Planung

Neubausiedlung Vorderhufe: Bürger entscheiden mit

Die Bürgergespräche zum Thema Vorderhufe/Hoffnung mit Anwohnern und Kaufinteressenten hatten Anfang des Jahres viel Anklang gefunden.
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Die Bürgergespräche zum Thema Vorderhufe/Hoffnung mit Anwohnern und Kaufinteressenten hatten Anfang des Jahres viel Anklang gefunden.
  • Anja Carolina Siebel
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Stadt und Planungsbüro stellen erste Ergebnisse für Neubausiedlung vor.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die Planungen der Stadtverwaltung, im Bereich Vorderhufe ein Neubaugebiet zu errichten, schreiten voran. In der anstehenden Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am kommenden Montag, 6. Juni, will die Stadt nun der Stand der Vorentwurfsplanungen vorstellen.

Das Besondere an diesem Verfahren ist die hohe Bürgerbeteiligung, auf die die Verwaltung von Beginn an großen Wert gelegt hatte. Ziel der Stadt Wermelskirchen sei es, die Öffentlichkeit bei der städtebaulichen Entwicklung des Plangebiets „Hoffnung/Vorderhufe“ umfassend zu beteiligen, hatte es von Beginn an geheißen. Deshalb hatte es Anfang des Jahres einen Dialogprozess mit Anwohnern und Kaufinteressenten gegeben, die die Verwaltung und das zuständig Fachbüro plan-lokal begleitet hatten. Dessen Ergebnisse will die Stadt unter anderem komprimiert in der Ausschusssitzung am Montag vorstellen.

Laut Planungsbüro und Verwaltung kann voraussichtlich Ende 2023 das Planungsrecht geschaffen werden. Das hieße, dass der Grundausbau der Straße frühestens 2024 starten würde.

Bei den Bürgerveranstaltungen im Januar und Februar ging es um die Themen „Städtebau“, „Freiraum und Nachbarschaft“, „Mobilität und Verkehr“ und „Klima, Ökologie und Landschaft“, zu denen sich die Beteiligten in Arbeitsgruppen während einer Veranstaltung zusammengesetzt und Wünsche und Anregungen formuliert hatten.

Im Auftaktgespräch wurde vor allem die Belastung der Anwohnenden durch die Baumaßnahmen sowie mögliche Anwohnerbeiträge diskutiert. Während der Bauphase soll eine Baustraße errichtet werden, um die Bestandsstraßen Hoffnung und Vorderhufe möglichst freizuhalten.

Bei einem erstmaligen Ausbau der Straße müssten die Anwohner einen Erschließungsbeitrag zahlen; für die Kanalisation müssen die Beiträge kein zweites Mal entrichtet werden. Ziel sei es, außerdem, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Kita soll von der Nachbarschaft genutzt werden

Im Bürgergespräch wurde unter anderem die Chance auf bezahlbaren Wohnraum für junge Familien diskutiert. Sowohl die Schaffung von familienfreundlichem Wohnangebot als auch die Bevorzugung von Menschen aus Wermelskirchen sowie Familien mit Kindern habe hohe Priorität, heißt es. Dabei sollen die Flächen nicht im Höchstbieterverfahren veräußert werden.

Zudem sollen auch gemeinschaftliche sowie intergenerationelle Wohnformen und genossenschaftliches Wohnen nicht ausgeschlossen werden. Die nachbarschaftliche Gemeinschaft solle bei dem Bauprojekt ebenfalls im Mittelpunkt stehen. Zudem wird eine Planung gefordert, die hinsichtlich der Themen Ökologie und Klimaneutralität moderne und innovative Lösungsmöglichkeiten bietet.

Die Plenumsdiskussion endete laut Planungsbüro mit der Frage, in welcher Größenordnung geplant werde und wie viele neue Wohneinheiten entstehen sollen. Da der Städtebau und die genauen Wohnformen noch nicht feststehen würden, gebe es derzeit noch keine Zielgröße, heißt es. Allerdings seien 150 bis 180 Wohneinheiten beziehungsweise 450 neue Anwohner gut vorstellbar. Die neue Kita solle in großem Maße von den Bewohnern der Nachbarschaft genutzt werden und möglichst wenig Hol- und Bringverkehre erzeugen.

Dem Thema Regenwasserbewirtschaftung kommt – nicht nur mit Blick auf die Zunahme von Starkregenereignissen in Deutschland – bei der Planung des Gebiets eine hohe Bedeutung zu. Ein entsprechendes Gutachten ergab indes, genau wie ein artenschutzrechtliches, bisher keine Auffälligkeiten.

„Die beiden Bürgerveranstaltungen haben uns wertvolle Einblicke gegeben – wir sind wirklich froh, dass wir das gemacht haben“, sagt der Technische Beigeordnete Thomas Marner. Er halte es auch künftig für sinnvoll, Anwohner und Bürger bei den Planungsvorstufen mit einzubeziehen.

Hintergrund

Die Stadt Wermelskirchen möchte die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung eines neuen Wohnquartiers südlich der Innenstadt zu schaffen. Das ca. 5,8 Hektar große Das Plangebiet (exklusive Ausgleichsflächen) befindet sich zwischen Hoffnung und Vorderhufe und wird jetzt als landwirtschaftliche Fläche genutzt. Die Bürgerbeteiligung zu beiden Verfahren soll im Juli und August in Form von amtlich bekannt zu machenden, einmonatigen, öffentlichen Auslegungen stattfinden.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Ergiebige Treffen

anja.siebel@rga.de

Bürger frühzeitig mit einbeziehen. Und nicht nur hören, was die Kaufinteressenten sich wünschen würden, sondern auch berücksichtigen, was die Anwohner, die um das Neubaugebiet herum wohnen, sich vorstellen, welche Anregungen und sicher auch, welche Kritik sie vorzubringen haben. All das will die Stadt unter einen Hut bringen – und hat deshalb zusammen mit dem Planungsbüro aus Dortmund auch die beiden Bürgerabende initiiert.

Die kamen gut an; viele Interessenten und auch Anwohner kamen und trugen Ideen und Anregungen, aber auch Kritik und Bedenken zusammen. Heraus kam einiges, womit die Planer jetzt schon arbeiten können. Die Themenvielfalt reichte von städtebaulichen bis hin zu Naturschutz- und Verkehrsaspekten; die Ergebnisse der Diskussionen fließen jetzt in die Planung mit ein. Ein Modell, nach dem man sicher in der Zukunft weiter vorgehen und mit dem man arbeiten kann.

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