Gemeinde

Weihnachtsaktion bringt 7024 Euro

Pastor Karsten Gosse und Gemeindeleiter Stefan Krämer im Kirchenraum der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde.
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Pastor Karsten Gosse und Gemeindeleiter Stefan Krämer im Kirchenraum der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde.
  • Susanne Koch
    VonSusanne Koch
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Evangelische Freikirchliche Gemeinde in Forthausen hat eine Vision entwickelt.

Wermelskirchen. „Unsere Mission – Lebensstil Liebe. Wir wollen eine Gemeinde sein, die Gott über alles liebt; in der jeder willkommen, angenommen und geliebt ist; und die allen Menschen Gottes Liebe durch Wort und Tat bezeugt.“

Diese Vision ist das Ergebnis eines Aufbruch-Prozesses „Rudern zu neuen Ufern“, den die Evangelische Freikirchliche Gemeinde Forthausen in Angriff genommen hatte. „Wir haben uns zusammengesetzt und uns gefragt, was können wir tun?“, sagt Pastor Karten Gosse. „Es war ein wichtiger Prozess, der dazu geführt hat, dass das Interesse an der Gemeindearbeit wieder viel größer geworden ist. Wir haben wieder neue Mitglieder gewinnen können.“ Das Ziel sei, wieder zu wachsen und der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Die ersten Zusammenkünfte der Gemeinde in Forthausen fanden schon 1875 statt, in einem alten Bauernhaus neben dem heutigen Gemeindezentrum. Gegründet wurde die Evangelische Freikirchliche Gemeinde 1895. 1955 wurde beschlossen, das Gemeindehaus zu bauen, 2009 wurde es erweitert und aufgestockt. Im Keller des Gemeindezentrums befindet sich der große Verweilraum mit Tischtennisplatte, einem Kicker, Dartspielen und Sofa-Ecken, um sich zusammenzusetzen.

Im Erdgeschoss gibt es den Kirchenraum, einen Gemeindesaal und eine Küche und das Obergeschoss ist ein riesengroßer Raum, der noch ausgebaut werden kann. „Unsere Jugend kann den Raum später ausbauen und für sich nutzen“, sagt Gemeindeleiter Stefan Krämer. „Die Gemeinde kann sich also noch weiter vergrößern.“

Derzeit zählt sie 60 Mitglieder. „In unserer Jugend war das noch anders, da haben wir hier teilweise mit 40 Kindern in verschiedenen Gruppen unsere Treffen gehabt“, sagt Stefan Krämer. Der Elektrotechniker ist von Kind an Mitglied der Gemeinde. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder und leitet die Gemeinde in einem Team seit 2003. Pastor Karsten Gosse hat mit seiner Frau und seinen vier Kindern zwischenzeitlich in Portugal gelebt. Das Theologie-Studium hat er erst nach seiner Bäckerausbildung begonnen. Er ist seit März 2021 Pastor der Gemeinde.

Neben dem Sonntagsgottesdienst bietet die Evangelische Freikirchliche Gemeinde Forthausen jeden Samstagabend eine Verweilzeit an. Dort treffen sich dann die, die Kontakt suchen, die Lust am Dart oder Tischtennis spielen oder einfach nur Zusammensitzen, eine Kleinigkeit essen und miteinander zu sprechen haben. Einmal im Monat lädt die Gemeinde zum Seniorenkreis ein, der Erzählzeit genannt wird. Weiter gibt es drei Hauskreise, das sind Kleingruppen, die sich wöchentlich privat treffen, miteinander Kochen und über Gott und die Welt reden.

„Und dazu kommen dann noch Sonderaktionen unserer Gemeinde“, sagt Pastor Karsten Gosse. „Wir veranstalten gemeinsame Ausflüge, laden zur Wochenendfreizeit und zum Gemeindefest ein sowie organisieren Aktionen innerhalb der Evangelischen Allianz, gemeinsam mit anderen Gemeinden.“ Während die Gemeindeglieder ihren Sonntagsgottesdienst feiern, werden die Schulkinder zur Sonntagsschule gebeten und die kleineren Kindern werden betreut. „Die Sterne, die an unserer Kirchenwand hängen, wurden von den Kindern während unserer Adventsgottesdienste, passend zu den Predigten gebastelt“, sagt Pastor Karsten Gosse.

Für das kommende Jahr wünscht sich die Gemeinde wieder einen Taufgottesdienst. „Es gibt Menschen, die sich dafür interessieren“, sagt Stefan Krämer. Getauft werden die, die sich als Jugendlicher oder Erwachsener dafür entschieden haben.

Stolz sind die Gemeindeglieder auf die Summe, die sie für einen Wohncontainer in die Ukraine überweisen können. „Wir hatten uns vorgenommen, in der Adventszeit die Summe von 5000 Euro zusammenzubekommen“, sagt Pastor Karsten Gosse. „Das war in unseren Augen sehr ambitioniert. Jetzt haben wir 7024 Euro zusammenbekommen. Und das ist doch ein schöner Erfolg.“

Hintergrund

Die Internetseite der Gemeinde wird ab 2. Januar ein neues Gesicht und erweiterte Inhalte bekommen.
www.efg-forthausen.de

Im Januar beginnt eine Predigtreihe zum Thema „Gott wir sollten reden.“ Die Gottesdienst finden immer um 10 Uhr statt, parallel dazu gibt es das Kinderprogramm.

Standpunkt von Susanne Koch: Bewegen statt stehen

susanne.koch@rga.de

Die Evangelische Freikirchliche Gemeinde Forthausen zeigt anschaulich, wie man in Krisenzeiten vorgehen sollte. Denn für viele Gemeinden – so auch die in Forthausen – ist es eine Krisenzeit.

Durch den demografischen Wandel ist die Gemeinde geschrumpft. So haben sich die Gemeindeglieder zusammengesetzt, um daran etwas zu ändern. Die Gemeindemitglieder haben es mit ihrem Aufbruch-Prozess „Rudern zu neuen Ufern“ gemacht. Sie haben sich zusammengesetzt und sich als Gemeinde neu erfunden, überlegt, welche Wege sie künftig gehen wollen, wie sie Gott und den Menschen begegnen wollen.

Dadurch, dass sich die Gemeinde in Bewegung gesetzt hat, ist schon viel passiert. Und tatsächlich sind schon Interessierte dazugekommen. Und die Gemeindemitglieder wünschen sich für 2023 wieder einen Taufgottesdienst feiern zu können. Eine Taufe haben sie ebenso wie Hochzeiten schon lange nicht mehr erlebt.

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