Viele nutzen Sport übers Internet

Beim TuS Wermelskirchen freuen sich die Trainerinnen Joana (l.) und Heidi Herbst über die neue Technik. Foto: Peter Klohs
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Beim TuS Wermelskirchen freuen sich die Trainerinnen Joana (l.) und Heidi Herbst über die neue Technik. Foto: Peter Klohs

Vereine und auch Fitnessstudios greifen derzeit auf ein Bewegungsangebot am Bildschirm zurück

Von Peter Klohs

Wie viele Dienstleister leiden derzeit auch die Fitnessstudios und die Sportvereine unter dem Lockdown. Die Studios, Hallen und Gruppenräume sind geschlossen. Die Möglichkeit, ihre Kurse oder Trainingsunterstützung online anzubieten, entwickelt sich in zunehmenden Maße zum Segen, den viele, beileibe aber nicht alle, gerne wahrnehmen.

Das Onlineangebot in Wermelskirchen wird gut, in Teilen auch sehr gut angenommen, wie Klaus Junge, Vorsitzender des Sportbunds, berichtet. „Die Mitgliederanzahl der Vereine ist stabil“, sagt er. Die Mitglieder sind sehr treu. Das Onlineangebot der großen Wermelskirchener Vereine funktioniert. Die Vereine sind zufrieden.“

Norbert Galonska, Vorsitzender des TuS Wermelskirchen, kann das bestätigen. „Wir bieten 16 Stunden pro Woche Onlinesport an“, berichtet er. „Von montags bis freitags ist an jedem Tag etwas los. In der Spitze haben wir rund 50 Teilnehmer online, was zum Beispiel montags beim Fitness-Cocktail mit unserer Trainerin Heidi Herbst und ihrer Tochter Joana der Fall ist.“ Für die Übertragungen der verschiedenen Sportangebote wurde die entsprechende Technik angeschafft: Ein 5-Kanal-Mischpult, ein leistungsfähiger Laptop, eine Kamera, eine Aktiv-Box, ein angenehm großes Fernsehgerät und eine Menge Kabel reichen, und schon kann es losgehen.

Am vergangenen Freitagabend stand beispielsweise Pilates auf dem Onlineprogramm. Heidi Herbst freute sich über mehr als 20 Teilnehmer. „Man ist ja sehr froh, dass man in diesen Zeiten in einem Verein überhaupt die Gelegenheit hat, professionell zu arbeiten“, ist sie dem TuS und Norbert Galonska dankbar. „Vielleicht behalten wir das in Kombination auch nach der Pandemie bei. So eine Art Hybridsport“, sagt der Vorsitzende.

Auch Fitnessstudios in der Stadt bieten online so manches an. Das Fit Inn hat täglich wechselnde Work-outs auf Instagram im Programm. Außerdem können sich Kunden mobiles Trainingsequipment wie Hanteln, Kettlebells oder Bodypumpstangen ausleihen. Kontaktlos ist auch der Einkauf im Studio an der Burger Straße möglich: Riegel, Shakes oder Proteinpulver können erworben werden.

Andreas Neumann, Inhaber des Clever Fit, ist einer der wenigen, die auf ein Onlineangebot verzichten. „Aber das heißt ja nicht, dass wir online nicht präsent sind“, erklärt Neumann. „Wir posten viel in den sozialen Medien, viele Kunden stellen sportspezifische Fragen, die wir ausführlich und gerne beantworten, oder haben Probleme mit ihrer Ernährung und fragen uns um Rat. Im Rahmen unserer Möglichkeit helfen wir natürlich allen.“ Die Angestellten des Clever Fit sind allesamt in Kurzarbeit. Aber auch die Aushilfen, die 450-Euro-Kräfte, bekommen etwas gezahlt. „Das sind ja zum großen Teil Studenten“, weiß der Geschäftsführer. „Die brauchen doch auch ihr Geld.“ Dass hier und da auch Durchhalteparolen nötig sind, verschweigt Neumann keineswegs.

„Wir sind auf die Solidarität unserer Mitglieder angewiesen“, sagt er. „Aber jede Solidarität ist einmal überreizt. Weil das so ist, werden wir im Februar auch keine Gebühren von unseren Kunden erheben.“

Clever Fit hat besondere Luftreiniger angeschafft

Das Clever Fit hat besondere Luftreinigungsgeräte angeschafft, um damit die Aerosole aus der Luft herauszuziehen. Das ist der Grund, warum das Studio von heute auf morgen wieder öffnen könnte, auch unter Corona-Auflagen. „Wenn wir am 15. Februar wieder öffnen dürfen, dann sind wir sofort am Start.“ Und er ist sich sicher: „Das Clever Fit wird überleben. Definitiv.“ | Standpunkt

Hintergrund

Einige der in Wermelskirchen ansässigen Fitnessstudios und Sportvereine bieten in den Zeiten des Lockdowns Onlinesport an. Entsprechende Angebote kann man auf den Internetseiten der Vereine und Studios bekommen. Eine recht zügige Kontaktaufnahme ist trotz Kurzarbeit in den allermeisten Fällen garantiert. Das Onlinesportangebot wird in Wermelskirchen sehr gut angenommen und wird zum Teil wohl auch in der Zeit nach Corona nicht verschwinden. Der Vorsitzende des TuS Wermelskirchen, Norbert Galonska, kann sich „Hybridsport“ sehr gut vorstellen.

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