Neubaugebiet

Vorderhufe: Ortspolitiker sehen Chancen

Derzeit ist an der Vorderhufe noch Weideland. Bald sollen dort Neubauten und eine Kindertagesstätte entstehen. Foto: Kathrin Kellermann
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Derzeit ist an der Vorderhufe noch Weideland. Bald sollen dort Neubauten und eine Kindertagesstätte entstehen.

Die Mehrheit des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr stimmte für das Neubaugebiet.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am Montag für das geplante Neubaugebiet in Vorderhufe, Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung vorige Woche mitgeteilt, dass für das neue Wohnbaulandprojekt, das die Stadt südlich der Innenstadt in den Blick nehmen wird, jetzt die Voraussetzungen geschaffen seien. Geplant sei, auf der Fläche, die aktuell als Weideland genutzt wird, sowohl Einzel- und Doppelhäuser als auch Reihen- und Mehrfamilienhäuser zu bauen. Auch eine weitere Kindertagesstätte sei für das neue, große Wohngebiet geplant.

Schon bevor ein Beschluss gefallen ist, schlagen die Wellen bei den Wermelskirchenern ob des Flächennutzungsplanes hoch. Häufige Kritik der Bürger: Warum muss man abgelegenes Weideland zwingend bebauen?

Ähnlich sieht das Stefan Janosi (Grüne). „Wir stimmen der Bebauung so auf keinen Fall zu, diese Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Das heißt, sie hat so durchaus ihre Berechtigung. Zum anderen denken wir, dass die Wohnbebauung, die dort geplant ist, den meisten jungen Familien nicht entgegenkommt. Wir brauchen eher sozialen Wohnraum.“ Die Wermelskirchener Grünen seien zudem der Ansicht, dass es andere Orte im Stadtgebiet gäbe, die sich für ein solches Projekt besser eignen würden: „Zum Beispiel in Pohlhausen. Wir sind der Meinung, dass Innenstadtbesiedelung sinnvoll ist und man erst ganz zum Schluss die landwirtschaftlich genutzten Gebiete erschließen sollte.“

Als Stadt sollten wir diese Chance nutzen.

Stephan Theil, FDP

Dass es „immer eine schwierige Abwägung“ sei, Interessen der Stadt und der Anwohner oder Bürger unter einen Hut zu bringen, räumt dazu Jochen Bilstein (SPD) ein. „Allerdings hat gerade diese Fläche auch großes Potenzial für die Wohnraumbebauung. Über die Art kann man sich immer noch unterhalten. Und die Bürger haben ja in einer Offenlegung auch die Möglichkeit mitzuentscheiden.“

Dass erst diskutiert werden müsse, welche Form der Bebauung in Vorderhufe entstehen solle, findet auch Henning Rehse (WNK/UWG). „Erst, wenn die Planung konkreter wird, kann man tiefer in die Diskussion einsteigen. Grundsätzlich sind wir aber auch für eine Erschließung dieser Fläche.“

40 000 Einwohner soll die Stadt Wermelskirchen bis zum Jahr 2030 haben, das hatten sich Politik und Verwaltung bereits im Jahr 2018 zum Ziel gesetzt. Seinerzeit hatte ein Vortrag von Dr. Reimar Molitor, dem Chef der Regionale-Agentur, die Diskussion angeschoben. Molitor zeigte damals Chancen für kleinere Städte wie Wermelskirchen auf, die daraus resultieren, dass es junge Bewohner der Rheinmetropolen sukzessive aufs Land ziehe.

Darauf weist Oliver Platt (BüFo) jetzt noch einmal hin. „Wenn wir das erreichen wollen, muss dafür auch die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden“, sagt er. „Wir haben hier alle Voraussetzungen, vor allem auch eine gute Autobahnanbindung. Wenn wir das Ziel erreichen wollen, bleibt uns aber nichts anderes übrig, als Bauland zu schaffen. Von daher ist die Diskussion für mich kein heißes Eisen. Die Entscheidung ist vielmehr eine logische Konsequenz der Ziele, die wir uns ohnehin gesetzt haben.“ Es sei darüber hinaus auch eine Entscheidung aller Fraktionen gewesen, das Ziel der Einwohner-Steigerung bis zum Jahr 2030 zu erreichen, unterstreicht Oliver Platt.

„Als Stadt sollte wir diese Chance wirklich nutzen“, sagt Stephan Theil (FDP). Nicht nur wirtschaftlich, im Sinne des städtischen Haushalts, sondern auch hinsichtlich der Attraktivitätssteigerung für junge Familien aus der Rheinschiene, sei die Erschließung der Fläche als Baugebiet eine „logische Vorgehensweise“, sagt Theil. „Unproblematisch ist das für uns auch deshalb, weil das Gebiet ohnehin von Wohnbebauung umgeben ist und ja auch die Straße nach Dabringhausen dort entlang führt.“

Hintergrund

Wie genau diese ersten Baupläne für das Gebiet aussehen könnten, sollen die direkten Anwohner Anfang kommenden Jahres während einer Bürgerbeteiligung erfahren.

Auf der Webseite der Stadt finden Interessierte mehr Informationen zum entsprechenden Aufstellungsverfahren und zur beabsichtigten Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich Vorderhufe – alles zu finden in den Unterlagen zum Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

https://bit.ly/3HWzphC

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