.

Bisher waren neben den Vorstandsmitgliedern des VVV immer genügend Helfer dabei. Doch am Samstag fehlten die Mitglieder des Löschzuges Dabringhausen der Freiwilligen Feuerwehr. Sie wollten sich der Ansteckungsgefahr in diesem Jahr nicht aussetzen. „Das ist die richtige Entscheidung, denn eine Infizierung der Feuerwehrleute wollen wir auf keinen Fall in Kauf nehmen“, war sich der VVV-Vorstand einig.

Mit Hilfe der Tageszeitungen wurden stattdessen freiwillige Helfer gesucht. „Und das hat Gott sei Dank geklappt. Es haben sich genügend gefunden, die diese Aktion wertschätzen. Wir müssen auf vieles verzichten. Da wollen wir doch, dass unser Ort schön wird“, macht VVV-Vorsitzender Dirk Wartmann deutlich. Er stand am Samstag um zehn Uhr auf dem Kirchplatz, neben dem großen Leiterwagen der Freiwilligen Feuerwehr. Denn die rund 25 Meter hohe Tanne vor der Kirche wurde wie immer mit sechs langen Lichterketten – an jeder hängen 30 LED-Lampen – zum Leuchten gebracht. „An diesem Schmuck haben wir kontinuierlich gearbeitet, denn der Baum, der seit 45 Jahren von uns geschmückt wird, wächst ja in jedem Jahr. Da muss auch die Kettenlänge angepasst werden“, weiß der Vorsitzende. Und auch, dass im kommenden Jahr wieder neue Ketten angeschafft werden müssen. „Leuchtet“ – rief Wartmann dann den Feuerwehrmännern zu, die hoch oben vom Korb aus die Ketten befestigten.

20 Schleifen für die kleineren Bäume im Ort

Während der große Baum nur mit Lichtern geschmückt wird, bekommen die Helfer, die paarweise ausschwärmen, um die Bäume beispielsweise an Laternenmasten anzubinden, Tüten mit jeweils 20 roten Schleifen für jeden Baum in die Hand gedrückt. Bevor diese Aktion startet, gehen die Vorstandsmitglieder durch die Straßen und bitten die Einzelhändler um eine Beteiligung von zehn Euro an den Kosten. Denn 600 bis 800 Euro kostet es, die Straßen mit Weihnachtsbäumen zu verschönern. Für alle Helfer standen am Ende Tütchen bereit, die von der Bäckerei Gosse mit Spekulatius und Spritzgebäck gefüllt worden waren. Wenigstens ein kleines Dankeschön für die Helfer sollte es dann doch geben.

Wünschen würde man sich in Dabringhausen, dass der WiW, der in Wermelskirchen die Weihnachtsbaumaktion leitet, auch auf dem Platz vor dem Altenheim in Dabringhausen einen Baum aufstellt. Für Strom wäre dort gesorgt. „Ich habe das bei Geschäftsführer André Frowein schon mal angesprochen. Aber bis jetzt habe ich nichts gehört“, bedauert Dirk Wartmann. 

Verein

Der VVV Dabringhausen, der auch die Bereiche Grünenbäumchen und Arnzhäuschen sowie Stumpf betreut, hat zurzeit rund 400 zahlende Mitglieder. Aktiv dabei seien aber nur zehn bis 15 Mitglieder, berichtet der Vorstand. Seit mehr als zehn Jahren läuft die Weihnachtsbaumaktion schon. Die große Tanne vor der Kirche würde aber bereits seit 45 Jahren zum Leuchten gebracht. Vorsitzender Dirk Wartmann wünscht sich engere Zusammenarbeit mit den anderen Verschönerungsvereinen in Wermelskirchen. „Wir sollten näher zusammenrücken“, findet er.

Standpunkt: Viel Herz fürs Dorf

Von Anja Carolina Siebel

Die Verkehrs- und Verschönerungsvereine, Wermelskirchen hat drei an der Zahl vorzuweisen, sind für gewöhnlich nicht mitgliederstärker als andere Vereine.

anja.siebel@rga-online.de

Und wie in so vielen Vereinsreihen ist es so, dass nur ein kleiner Teil aktiv mithilft, während der Großteil lediglich zahlt. Aber die Verschönerungsvereine der Stadt haben sich gleichwohl ihren Namen wirklich verdient. Denn was insbesondere die Dabringhauser und Dhünner in den vergangenen Jahren so alles auf die Beine gestellt haben, kann sich wirklich sehen lassen. 

Regelmäßig werden nicht nur Bänke aufgestellt und erneuert, sondern auch kleinere und größere Aktionen begleitet oder selbst gestemmt. Ohne diese Vereine und deren Mitglieder würde in Wermelskirchen und Umgebung ganz schön viel den Bach runtergehen. Dafür sei ihnen herzlich gedankt. Und dass der VVV Dabringhausen trotz Widrigkeiten unter Coronabedingungen darauf bestanden hat, die Weihnachtsbaumaktion trotzdem durchzuführen, zeigt, welches Herzblut und Engagement fürs Dorf und die Menschen dort bei den Mitgliedern vorhanden sind. Tolle Sache. 

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