Baustelle

Viele Anwohner verlieren jetzt schon die Geduld

Von Wermelskirchen aus müssen die Verkehrsteilnehmer über die K 18 bei Hilgen nach Dabringhausen fahren.
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Von Wermelskirchen aus müssen die Verkehrsteilnehmer über die K 18 bei Hilgen nach Dabringhausen fahren.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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„Straßen NRW könnte bei den Bauarbeiten viel mehr auf die Tube drücken“, heißt es immer wieder

Wermelskirchen. Der Unternehmer aus Stumpf möchte namentlich nicht genannt werden. Weil er wie andere im Dabringhauser Ortsteil ansässige Geschäftsleute für ein Fremdunternehmen arbeitet. Aber dass er verärgert ist, das ist ihm deutlich anzumerken. Nicht, weil die L 101 vor seinem Geschäft nun einmal saniert werden muss. „An diese Tatsache haben sich die meisten ja nun gewöhnt“, sagt er. Viel mehr sei es „die Art, wie das alles gelaufen ist und jetzt läuft. Nicht nur, dass wir als Anwohner und Anlieger nicht hinreichend vorher informiert worden sind. Jetzt geht es hier auch gar nicht voran.“

Von Straßenarbeiten, das sagen er und einige Kunden, die sich in seinem Ladenlokal versammelt haben, sei nichts zu sehen. „Und viele Autos fahren täglich durch die Vollsperrung, als sei nichts. Weil es geht. Weil eben nicht gearbeitet wird. Ein bisschen am Rand vielleicht. Aber dafür, dass das hier eine so wichtige Verbindungsader ist, müssten die von Straßen NRW einfach mehr Gas geben. Die könnten doch in zwei Schichten arbeiten. Aber sie sind in der Realität am Nachmittag im Feierabend.“

Nilgün Ulbrich, Sprecherin des für die Arbeiten zuständigen Landesbetriebes Straßen NRW, sagt auf WGA-Nachfrage: „Es scheint vielleicht derzeit den Anwohnern so, als würde nicht gearbeitet, weil die Straße noch nicht aufgerissen ist. Aber es haben bereits Sondierungsarbeiten im Randbereich stattgefunden, eine Entwässerungsanlage ist errichtet sowie Versorgungsleitungen gelegt worden. Die Arbeiten laufen bisher im Zeitplan und die Vollsperrung existiert seit 4. Juli“, sagt Ulbrich. Fahrer, die dennoch die Straße zwischen Stumpf und Sonne passieren würden, würden entsprechend eine Ordnungswidrigkeit begehen.

Anke Piller betreibt in Stumpf das Bestattungshaus Schneider – und sie sieht das Ganze etwas differenzierter. „Mich betreffen die Konsequenzen natürlich auch nicht so arg, weil ich die Hausbesuche entsprechend planen kann, und auch zu uns kann man ja noch recht gut gelangen, weil wir von Dabringhausen aus am Anfang der Ortschaft Stumpf zu finden sind.“

Sie finde es „erst einmal gut“, dass die Straße saniert würde. „Als 2005 unser Teil der L 101 erneuert wurde, war das hinterher eine echte Erleichterung. Es gab keine größeren Schlaglöcher mehr und auch die Lkw waren nicht mehr so intensiv zu hören.“

Sie sei der Ansicht, man könne auch als Unternehmer für eine gewisse Zeit umdisponieren und einige Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, räumt die Bestattungsunternehmerin ein. „Allerdings habe ich zurzeit auch das Gefühl, es geht nicht richtig voran mit den Arbeiten. Und das ist natürlich gerade bei dieser Verbindungsstraße nicht konstruktiv.“

Fortschritte sehen die Anwohner derzeit nicht

Der Stumpfer Unternehmer indes hat seine Geduld längst verloren. Zu seinem Wohnort Lindlar fährt er statt einer halben nun täglich eine Stunde. 100 Kunden hat er am Tag weniger. „Alles könnten wir in Kauf nehmen, sähen wir, dass es deutlich voranginge an der für uns wichtigen Straße“, sagt er. „Aber das sehen wir alle hier leider derzeit überhaupt nicht.“

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