Warten auf Nahverkehrskonzept für Burg

Bisher fahren die Busse der Linie 683 lediglich bis zur Haltestelle Burger Bahnhof. Paul Westeppe wünscht sich, dass die Verbindung bis Oberburg/Höhrath verlängert wird. Foto: Michael Schütz
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Bisher fahren die Busse der Linie 683 lediglich bis zur Haltestelle Burger Bahnhof. Paul Westeppe wünscht sich, dass die Verbindung bis Oberburg/Höhrath verlängert wird. Foto: Michael Schütz

Bezirksbürgermeister Paul Westeppe bringt den Stadtteil als Teststrecke für autonom fahrende Busse ins Spiel

Von Manuel Böhnke

Die Zeit ist reif, findet Paul Westeppe (CDU). Nun, da die Bauarbeiten in Unterburg abgeschlossen sind, brauche der Stadtteil ein modernes Nahverkehrskonzept. Der Bezirksbürgermeister von Burg/Höhscheid wünscht sich eine „Verknüpfung aller Verkehrsarten“. Eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und mehr Parkraum stehen unter anderem auf seiner Liste. Zudem schlägt er vor, das Kleinod an der Wupper zur Teststrecke für selbstfahrende Busse zu machen.

„Ein Konzept für die Zukunft sollte Visionen enthalten.“

Paul Westeppe, Bezirksbürgermeister

Das Thema Nahverkehrskonzept für Burg ist nicht neu. Im Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) ist der Komplex Mobilität, Straßen und Wege eines der Handlungsfelder. „Wir haben als Bezirksvertretung großes Interesse daran, mit den Burgern darüber zu diskutieren. Dafür muss uns das Konzept aber vorliegen“, erklärt Westeppe. Bis es so weit ist, vergeht wohl noch etwas Zeit. Seit Sommer werde der Nahverkehrsplan für ganz Solingen – Burg eingeschlossen – überarbeitet. Der Prozess laufe noch, erklärt die Stadt.

Eine vernünftige ÖPNV-Anbindung des Stadtteils spielt für Paul Westeppe eine zentrale Rolle. Dabei geht es vor allem um eine bessere Umsteigebeziehung der Linie 683. Der Bus aus Richtung Wuppertal-Vohwinkel fährt derzeit nur bis zur Schleife Krahenhöhe. Dort müssen Fahrgäste, die nach Unterburg möchten, in ein Ersatzfahrzeug umsteigen. Auch in Richtung Innenstadt ist an der Krahenhöhe ein Umstieg nötig. Wartezeiten sind die Folge.

„Das lästige Umsteigen muss ein Ende haben“, fordert Westeppe. Sein Vorschlag: Der Fahrzeugwechsel sollte zukünftig am Solinger Graf-Wilhelm-Platz oder Bahnhof Mitte vonstattengehen, damit die Burger ohne Umstieg in die Innenstadt kommen. Zunächst gibt es aber eine andere Lösung. Wie Silke Rampe, Pressesprecherin der Verkehrsbetriebe, mitteilt, sollen die batteriebetriebenen Oberleitungsbusse (BOB) im Laufe des Jahres auch auf der Linie 683 zum Einsatz kommen. „Und dann wieder durchgängige Fahrten zum Burger Bahnhof möglich machen“ – mit deutlich weniger Lärm in der Ortsdurchfahrt.

Das hält Paul Westeppe für eine gute Zwischenlösung. Langfristig schwebt ihm jedoch etwas anderes vor. Ende 2021 sollen die neuen BOB-Solobusse in Betrieb gehen. Diese könnten, so die Überlegung des Bezirksbürgermeisters, nach einem Umstieg in der Innenstadt bis nach Oberburg/Höhrath durchfahren. Bislang verfolgen die Verkehrsbetriebe jedoch nicht den Plan, die Solobusse auf der Linie 683 einzusetzen, erklärt Rampe. Technisch sei es aber mit einer leistungsstarken Batterie grundsätzlich möglich, dass die kleinen BOBs bis Höhrath durchfahren. Unter- und Oberburg verbinden, könnten, wenn es nach Westeppe geht, zukünftig auch autonom fahrende Busse. Einen Testbetrieb der kleinen Fahrzeuge gibt es momentan zum Beispiel in Monheim am Rhein. Der CDU-Politiker ermutigt die Stadt, Fördermittel zu beantragen, um Modellkommune zu werden. „Das ist natürlich Zukunftsmusik“, räumt er ein. Aber: „Ein Konzept für die Zukunft sollte Visionen enthalten.“

Obwohl er den ÖPNV stärken möchte, ist Westeppe überzeugt, dass Burg ohne zusätzlichen Parkraum nicht vorankommt. „Gerade Veranstaltungen in Schloss Burg besuchen viele Menschen von außerhalb.“

Am Burger Bahnhof könnten Stellplätze entstehen, 80 weitere am Sportplatz an der Talsperrenstraße in Oberburg. Und auch die „große Lösung“, am Ortsausgang von Oberburg eine ähnliche Parkfläche wie in Müngsten zu schaffen, solle weiter verfolgt werden.

Elektromobilität

Paul Westeppe plädiert dafür, beim Nahverkehrskonzept für Burg auch die Elektromobilität in den Blick zu nehmen. Es brauche Lademöglichkeiten für E-Autos und -Bikes. Darüber hinaus schlägt der Bezirksbürgermeister ein Kombi-Ticket etwa für Wanderer vor: ein Fahrschein für die Tourismus-Linie zwischen Burg und Müngsten, die Schwebefähre und die Seilbahn.

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