Naturschutz

Wasserschutzzonen müssen tabu sein

Die Große Dhünn-Talsperre ist ein beliebtes Ausflugsziel. Doch auch dort gilt es, Regeln einzuhalten. Foto: Wupperverband
+
Die Große Dhünn-Talsperre ist ein beliebtes Ausflugsziel. Doch auch dort gilt es, Regeln einzuhalten.

Wupperverband bittet Wanderer und Spaziergänger um Rücksicht auf die Natur.

Von Markus Schumacher

Der Mai zeigte sich bislang von seiner kühlen aber auch sonnigen Seite. Daher zog es viele Menschen hinaus in die Natur und an die Talsperren. „Wandern und spazieren gehen auf den öffentlichen Wegen ist an den Wupperverbands-Talsperren mit den geltenden Abstandsregeln auch in Corona-Zeiten möglich“, betont Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbandes, „generell verboten ist allerdings, die Wasserschutzzone 1 der Trinkwassertalsperren zu betreten.“

Bei dem Wetter der letzten Wochen und mit den Einschränkungen in der Freizeitgestaltung durch Corona, nehme der Andrang an den Talsperren zu. „Trotz des ausdrücklichen Verbots leider auch in dem sensiblen Bereich der Wasserschutzzone 1 der Großen Dhünn-Talsperre“, beklagt Fischer. Mehrfach habe der Talsperrenbetrieb des Wupperverbandes Personen in der Wasserschutzzone 1 angetroffen. Diese Schutzzone 1 ist ein 100 Meter breiter Streifen rund um die Große Dhünn-Talsperre. Fischer erklärt: „Sie dient dem Schutz des Talsperrenwassers, das zu Trinkwasser aufbereitet wird. Gleichzeitig ist sie wertvoller Lebensraum und Rückzugsort für Tiere und Pflanzen.“ Der Schutz dieses Naturraumes und der lebenswichtigen Ressource Wasser sei daher im Interesse aller Menschen und sollte auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten von allen beachtet werden.

„Wer die Nähe zum Wasser sucht, hat dazu die Möglichkeit an den Brauchwasser- Talsperren.“
Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbands

Die Mitarbeiter des Wupperverbands hätten aus diesem Grund bei ihren Talsperrenkontrollen die Wasserschutzzone 1 besonders aufmerksam im Blick. „Wenn sie dort Menschen antreffen, weisen sie die Personen darauf hin, dass dieser Bereich tabu ist“, sagt die Pressesprecherin. Dabei stehe im Vordergrund, die Menschen zu sensibilisieren.

Daher appelliert der Wupperverband an alle Besucher, die Hinweise zu beachten und die Wasserschutzzone 1 nicht zu betreten. Außerhalb dieser Zone stünden umfangreiche Wanderrouten zur Verfügung. „Wer die Nähe zum Wasser sucht, hat dazu die Möglichkeit an den Brauchwasser-Talsperren, zum Beispiel Bever-Talsperre oder Wupper-Talsperre“, sagt Susanne Fischer.

Durch die Trockenheit komme ein weiteres Problem hinzu: die Waldbrandgefahr. „Einen Feuerwehreinsatz gab es bereits in der Wasserschutzzone 1 der Großen Dhünn-Talsperre“, weiß Fischer: „Dort hatten Personen ein Feuer gemacht.“ An einem darauf folgenden Wochenende seien dann erneut Personen beim Vorbereiten eines Lagerfeuers in der Schutzzone 1 entdeckt worden.

Grundsätzlich gelte es natürlich, Waldbrände zu vermeiden: „Im Wasserschutzwald der Schutzzone 1 kann ein außer Kontrolle geratender Brand aber besonders gravierende Folgen haben, bis hin zur Verschmutzung des Talsperrenwassers.“ Aufgrund dieser Gefahr seien Feuer in der Schutzzone 1 auch alles andere als eine Lappalie. „Daher erstattet der Wupperverband bei diesen schwerwiegenden Verstößen Anzeige“, betont die Pressesprecherin. Auch das ausdrückliche Rauchverbot im Wald sei zu beachten.

Durch die starken Besucherströme der letzten Wochen seien auch vermehrt Parkverstöße zu beobachten gewesen. Fischer: „Durch das unbedachte Abstellen von Pkw außerhalb der Wanderparkplätze wurden vermehrt Zuwegungen so blockiert, dass Rettungsfahrzeuge im Notfall nicht ungehindert hätten passieren können.“ Aber: „Der Feuerwehreinsatz zum Löschen des Lagerfeuers in der Schutzzone zeigt doch die Wichtigkeit der freien Zuwegung.“

Daher weist der Wupperverband ausdrücklich darauf hin, als Startpunkt für Wanderungen rund um die Große Dhünn-Talsperre die ausgewiesenen Parkplätze zu nutzen.

www.wupperverband.de

Große Dhünn

Die Große Dhünn-Talsperre bietet ein einmaliges Naturerlebnis mit schönen Ausblicken, Tierbeobachtungen und Entspannung. „Damit dies alle Besucherinnen und Besucher genießen können, ist Rücksichtnahme gegenüber der Natur und den Mitmenschen wichtig“, schreibt der Wupperverband. Der Wupperverband wünsche allen Erholungsuchenden einen schönen Aufenthalt.

Standpunkt: Nie auf dem Trockenen

Von Markus Schumacher

Seit mehr als 90 Jahren gibt es den Wupperverband schon. Das Ziel ist heute das Gleiche wie 1930: die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen.

markus.schumacher@rga-online.de

Eine Stadt wie Marienheide konnte so nicht mal eben auf die Idee kommen, die Wipper zu stauen – und Wuppertal und alle anderen Städte lagen dann plötzlich auf dem Trockenen, und kein Schleifkotten, kein Wasserrad lief mehr. Da ist eine Abstimmung nötig. 

Der Wupperverband betreibt mit rund 400 Mitarbeitern 14 Talsperren, elf Klärwerke (eines in Wermelskirchen, eines in Dhünn), eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, wie etwa Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Darüber hinaus unterhält er insgesamt rund 2300 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet. Die Mitglieder finanzieren den Verband durch Beiträge. Seit 1997 werden die Dienstleistungen auch bundesweit angeboten. 

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Bürgerbüro weiter samstags geöffnet
Bürgerbüro weiter samstags geöffnet
Bürgerbüro weiter samstags geöffnet
Loches-Platz: Bauarbeiten bis Weihnachten 2022
Loches-Platz: Bauarbeiten bis Weihnachten 2022
Loches-Platz: Bauarbeiten bis Weihnachten 2022
Motorradfahrer übersieht Verkehrsinsel
Motorradfahrer übersieht Verkehrsinsel
Motorradfahrer übersieht Verkehrsinsel

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare