Verlorener Kita-Platz: SPD verteidigt die Stadt

Unterstützt die Entscheidung der Stadt: Jochen Bilstein. Foto: R. Keusch
+
Unterstützt die Entscheidung der Stadt: Jochen Bilstein. Foto: R. Keusch

Fraktionsvorsitzender spricht von einer Zwickmühle

Von Anja Carolina Siebel

Der Ansturm empörter Eltern im sozialen Netzwerk Facebook war dieser Tage groß. Es ging um eine Familie, die von Stolzenberg nach Höhrath, einen Stadtteil an der Wermelskirchener Stadtgrenze, der schon zu Solingen gehört, umgezogen war. Das war im Herbst 2019. Danach hatte sie die Kita-Plätze für ihre beiden Kinder in Wermelskirchen verloren.

Der Vorwurf der Familie an die Stadt: Bereits 2018 hätte sie auf den geplanten Umzug hingewiesen. Es könne zur Kündigung der Plätze kommen, habe es da vonseiten der Verwaltung geheißen, bis 2020 habe sich die Lage aber voraussichtlich entspannt.

„Man hätte der Familie schon 2018 klar mitteilen können, dass sie keinen Anspruch mehr auf einen Platz hat“, schreibt beispielsweise eine Wermelskirchener Facebook-Nutzerin dazu. Und ein anderer bemerkt: „Rechtlich klare Sache. Aber ich persönlich finde es zu einfach, immer nur auf geltendes Recht hinzuweisen.“

Die SPD-Fraktion um den Fraktionsvorsitzenden Jochen Bilstein stellt sich jetzt hinter die Entscheidung der Stadtverwaltung: „Es gibt Situationen im Leben, in denen jede Entscheidung, die man fällt, richtig und falsch zugleich ist“, sagt Bilstein. Im Volksmund nenne man das „eine Zwickmühle“.

In dieser Situation seien die Entscheidungsträger der Stadtverwaltung gewesen, als sie den Antrag der Eltern abgelehnt hätten.

Bilstein: „Wenn Bürgermeister und Beigeordneter entschieden hätten, dem Wunsch der Solinger Eltern nachzukommen, hätte das bedeutet, dass zwei weitere Wermelskirchener Kinder auf der Warteliste gelandet wären, bis die geplanten und noch im Bau befindlichen Kitaplätze fertig sind.“ Die getroffene Entscheidung hingegen bedeute freilich, dass die Solinger Eltern jetzt nicht wissen, wo sie für ihre Kinder nach dem 1. August eine Kita in Solingen finden.

„Allzu oft urteilen Menschen leichtfertig.“

Jochen Bilstein, SPD-Fraktionsvorsitzender

„Seiner Amtspflicht als Bürgermeister von Wermelskirchen folgend, hat Rainer Bleek entschieden, dass die Bedürfnisse der Wermelskirchener Kinder Vorrang haben“ unterstreicht Jochen Bilstein. „Das kann man kritisieren. Aber allzu oft urteilen Menschen leichtfertig, die nicht in der Pflicht stehen, so schwierige Entscheidungen treffen zu müssen. Wenn man das aber macht, indem man in diesem Fall für die Solinger Bewerber eintritt, dann muss man auch eine befriedigende Antwort auf die Frage der beiden Kinder aus unserer Stadt finden, die dann erst einmal auf einen Kitaplatz warten müssen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Ab sofort gilt wieder Inzidenzstufe 1
Corona: Ab sofort gilt wieder Inzidenzstufe 1
Corona: Ab sofort gilt wieder Inzidenzstufe 1
Wolf ist in bergischen Wäldern unterwegs
Wolf ist in bergischen Wäldern unterwegs
Wolf ist in bergischen Wäldern unterwegs
Vereine vermissen Planungssicherheit
Vereine vermissen Planungssicherheit
Vereine vermissen Planungssicherheit
118 Flüchtlinge ziehen nach Schloss Burg
118 Flüchtlinge ziehen nach Schloss Burg

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare