Vom Hackenberg zum bergischen Amazonas

Unser heutiger Weg führt über teils schmale Pfade.
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Unser heutiger Weg führt über teils schmale Pfade.

Der RGA stellt Wanderrouten vor – Heute eine 17-Kilometer-Traumrunde mit Natur pur und Industriekultur

Von Daniel Juhr (Text und Fotos)

Eifel? Sauerland? Kann man machen. Wer das Wanderglück sucht, kann aber genauso gut in Remscheid bleiben. Röntgenweg, Wuppertal-Rundweg, Wupperweg, Tuchmacherweg, Wald-Wasser-Wolle-Weg, Jakobsweg, Tuchmuseum Wülfing, alter Bahnhof Dahlerau, geniale schmale Pfade voller Wurzeln, Felsen und Wildwuchs, traumhafte Ausblicke, idyllische Hofschaften, verwunschene Villen, tolle An- und Abstiege rund ums Tal der Wupper – all das lässt sich auf einer einzigen 17 Kilometer-Runde erleben.

Sie startet auf dem Parkplatz des Sportzentrums am Hackenberg und führt zwischen den Sportplätzen hindurch in die gleichnamige Siedlung. Direkt dahinter mündet sie in den Röntgenweg, dem wir bis zum Wilhelmstaler Bach folgen, ehe wir nach links auf den Rundweg um Wuppertal (gekennzeichnet durch ein weißes W) einbiegen und ihm auf den nächsten Kilometern bis zum Wupperufer folgen werden. Er führt über mal schmale und mal breite Pfade durch Frielinghausen und Hardtplätzchen. Da wir uns in diesem ersten Drittel der Wanderung fast immer auf 270 bis 320 Metern Höhe bewegen, sind die Ausblicke über das Bergische meist grandios. Und es kommt noch besser: Hinter Spieckern, der vorerst letzten Ortschaft auf unserer Route, beginnt ein langer Panoramaabschnitt über einen angenehm zu laufenden Forstweg, der einen 360-Grad-Rundumblick möglich macht. Selbst, wer sonst flott unterwegs ist, möchte hier den Schritt verlangsamen.

Abstieg zur Wupper hat es in sich

Kaum ist das nächste Waldstück erreicht, geht das Wandern richtig los, der Abstieg über den Wuppertal-Rundweg hinunter zum Amazonas im Bergischen Land hat es in sich. Auf rund 700 Metern geht es 80 Höhenmeter bergab, über Stock, Stein und Wurzelwerk. Hier möglichst auf jeden Schritt achten. Unten angekommen, schweift der Blick sofort über die sanft dahinfließende Wupper. Es geht scharf nach rechts, wir folgen dem Wupperweg 6, der parallel zum Wanderweg „Straße der Arbeit“ verläuft, aber nur für rund 800 Meter. Denn dann biegen wir halb links in das vielleicht schönste Stück der gesamten Strecke ein. Es führt direkt neben der Wupper entlang, die Ausblicke durch die Bäume aufs Wasser und die Wegführung an sich, vorbei an steilen Hängen und einzelnen Felswänden, sind atemberaubend.

Von der Natur zur Industriekultur ist es nicht weit. So erreichen wir nach knapp zehn Kilometern über den schmalen Pfad die Wupperstraße und kurz darauf die ehemalige Tuchfabrik Wülfing, heute Museum und Heimat verschiedenster Firmen. Wir laufen nun wieder auf dem Wupperweg 6 und gleichzeitig auf dem Bergischen Streifzug 1, dem Tuchmacherweg, der über elf Kilometer in die Geschichte von Wülfing und Umgebung entführt. Zu dieser gehört auch das Eisenbahnmuseum Dahlhausen. Nicht wundern, wenn man bei einer Sonntagswanderung vor dem Überqueren der eigentlich still gelegten Gleise kurz warten muss: Der Verein Wuppertrail bietet Draisenenfahrten auf den Schienen an, die rund zweieinhalb Stunden und über acht Kilometer von Beyenburg bis Wilhelmstal führen.

Das Wilhelmstal ist zu schön, um es frühzeitig zu verlassen

Nach so viel Industriegeschichte geht es zurück in die Natur. Hinter Dahlerau biegen wir an der Hardtstraße halb rechts ab auf den Jakobs-Pilgerweg. Ihm folgen wir rund 800 Meter. Der Anstieg wird belohnt mit urwüchsiger Natur, wo sich Wälder und sattgrüne, einsame Wiesen abwechseln. Kurz vor der Ortschaft Sieperhof verlassen wir den Pilgerweg, biegen scharf links ab und folgen dem Wanderweg A1.

Der Weg führt zunächst sanft, dann etwas steiler zurück nach Wilhelmstal, unter anderem an einer alten Fabrikantenvilla vorbei. Unten am Asphaltweg angekommen, sieht es ein bisschen nach Déjà Vu aus: Stimmt, hier in der Nähe waren wir vorhin schon mal. Aber das Wilhelmstal ist zu schön, um es schon zu verlassen. Deshalb biegen wir scharf links ab, folgen dem Weg für einen halben Kilometer und nehmen den nächsten Abzweig nach rechts auf einen schmalen Waldpfad.

Wer jetzt noch einen Blick auf Wupperdamm und -talsperre erhaschen möchte, biegt nach weiteren knapp 400 Metern halb links auf einen Stichweg Richtung Rader Straße ab. Über Durchsholz erreicht man nach der Stippvisite am Wasser dann wieder Hackenberg. Wir aber bleiben auf unserem Pfad und laufen zurück Richtung Startpunkt. Nach einem letzten Anstieg biegen wir links auf einen breiten Forstweg ein, wo auch wieder der Röntgenweg verläuft.

Die Tour

Länge: 17 Kilometer

Dauer: ca. 3,5 Stunden

Einkehren: Zahlreiche Restaurants in Remscheid-Lennep, Wülfing-Museum mit Café, Sauna- und Badeparadies H2O.

Pause machen: Auf einer der Bänke am Wegesrand.

Parken: Kostenloser Parkplatz am Sportzentrum Hackenberg.

Gut zu wissen: Nicht kinderwagengeeignet. Einige anspruchsvolle Steigungen mit insgesamt gut 300 Höhenmetern.

Tipp: Die ersten 20 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ – unter anderem mit den gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – sind als PDF-Download für 7,90 Euro erhältlich auf:

www.bergisch-bestes.de.

Diese Ausblicke durch die Bäume aufs Wasser der Wupper und auch die Wegführung an sich, vorbei an steilen Hängen und einzelnen Felswänden, sind atemberaubend.
Einen Teil der Strecke legen wir auf dem Röntgenweg zurück.
Die alte Dampflok des Vereins Wupperschiene, die seit dem Sommer 1994 in Dahlhausen steht, hat teilweise einen neuen Anstrich bekommen.
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