Hochzeit

Viele Paare holen ihre Feiern nach

Das Jahr hat gerade begonnen und schon jetzt ist die Nachfrage beim Standesamt sehr groß.
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Das Jahr hat gerade begonnen und schon jetzt ist die Nachfrage beim Standesamt sehr groß.

Beim Standesamt häufen sich Anfragen nach Trauterminen.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. In der Corona-Zeit zu heiraten – das ist in aller Regel eine eher übersichtliche Angelegenheit gewesen. Zumindest was die Zahl der Feiernden angeht, schließlich sind in den unterschiedlichen Lockdown-Formen über die vergangenen knapp drei Jahre oft nur wenige Personen gleichzeitig in einem Raum erlaubt gewesen. „Geheiratet wurden 2020 und 2021 aber trotzdem“, sagt Standesbeamtin Katharina Witt. Und ergänzt: „Der Nach-Corona-Ansturm hat dann bereits 2022 stattgefunden, da waren es 192 Trauungen – in den beiden Jahren zuvor waren es jeweils etwa 20 Trauungen weniger.“ Auch für das gerade erst begonnene Jahr sei die Nachfrage bereits im Januar sehr groß. „Wir haben schon 20 Termine für Mai und Juni reserviert. Es gibt auch sehr viele Nachfragen von Paaren über die notwendigen Unterlagen, die für die Eheanmeldung benötigt werden“, sagt die Standesbeamtin.

Besonders gerne geheiratet wird also im Frühling – der Wonnemonat Mai ist in den meisten Kommunen der beliebteste Monat für eine Hochzeit. „So sind der 13. und 19. Mai bereits ausgebucht“, sagt Katharina Witt. In jedem Jahr gibt es zudem irgendwie geartete „Schnapszahlen“ – im Vorjahr der 22. Februar, also der 22.2.22. In diesem Jahr könnte man meinen, dass der 2. März – also der 2.3.23 – ein solcher und sehr beliebter Hochzeitstag sein könnte. „Das Datum ist, zumindest im Moment, noch nicht sehr beliebt. Vermutlich, weil es ein Donnerstag ist“, meint Katharina Witt. Besonders beliebt seien Brückentage und Freitagstermine im Sommer – und natürlich die Samstage.

Wer im Sommer samstags feiern will, ist schon spät dran

Der offizielle Teil im Standesamt ist aber nur die eine Seite der Hochzeitsmedaille. Denn schließlich gehört die große Feier ganz genauso zur Hochzeit wie die Trauung selbst. Im Eventhaus Giebel ist man jetzt schon zu spät dran, wenn man im Sommer an einem Samstag Hochzeit feiern will. „Im Oktober gibt es noch einen Samstag, aber auch da sind schon Interessenten“, sagt Geschäftsführer Tobias Opitz. Insgesamt sei die Hauptsaison von April bis Oktober an den Wochenenden schon sehr gut nachgefragt. „Interessant ist, dass der März in diesem Jahr verhalten ist – das habe ich in den 18 Jahren, die ich das schon mache, noch nicht erlebt“, sagt Opitz. Ein neues Angebot, das er im Laufe des Januars präsentieren will, richtet sich an Ehepaare mit Kindern. „Wir planen, den Sonntag als Tag für Feiern anzubieten – dann eben mit definiertem Ende am Abend“, sagt Opitz.

Querbeet aufgestellt sind die Feiern, die im Bistro der Kattwinkelschen Fabrik bei Anette und Jens Koriandt. „Wir haben jetzt im Januar etwa noch ein paar Weihnachtsfeiern“, sagt Jens Koriandt. Auch sonst sei der Betrieb in Sachen geschlossener Veranstaltungen wieder auf Vor-Corona-Niveau angelangt. „Die Leute sind hungrig auf Gesellschaft – das haben wir auch im Weihnachtsgeschäft gesehen“, sagt der Bistro-Inhaber. Auch Hochzeiten werden im Bistro der Katt gefeiert. „Meistens im Juni und Juli – das sind ja die klassischen Termine für Hochzeiten“, sagt Jens Koriandt. Noch seien einige Termine zu haben. „Manche Monate sind schon voll, andere noch nicht. Aber das ist auch ganz normal“, sagt der Bistro-Inhaber.

Auch im Seminar- und Tagungshotel „Große Ledder“ in Stumpf können Hochzeiten ausgerichtet werden. „Wir haben zwei Räume, die für Hochzeiten genutzt werden können“, sagt Mitarbeiterin Ricarda Schwiedt. Die seien aber vor allem in den Sommer-Monaten praktisch ausgebucht. „Das bezieht sich gerade auf Juli und August. In den anderen Monaten gibt es noch Termine “, sagt sie. Eine gewisse Form des Nachholbedarfs sehe sie bei den Buchungen. „Das kann man daran festmachen, dass immer wieder Paare bereits standesamtlich verheiratet sind, aber die Feier nun nachholen wollen. Das hat bereits im Vorjahr begonnen“, weiß Schwiedt. So sei man bei der Auslastung beinahe wieder auf Vor-Corona-Niveau angekommen.

Ebenfalls ein beliebter Ort für Feiern jeder Art – hauptsächlich aber tatsächlich Hochzeiten und Geburtstage – ist das Haus Eifgen. „Die beiden Anlässe halten sich etwa die Waage. Und wir merken, dass es jetzt wieder anzieht“, sagt Adrian Kunitz aus dem Eifgen-Vorstand. Der Samstag sei der Vermietungstag – und gerade im Sommer seien auch schon einige Samstage vergeben.

„Wir hatten im Vorjahr
20 Vermietungen, aktuell sind es schon acht“, sagt Adrian Kunitz. Schon komplett ausgebucht sei der August. „Wir hatten auch jetzt eine Anfrage eines Mannes, der vor Jahren schon einmal seine Hochzeit im Haus Eifgen gefeiert hat – und jetzt noch einmal heiratet. Wieder hier“, sagt Adrian Kunitz lachend.

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