Konzert

Virtuose Mischung kommt wieder an

Zusammen mit drei anderen Gitarristen oder auch Ensembles bietet Peter Finger einmal im Jahr einen eindrucksvollen Einblick in die akustische und internationale Sechs-Saiten-Szene.
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Zusammen mit drei anderen Gitarristen oder auch Ensembles bietet Peter Finger einmal im Jahr einen eindrucksvollen Einblick in die akustische und internationale Sechs-Saiten-Szene.

„International Guitar Night“ von Peter Finger in der Kattwinkelschen Fabrik.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. Das Konzept ist vielfach erprobt – die „International Guitar Night“ von Peter Finger gehört zu den festen und beliebten Größen im Terminkalender der Kattwinkelsche Fabrik. Zusammen mit drei anderen Gitarristen oder auch Ensembles bietet Finger einmal im Jahr einen eindrucksvollen Einblick in die akustische und internationale Sechs-Saiten-Szene.

Nachdem sie beim letzten Mal nicht kommen konnten, hatte es das Duo Kvaratskhelia aus Georgien diesmal auch nach Wermelskirchen geschafft, ebenfalls mit dabei waren der Schotte Ian Melrose und der Engländer Steve Hicks. Zusammen mit Finger ergab das eine sehr vielfältige Mischung – auch stilistisch, denn jeder der Künstler war in seinem ganz speziellen Metier zu Hause.

Begeisterter Applaus der rund 160 Zuschauer

Hicks etwa, ein kleiner Mann, der hinter seiner Gitarre beinahe zu verschwinden schien, strahlte nicht nur über das ganze Gesicht, sondern ließ seine flinken Finger in Ragtime-Manier und mit atemberaubendem Fingerpicking über sein Instrument wandern. Das war so angenehm und zugleich liebenswert, dass man eigentlich nur darauf wartete, dass einem Tee und Gebäck dazu serviert wurde.

Wobei man keineswegs den Fehler machen durfte, das Gebotene technisch zu unterschätzen. Denn es war durchaus auch sehr virtuos, was der Brite da auf seiner Gitarre zelebrierte. Vor allem die punktgenaue Landung beim Schlussakkord – an den sich nicht nur Hicks‘ zufriedenes Lächeln anschloss, sondern auch der begeisterte Applaus der rund 160 Zuschauer.

Anders, aber genauso virtuos, zeigten sich die georgischen Brüder Nick und David Kvaratskhelia, die auf insgesamt zwölf Saiten so wunderbar und sicher harmonierten, dass man sich durchaus fragen durfte, ob ein solch blindes Verständnis wohl nur unter Geschwistern möglich war.

Beide waren in Schwarz gekleidet, saßen nebeneinander, die Gitarren in klassischer Manier auf den Oberschenkeln platziert, und schienen jeweils vollkommen voneinander unabhängig agierende Hände zu haben. Sie spielten etwa einen südamerikanisch angehauchten Samba, der gleichzeitig feurig-furios und gezügelt-kontrolliert präsentiert wurde – und begeisterten Applaus vom Publikum erntete.

„Summertime“ zum Abschluss mit allen fünf Gitarristen

Den bekam auch Quasi-Gastgeber Finger, dessen Beiträge mal wild waren, gerne aber auch balladesk. Dabei beeindruckte der Künstler etwa bei „We Will Meet Again“ mit wunderbarer Zupftechnik. Wobei es schon die wilderen Stücke waren, die am besten bei den Zuhörern ankamen.

Der Schotte Melrose zeigte sich im zweiten Abendteil zudem als versierter Sänger – im Song „Carried The Cross“ der Songwriterin Katja Maria Werker, auf dem er mitgespielt hatte – sowie als Flötist an der Low Whistle, auf der er mit Fingers Begleitung an der Gitarre einen Jig blies. Das sprengte zwar den Rahmen der Gitarrenmusik ein wenig, war aber vor allem in seiner geradezu Jethro-Tull-artigen Furiosität eine großartige Einlage.

Wie auch der Abschluss des Abends, bei dem alle fünf Gitarristen ihre jeweiligen Stile noch einmal perfekt einbringen konnten – in einer herrlich schrägen Version des „Pink Panther“-Themas. Dem schloss sich als Zugabe noch der alte Gershwin-Klassiker „Summertime“ an.

Ein wunderbarer, virtuoser und vielfältiger Schlusspunkt eines wieder einmal gelungen Abends.

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