Konzert

Vertraute Songs erhalten bei „Blasorchester goes America“ neuen Glanz

Mit Gershwin und Bernstein startete das Blasorchester Dabringhausen in das neue Jahr.
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Mit Gershwin und Bernstein startete das Blasorchester Dabringhausen in das neue Jahr.

Blasorchester Dabringhausen bringt ein amerikanisches Programm auf die Bühne.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Es gibt diese Melodien, die einen direkten Weg in die Zuhörerseele finden. Sie berühren, lassen die Füße wippen, die Hüften schwingen und gelegentlich Tränen laufen. Große Komponisten vergangener Zeiten haben solche Melodien erschaffen, genauso wie Pop-Stars der Moderne. Wenn gut aufgelegte Orchester diese Melodien in die Hände bekommen, verwandeln die Musiker sie zuweilen in Magie: Trompeten, Schlagzeug und Pauke, Saxofon, Flöten und Oboen füllen die Melodien mit einem besonderen Klang. Dem Blasorchester Dabringhausen gelingt am Samstag in der Mehrzweckhalle genau diese Magie – das Publikum bedankt sich mit Jubel.

Unter dem etwas unscheinbaren Titel „Blasorchester goes America“ sind die Musiker unter Leitung von Peter Wuttke angetreten. Rund 300 Besucher sind in die Mehrzweckhalle gekommen, in der die US-Flagge weht und Luftballons in den seit Trump etwas in Verruf geratenen Farben Weiß, Rot und Blau hängen. Der Beginn des mehr als zweistündigen Konzerts entpuppt sich im Rückblick beinahe als etwas unspektakulär. Melodien eher unbekannter amerikanischer Komponisten eröffnen den Abend. Selbst als Werke von Leonard Bernstein auf die Notenständer wandern, will der Funke noch nicht so richtig überspringen. Die Musiker überschlagen sich zwar im Tempo. Aber irgendwas fehlt.

Bis zu jenem Moment, als die Musiker ein Medley aus dem Musical „Westside Story“ anstimmen – wieder Bernstein. Vielleicht wirken die Melodien plötzlich vertrauter, vielleicht laufen die Musiker auch zur Hochform auf, oder das Material entpuppt sich einfach als besonders geeignet: Manch ein Besucher scheint jetzt fast einstimmen zu wollen, als die Trompete ruft. „Maria, Maria, Maria“. Die Stimmung wechselt, das Tempo auch. Hörner, Flöten Glocken: Sie stimmen gemeinsam ein. „I like to be in America“. Das Publikum ahnt noch nicht, dass das Orchester nach diesen Melodien noch einen draufsetzen wird. Aber spätestens, als Moderatorin Cynthia van Lijf, die ausgesprochen versiert und flott durch den Abend führt, Melodien von Robbie Williams ankündigt, verfliegt der letzte Hauch Zurückhaltung – auf der Bühne und im Publikum. Das Medley „Let Me Entertain You“ hält die großen Hits des Popstars bereit: „Supreme“, „Road To Mandalay“, „Angel“ und eben „Let Me Entertain You“. Es wird ein Riesenvergnügen – und jene Magie, die aus berührenden Melodien und Orchestermusik geschaffen wird, scheint durch die Halle zu segeln. Die vertrauten Songs bekommen einen neuen Glanz. Das Orchester scheint anschließend fast ein bisschen atemlos. Das Publikum jubelt.

Und so geht es in der zweiten Hälfte weiter – spätestens als Cynthia van Lijf ein Titanic-Medley ankündigt. „Kino für die Ohren“, sagt die Moderation. Und sie hat recht. Vielleicht liegt es daran, dass über Weihnachten auf manch einem Bildschirm der Hollywoodfilm gelaufen sein dürfte. So oder so: Die Filmmelodien zaubern am Samstag Bilder in die Herzen der Zuhörer – auch dank einer bezaubernden Querflöte.

Von Gershwin bis Sinatra, von der Ostküste an den Pazifik

Das Medley wird gekrönt mit „My Heart Will Go On“. Wieder jubelt das Publikum. Von Gershwin bis Sinatra, von der Ostküste bis zum Pazifik: Die Melodien des Abends sind vielseitig und bunt – genauso wie das große Orchester.

Am Ende sind es aber vor allem die vertrauten Melodien im neuen, wunderbaren Gewand, die das große Publikum jubeln lassen.

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